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Wieder mal ein Zerr«spiegel»?

29. März 2026/8 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Ein Medienanwalt nimmt die «Spiegel»-Skandalstory auseinander.

Zunächst der Abbinder: Sollten die Vorwürfe gegen den Schauspieler Christian Ulmen tatsächlich zutreffen, ist er unabhängig von der Strafbarkeit seines Handelns ein mieser und widerlicher Typ.

Auf der anderen Seite zeigt auch diese «Spiegel»-Story – wie ihre Vorgänger – bei genauer Betrachtung, dass sie geschickt hochgezwirbelt wurde und mit Assoziationsketten beim Leser spielt.

In der «Berliner Zeitung» weist der Medienawalt Carsten Brennecke auf solche Propagandaelemente hin. Er ist übrigens Mitglied bei den deutschen Grünen.

Zunächst bestreitet er, dass es in Deutschland eine Verschärfung des Strafrechts brauche: «Tatsächlich sind die gegenüber Christian Ulmen geäußerten Verdachtsmomente, nämlich das Verbreiten sexuell konnotierter Deepfakes, als öffentliche Verleumdung bereits jetzt mit einer Haftstrafe von bis zu fünf Jahren bedroht. Es gibt hier also keine Strafbarkeitslücken, sondern diese sind konstruiert.»

Zur «Spiegel»-Titelstory: «Wenn man sich den Bericht genau ansieht, dann wird deutlich: Bei genauer Betrachtung ist keinesfalls klar, dass Collien Fernandes gegen Christian Ulmen überhaupt den Verdacht geäußert hat, dass dieser sexuell konnotierte Deepfakes von Fernandes hergestellt und verbreitet hat. Es scheint vielmehr so zu sein, das Magazin in seinem Bericht lediglich durch geschickte Insinuierungen und wolkige Wertungen beim Leser den Eindruck erweckt hat, dass Fernandes gegen Ulmen solche Verdachtsmomente äußere, sich das Magazin aber am Ende tatsächlich darauf zurückziehen könnte, man habe solches als Tatsache gar nicht berichtet.»

Und weiter:

«Umgekehrt bringt der Spiegel in der nachstehenden Passage versteckt zum Ausdruck, dass Ulmen die Herstellung und Verbreitung von Deepfakes bestreitet: Er habe, schrieb er, in den vergangenen zehn Jahren „leider einen sexuellen Fetisch“ entwickelt: Immer wieder habe er auf den Namen seiner Frau Fakeprofile auf sozialen Medien angemeldet, über die Accounts habe er mit Männern gechattet, geflirtet, „bis hin zum Sex-Talk“. Er habe den Gesprächspartnern Videos geschickt, die auf frei zugänglichen Pornoseiten erhältlich gewesen seien und deren Protagonistinnen seiner Frau ähnlich gesehen hätten. Man muss das wohl so verstehen, dass er solche Videos aber nicht selbst erstellt hat.»

Eine toxische Beziehung kann den oder die Beteiligte in einer Art Schockstarre halten, das ist unbestreitbar. Aber es kommen immer mehr Fragezeichen auf.

Wieso dauerte es fast ein Jahr nach dem angeblichen Geständnis von Ulmen, dass seine inzwischen Ex-Frau Fernandes Klage einreichte?

Sie behauptet, die deutsche Staatsanwaltschaft habe bei ihrer Klage das Verfahren eingestellt und nicht mal mit ihr Kontakt aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft behauptet, sie habe mehrfach brieflich um weitere Unterlagen gebeten, aber nie eine Antwort erhalten. Nur eine der beiden Versionen kann stimmen.

Die spanischen Untersuchungsbehörden sagen, dass das Verfahren vorläufig sistiert sei, weil Fernandes eine notarielle Beglaubigung nicht beigebracht habe.

Die Anwälte von Ulmen sagen, dass diverse Anschuldigungen unwahr seien, ohne das genauer zu belegen. Sie hätten auf jeden Fall rechtliche Schritte gegen den «Spiegel» eingeleitet.

Der Sänger von Rammstein konnte sich das finanziell leisten, der ehemalige Chefredaktor des «Magazin» nicht, kann es Ulmen?

Was ist davon zu halten, dass Fernandes zunächst eine Teilnahme an einer Demonstration in ihrer Sache absagt, weil sie Morddrohungen erhalten haben will – und dann doch auftritt, unter Hinweis darauf, dass sie eine schusssichere Weste trage?

Unabhängig von der absonderlichen Abscheulichkeit, wenn die Vorwürfe zutreffen: lernen die Medien nie etwas aus vergangenen, peinlichen Flops?

