Wumms: Cédric Wermuth
Mit einem Posting ins Abseits, das ist gekonnt.
Es ist unübersehbar: der einzige Unterschied zwischen der Schweizer SP und der deutschen SPD besteht darin, dass die Eidgenossen ihre Sozialdemokraten bislang nicht an der Urne abstrafen.
Obwohl das die SP schwer verdient hätte. Der Fisch stinkt wie immer vom Kopf. Seit das Duo Infernale Mattea Meyer und Cédric Wermuth sich das Präsidium teilt, ist die Partei von ihrer Wählerbasis zunehmend abgekoppelt. Die Interessen der Werktätigen vertreten, das ist ein knochenharter und mühsamer Kampf. Also lieber nicht.
Aber selbst das Pflegen von woken Themen wie Gendergerechtigkeit und der Kampf gegen sogenannte sexualisierte Gewalt ist für die Co-Präsidentin zu anstrengend; sie nimmt wegen Erschöpfung eine Auszeit, die dauert und dauert.
Das ist kein Problem für den Co-Präsidenten Wermuth, der sich ja auch als Feminist sieht. Nur dann nicht, wenn er eine Kandidatin um einen Ständeratssitz wegboxt. Mit dem hirnrissigen Argument, dass er als Mann die Interessen der Frauen viel besser vertreten könne.
Bei ihm ist Politik zum Gehabe verkommen, zur Präsentations-Show. Sorgfältig pflegt er seine Markenzeichen, denn er weiss, dass Wiedererkennbarkeit das A und O in der medialen Gesellschaft ist. Wie Trump seine gelbe Haartolle pflegt er daher den akkurat gestutzten Bart, das dunkelblaue Jacket samt Gilet und das hellblaue Hemd ohne Krawatte.
Da er noch nie in den Arbeitsprozess eingebunden war, bettelt er nun um die Aufhebung der Amtszeitbeschränkung. Denn nach dem gescheiterten Versuch, ins Stöckli zu dislozieren, ist sein Einkommen als Nationalrat der Garant dafür, dass auch er ausführliche Ferien im weit entfernten Asien machen kann.
Die Einzige, die zwar nicht immer glücklich, aber mit der nötigen Verve sich ins politische Getümmel wirft, ist das Schlachtross Jacqueline Badran, die ihren Parteigenossen Rudolf Strahm in den Senkel stellt. Seine Kritik an der SP-Politik sei «absolut inakzeptabel». Argumentativ allerdings etwas dünn, Strahm sei «der SVP total auf den Leim gegangen», was für ein absurder Vorwurf gegen den altgedienten Genossen.
Aber immerhin, darüber könnte man noch diskutieren. Allerdings findet eine inhaltliche Diskussion der bedenkenswerten Thesen von Strahm nicht statt, ein Armutszeugnis.
Nachdem Wermuth wegen Ferienabwesenheit kein Wort zu Strahm verlor, musste er nun einen raushauen, mit dem er sich völlig disqualifiziert:
«Die Wahrheit ist, die SVP ist der parteipolitische Arm der Gewalt gegen Frauen.»
Das ist nun dermassen unverschämt-bösartig, dass es höchste Zeit ist, dass sich die SP eine neue Führungsspitze sucht. Denn es kann ja nicht sein, dass sie von einer Lahmen und einem Blinden geführt wird. Meyer sagt wenigstens nichts Parteischädigendes. Aber einem politischen Gegner zu unterstellen, er befördere Gewalt gegen Frauen, das setzt in der Auseinandersetzung in der Schweiz einen bislang unerreichten Tiefpunkt.
Das ist genauso dümmlich, wie wenn man der SP unterschieben würde, ihre ausländerfreundliche Politik würde ganz allgemein die kriminelle Gewalt in der Schweiz befördern, ja sie sei der parteipolitische Arm der Ausländerkriminalität.
Es gibt Sätze, die in der Hitze des Gefechts gesagt werden. Anschliessend muss der Autor zurückrudern, sie relativieren, abschwächen, gar zurücknehmen oder im schlimmsten Fall sich dafür entschuldigen.
Und es gibt Sätze, die sind unentschuldbar, vor allem für einen Parteipräsidenten. Also sollte eigentlich ein Aufatmen durch die Reihen von noch zurechnungsfähigen Sozialdemokraten gehen: endlich haben sie einen Hebel, diesen Schmock loszuwerden.
Damit wird die SP zwar nicht unbedingt wieder zur Arbeiterpartei. Aber Wermuth müsste zum ersten Mal in seinem Leben arbeiten.











Der Cédric muss ja nur vor seiner mehrheitlich weiblichen aargauer Basis flennen, dass er auch mit seinen jungen 40 Lenzen nochmals eine 5. Chance als Nationalrat bekommt und natürlich auch weiterhin als selbsternannten Paramount Leader die SP in die Bedeutungslosigkeit führen kann.
Vermutlich wird er damit nochmals durchkommen mit genügend feministisch angehauchtem Gesülze.
