Wundertüte Urs Gehriger

Gleich noch ein Lob. Das Trump-Groupie wendet sich enttäuscht ab.

Die Versuche, den erratischen Bewegungen des Mad Man im Weissen Haus Zweck und Sinn zu geben? Vorbei, gestrichen, abgehakt.

Es ist wie in einer Beziehung, die in die Brüche gegangen ist. Statt Lob Tadel, statt Anhimmeln Niedermachen, Enttäuschung, die schmerzt.

Aber Resultate zählen. Gehriger neu in der «Weltwoche»: «Donald Trumps Drohung mit dem «Untergang einer ganzen Zivilisation» markiert einen Tiefpunkt seiner Präsidentschaft.» Zack.

Wie das? «Die eskalierende Rhetorik ist die eines Mannes, der den Kompass verloren hat.» Bum.

Statt Loblieder auf Trump singt Gehriger nun Arien über den Iran und will damit sicherlich auch die eigene Bildung unter Beweis stellen:

«Der Iran ist der Erbe der jahrtausendealten persischen Zivilisation, einer der einflussreichsten in der Geschichte der Menschheit.
Kyros der Grosse schuf im 6. Jahrhundert v. Chr. die erste Charta der Menschenrechte.
Die Perser errichteten mit der «Königsstrasse» eines der ersten organisierten Postsysteme der Welt. Sie entwickelten antike Kühlschränke und unterirdische Bewässerungssysteme.
Iranische Gelehrte wie Avicenna prägten die europäische Medizin. Ohne Al-Chwarizmi, Begründer der Algebra, wären Blüten der heutigen Wissenschaften undenkbar.» Und so weiter, und so fort.

Aber zurück zum Objekt der enttäuschten Liebe: «Sollte er zur Tat schreiten, würde er sich ein in die Riege von Barbaren einreihen wie den Taliban, welche die Buddhas von Bamiyan in die Luft sprengten. Oder den Dschihadisten des Islamischen Staates, die im syrischen Palmyra wüteten.»

Hoppla, Trump als Barbar in der Tradition der Taliban, der Dschihadisten. Damit riskiert Gehriger aber seine nächste Einreise in die USA und seinen nächsten Besuchs in Trumps Prunkpalast Mar-a-Lago.

Wobei, aus alter Gewohnheit gibt’s dann doch noch einen halbherzigen Rettungsversuch: «Man kann versuchen, Trumps Worte umzudeuten.» Aber nach etwas schlappen Ansätzen gibt Gehriger schnell auf: «Trumps Gedankenwelt ist erratisch.» Wirklich ein Schnellmerker.

Der mit einem vernichteten Resümee endet. Trumps abbröckelnde Anhängerschar lobe die ständigen Wendungen als Regierungsform der «strategische Unsicherheit». Vergesst es, hält dem Gehriger entgegen: «Sie stiftet vor allem eines: Chaos

Da ist ZACKBUM aber gespannt, ob Gehriger in Zukunft diese Linie beibehält – oder im Sinne seines gefallenen Idols auch eine Pirouette hinlegt …

8 Kommentare
  1. Armin
    Armin sagte:

    Warum muss Gehriger «eine Linie einhalten»?
    Seine Ansichten den neuen Informationen anzupassen, halte ich für richtig, intelligent und manchmal sogar mutig.
    Was ich hingegen überhaupt nicht mag, sind unterkomplexe Schubladisierungen und Killerphrasen wie «Putinversteher» oder «Trump-Groupie» etc.

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    • Edie Brown
      Edie Brown sagte:

      Danke, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Wertungen wie „Putinversteher“ etc. sind kindisch, was aber zur heutigen infantilen Politiker- und Journalistenklasse passt.

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  2. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:

    ….verlassen das sinkende Schiff.
    Der von Bibi gesteuerte versenkt sich wohl noch selbst
    endgültig in der Strasse von Hormus.
    Würde ein aufwändiges Antsenthebungsverfahren erübrigen.

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  3. Manfred
    Manfred sagte:

    Man muss den Trump-Apologeten zugute halten, dass es ja schlicht unfassbar ist, was gerade vor unseren Augen passiert. Die Entäuschung, von der im Artikel die Rede ist, reicht weit über die Person Trump hinaus. Demokratie, Freiheit, Vertrauen in die politisch Verantwortlichen oder in das Rechtssystem – alles ist sichtbar beschädigt. Ich glaube, die Historiker des 21. Jhd. werden die Zeit vor und nach Trump unterscheiden.

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  4. Marcella Kunz
    Marcella Kunz sagte:

    Wobei auch der Maestro, wie alle andern, kein Rezept hat, wie man dieses Terrorregime beseitigt. Denn daran wird kein Weg vorbeiführen.

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  5. R. Wuest
    R. Wuest sagte:

    Sehr schön, die alten Perser haben die Post erfunden. Eine nützliche Erfindung. Aus heutiger Sicht waren sie aber auch Imperialisten, die z.B. den Griechen stark zugesetzt haben. Sie wurden übrigens in ihrer Geschichte allein durch die Mongolen zweimal fast, intellektuell vermutlich ganz ausgerottet. Abgesehen u.a. von Seuchen und Hungersnöten. Wie Griechenland mehrfach nach ihrer grossen Zeit menschenleer war und neu besiedelt wurde. Den heutigen Völkern einfach die alten Verdienste zuzuschreiben, ist billige Propaganda. Aber für Ideologen sind sicher auch die Mongolen ein Segen, verglichen mit Israel. Als Rechtsnachfolger der Mongolen könnte man China sehen, das angeblich schon immer so friedlich war.

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    • Hans-Ulrich Rösli
      Hans-Ulrich Rösli sagte:

      Nun so ganz sind die Analogien der Vergangenheit nicht von der Hand zu weisen, haben doch unsere nördlichen „Hunnen“ – Nachbarn, die Welt auch schon mindestens zweimal mit ihrer unerwiderten Liebe beglücken wollen, und das ist noch keine hundert Jahre her und die Auswirkungen sind heute noch zu spüren.

      Und Crassus, der Miethai von Rom, wollte die Parther ebenfalls einmal unterjochen, sie haben seine Gier damit bestraft, indem sie ihm flüssiges Gold in den Rachen leerten. Vielleicht sollte das eine Warnung der Geschichte sein. Eine Warnung in einer geschichtsvergessenen Welt…

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