Hampelmann

Martin Fischer, der neue Vorleider unter leidenden Männern.

Er ist ein «Master in Soziologie, Medienwissenschaft und US-amerikanischer Literaturwissenschaft». Man fragt sich bloss, wie Fischer das geschafft hat.

Fangen wir mit seiner grössten Unverschämtheit an: «Die Fälle um Gisèle Pelicot und Collien Fernandes und auch die Kriminalstatistiken zeigen: Für Frauen bleibt das Gefühl, dass sie nirgends sicher sind.»

Den Fall Pelicot mit den bislang unbewiesenen Behauptungen in einem Scheidungsnachbeben zu vergleichen, unglaublich. Aber das hat System: «Wenn ich als Mann unterwegs bin, werde ich als potenzielle Gefahr gelesen, aufgrund meines Geschlechts und dessen, wie ich aussehe», brabbelt Christoph Gosteli, «Gewalt- und Männerberater».

Väter sind Täter, Männer sind Schweine. Nicht alle, aber potenziell alle. «Gosteli macht ein Beispiel: «Wenn ich im Wald joggen gehe, kann es sein, dass mir eine Frau entgegenkommt.» Vielleicht habe diese konkrete Frau keine Angst. Aber es bestehe die hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie mit Männern schon Schlechtes erlebt habe

Also, ihr joggenden Gefahrenherde, habt am besten eine weisse Flagge dabei, tragt Violett, ruft laut «I come in peace», schlagt euch in die Büsche, wenn eine Frau kommt. Denn «Sozialpsychologin» Tabea Hässler weiss: «Wenn sich Männer aktuell unter Generalverdacht gestellt fühlten, sei die Frage doch eher: Was können Männer tun, damit sich dieser Verdacht irgendwann auflöst

Nein, die Frage ist eher, wieso die berechtigte Kritik am Verhalten einiger Männer damit abgewertet wird, dass alle unter Generalverdacht gestellt werden.

Darf man hier mal wieder Frauen und Logik sagen? Hässler stellt die Männer unter Generalverdacht und fordert sie auf, dafür zu sorgen, dass sich der auflöse. Das verbitten wir Männer uns doch nachdrücklich.

Stattdessen meint die verpeilte Psychologin: «Dazu müsse man bei sich selbst ehrlich hinschauen. «Was habe ich mir schon für Sachen reingezogen im Internet? Wie habe ich mich schon gegenüber Frauen verhalten?» Eine gewisse Scham gehöre dazu. «Dann fühle ich mich als Mann vielleicht auch ein bisschen grusig. Da muss ich durch.»»

ZACKBUM fühlt sich als Mann kein bisschen grausig, es graust uns aber davor, dass solche Psychologinnen ungebremst solchen Unsinn verzapfen dürfen. Wo sonst als im Qualitätsorgan Tamedia.

Wo keine Vernunft zur Stelle ist, um aberwitziges Geschwafel zu stoppen, muss der Leser (männlich, weiblich oder beyond) mal wieder dafür bezahlen, gequält zu werden: «Indem Minderheiten – in diesem Fall Männer, die für Veränderung einstehen – eine Nachricht wiederholt kommunizierten, könnten sie die öffentliche Meinung beeinflussen, sagt Hässler.»

Selbstverständlich ist es im Rahmen der Meinungsfreiheit erlaubt, auch Meinung frei von Sinn und Verstand wiederholt zu kommunizieren. Aber dann wäre es die Aufgabe des Qualitätsjournalisten, zumindest mit ein paar kritischen Fragen Gegensteuer zu geben. Wieso tut Fischer das nicht?

Wahrscheinlich, weil er sich auch unter Generalverdacht sieht und darunter leidet, dass er halt offenbar, furchtbares Schicksal, ein Mann ist. Also eine Bedrohung. Eigentlich eine Fehlkonstruktion. Ein unfertiges Wesen, dem es meist an Veränderungswillen fehlt. Beim Joggen und auch sonst überall.

Wie immer bei Fanatikern herrscht hier auch eine absolute Humorlosigkeit. Das Leiden am Istzustand der Welt, bzw. der Männer, der missionarische Eifer, denen endlich ihr Fehlverhalten auszutreiben, dazu unfreiwillig komische Beispiele.

Tamedia wiederholt sich, wir wiederholen uns: gibt es denn wirklich kein Mindestmass an Qualitätskontrolle mehr? Kann hier jeder jeden Stuss schreiben oder zitieren? Ungehemmt, ungeniert, ungebremst?

So etwas ist die eigentliche Bedrohung für Leser und Leserinnen. Und letztlich eine Bedrohung des eigenen Arbeitsplatzes. Denn wer will denn wirklich noch dafür zahlen, so etwas lesen zu müssen?

4 Kommentare
  1. K. Meyer
    K. Meyer sagte:

    Habe diesen Gosteli kurz gegoogelt. Also der sieht nicht so aus als ob er je in einem Wald gejoggt hätte. Eher wie ein schmuddeliger Fastfood-Couchpatatoe in den späten Dreissigern. Damit können Frauen durchaus ein Problem haben, kann ich irgendwie verstehn.

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  2. Beat Morf
    Beat Morf sagte:

    Ich glaube wir müssen uns einfach eingestehen, dass dieses Niveau der absoluten Unfähigkeit der neue Standard im Journalismus ist. If you pay peanuts, you get monkeys.

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  3. Hug Rolf
    Hug Rolf sagte:

    Auf der einen Seite ist es tragisch, auf der anderen Seite aber auch unterhaltsam zu beobachten, in welche destruktive Richtung unsere Gesellschaft sich entwickelt. Mittendrin die bekannten und genannten «Qualitätsmedien», die eigentlich für eine ausgewogene Berichterstattung und Einordnung sorgen müssten, aber sich in gegenteiliger Weise als Verstärker des Wahnsinns, und oft auch der Fake News entpuppen; die sich nicht zu schade sind, jeden Unsinn aufzunehmen und weiter zu verbreiten. Das einzig Positive daran, sie schaffen sich früher oder später mit ihrem Geschreibsel selber ab, denn irgendwann wird niemand mehr bereit sein, für dieses unterirdische Niveau zu bezahlen.

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