Sein wahres Drama dürfte dann nach den Wahlen 2031 beginnen, wenn er dann endgültig sein Nationalratsjöbli abgeben muss, das Parteipräsidium auch und fürs Stöckli und den BR reicht es sowieso nicht.
Und ob er dann noch irgendwo als Regierungsrat mit lebenslanger Rente unterkommt mit 44 Jahren wie Aline Trede oder der Mehrfachstudienabbrecher Glättli, das ist auch höchst ungewiss. Dürfte wohl seine letzte Chance vor dem unaufhaltsamen sozialen Abstieg sein.
Warum sollte man sich Sorgen um Wermuths berufliche Zukunft machen? Es gibt unzählige, sehr gut honorierte Posten bei Bundesämtern, Staats- und staatsnahen Betrieben, Gewerkschaften, NGOs, europäischen und globalen Institutionen…
Sozialdemokraten glauben an eine soziale Demokratie, das ist vernünftig. Sozialisten hingegen propagieren die sozialistische «Demokratie». Die SP ist seit 2011 nicht mehr sozialdemokratisch sondern sozialistisch unterwegs. Lest deren Parteiprogramm, die Kurzfassung reicht!
Sozialisten, egal welcher Farbe, sind keine Demokraten, das geht per Definition nicht. Das sozialistische Verständnis von «Demokratie» mündet in Volkskammer, Zentralkomitee, Politbüro, Umerziehungslager und Toten.
Der Kalte Krieg war hauptsächlich Sozialismus gegen Demokratie. Oder will ernsthaft jemand behaupten, dass z.B. die DDR eine demokratische Republik gewesen wäre?
Eine Aufforderung gegen das Vergessen.
Das wäre dann der Stalinismus. Aber egal. Nur noch eines, ohne hier den Sozialismus zu propagieren: Der Kapitalismus scheint mir in Anbetracht der aktuellen Weltlage und mit Blick auf zwei Weltkriege auch nicht das geeignete System, um die Probleme der Menschheit zu lösen.
Nein, das ist nicht Stalinismus, das ich beschreibe, das ist Sozialismus. Stalinismus war nur eine Stufe vom Kommunismus (Bolschewismus) zum Sozialismus. Die DDR war nicht stalinistisch, sie war sozialistisch.
Na hoppla! Besonders natürlich zwischen 1948 und 1953.
Sehr gut erkannt. Nach dem Tod von Stalin, verschwand auch der Stalinismus.
Heute muss ‚Politik‘ unterhaltsam sein, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Sogar – und zunehmend – bei uns. Diesen Spagat beherrschen nicht alle so traumwandlerisch wie der amerikanische Präsident. Wermuth muss eben mit 140 Zeichen und ein paar Schnappschüssen die nationale Debatte in der Breite führen. Inhaltlich kann man das kritisieren; die Form ist aber gegeben. Ich glaube, nur Wenige haben Strahms lesenswertes Interview gelesen.
Das wirklich Elende ist nicht Herr Wermuth als Person und was er tut und von sich gibt, sondern die politische Legitimierung in welcher er das tut. Das Mann ist gewählt! Das sollte zu Denken geben.
Gleich dumme Schwätzer wie Wermuth gibt es auch in der SVP, zuvorderst der staatlich unterstützte Hellebardenmann!
Genau wie auf „Zackbum“. Und erst auf „IP“!
Wermuth hat zuviel Ehrgeiz. SP zurück zur Arbeiterpartei?
Verlor schon ab 1960 massiv in diesem Segment. Die Büezer
wählten lieber SAAb,Volvo oder Mercedes.
Dafür gabs Zulauf aus intellektuellen Kreisen.
Auf diesem Wege von Herzen gute Besserung für Mattea Meyer.
Sicher kann man sich wundern und ärgern, weshalb in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland die Partei der Sozialneider:Innen, Beamtetinnen und Transferempfangenden nicht abschmiert. Zu beachten ist aber der linke Kuchen als ganzer, also inklusive des Grünzeugs und was da sonst noch im Politbrack rumdümpelt. Die Verluste fahren in der Schweiz die Grünenden ein, weil das Dümmliche und Winselnde, das dort als guter Stil gilt, den Wahlvollstreckenden eher auf den Sack geht. In der Summe bleibt der Wähleranteil in etwa gleich. Das wiederum ist in Dschland ebenso; Sozen, Grünlinge und Mauerschützen-Kommunisten sind bei insgesamt 36-37% einbetoniert. Den Beton mischen hier wie dort die Staatsmedien.
Wer in einer Sozialwohnung wohnt (seinerzeitige Eigendeklaration von Bitterli), schreibt nicht solche Phrasen.
Cedric Wermuth ist angewiesen auf sein Politikerpöstli. In der Privatwirtschaft ist er am falschen Ort. Wer dermassen Fakten ignoriert und verdreht, sich völlig von der Realität abgekoppelt hat, wäre im normalen Arbeitsleben verloren.