Sollte sich wieder einmal herausstellen, dass hier kein strafbares Verhalten vorliegt, die Unschuldsvermutung einmal mehr mit Füssen getreten wurde, wäre es dann nicht an der Zeit, neue Gesetze zu erlassen, die die Medien zu schmerzlichen Zahlungen an jemanden zwingen, dessen Ruf, Reputation und Karriere wie auch immer schwer beschädigt bis unrettbar verloren sind?

Es gibt unzulängliche Gesetze gegen Falschbeschuldigung, es gibt keine Gesetze gegen eine solche Medienhatz.

Aber vielleicht sollten der «Spiegel» und alle seine Abschreiber das hier ernst nehmen:
«… unzulässige Verdachtsberichterstattung, … von einer Übernahme einseitiger Vorwürfe Abstand nehmen».

Schlagworte: Berliner Zeitung, Carsten Brennecke, Christian Ulmen, Collien Fernandes, Deepfakes, Fakeprofile, Falschbeschuldigung, Fragen, Magazin, Medienhatz, Propaganda, Rammstein, Reputation, Schadenersatz, spiegel, Staatsanwaltschaft, toxisch
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-27-um-14.45.59.png 770 1277 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-29 05:00:562026-03-28 14:09:16Wieder mal ein Zerr«spiegel»?
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8 Kommentare
  1. Petra Hartmann
    Petra Hartmann sagte:
    29. März 2026 um 15:02

    Leseempfehlung, versierte Zusammen Fassung

    https://www.anwalt.de/rechtstipps/wenn-traenen-gesetze-machen-der-fall-fernandes-98d-stpo-und-die-gefahr-der-empoerungsgesetzgebung-267223.html

    Antworten
    • René Zeyer
      René Zeyer sagte:
      29. März 2026 um 20:49

      Empfehlenswert …

      Antworten
      • Petra Hartmann
        Petra Hartmann sagte:
        30. März 2026 um 10:00

        Wenn das Staatsfernsehen fragwürdige Gesetze einführen will. Der RA von Ulmen wurde bewusst, nicht eingeladen…

        https://www.bild.de/unterhaltung/tv-fernsehformate/collien-fernandes-fordert-bei-caren-miosga-haertere-strafen-69c930b504eeb30f4b108e1a

        Antworten
      • Wilhelm von der Hasenweide
        Wilhelm von der Hasenweide sagte:
        10. April 2026 um 10:49

        Wie wahr!
        PS Seine Meinung zur Anonymität im Netz ist ein schöner Beifang.

        Antworten
  2. Armin
    Armin sagte:
    29. März 2026 um 12:09

    Dürfen einen diese ganzen Schauspieler-Dreckgeschichten auch einfach nicht interessieren?

    Von Obelix bis Derrick: Wenn der Film gut ist, ist er gut. Was der Schauspieler vor Jahren oder Jahrzehnten «Unmoralisches» gemacht hat – oder auch nicht –, ist mir egal. Darum sollen sich ggf. die Gerichte kümmern.
    Es gibt wirklich Wichtigeres.

    Antworten
    • Guido Kirschke
      Guido Kirschke sagte:
      30. März 2026 um 9:12

      Das stimmt, aber hier geht es mehr darum, was die Auswirkungen auf die Gesetzgebung sein könnten, welche von den neusozialistischen Agitpropern nun aufgrund dieses einen Falles gefordert werden. Weiter geht es darum, dass die einschlägigen Medien, u.a. der Spiegel, schweigen, wenn es um tatsächliche Fälle von Vergewaltigungen und Misshandlungen geht, welche zu einem überproporzionalen Teil durch Migranten verschuldet werden und gerade in D seit 10 Jahren durch die Decke gehen.

      Antworten
  3. Petra Hartmann
    Petra Hartmann sagte:
    29. März 2026 um 9:05

    Die mediale Macht ist unendlich. Es ist höchste Zeit in Form von neuer Gesetze dem Herr zu werden. Es kann doch nicht sein, dass unbescholtene Betroffene, sich nur dagegen wehren können, wenn ihnen die Finanzierung dafür zur Verfügung steht.

    Als Leser hat man in der Regel keine vollständige Akteneinsicht. Es ist somit gar nicht möglich, sich ein sachbezogebes Bild zu machen. Unbescholtene werden gezielt vor verurteilt. Mutmaßliche Opfer gehen durch die Hölle.

    Sandro Brotz hat damals den Startschuss in der Causa Mansour geben. Ein verurteilter Gewalt und Sexualstraftäter wurde medial gehuldigt und zum Opfer erklärt. Die eigentlichen Opfer, blieben auf der Strecke.
    https://presserat.ch/complaints/39_2017/

    Der Ruf von Ulmen ist bereits zerstört. Egal ob er allenfalls seine Unschuld beweisen kann. Sollte er tatsächlich verurteilt werden, wird ihm die mediale vor Verurteilung im Strafmaß angerechnet werden. Und, das kann es doch auch nicht sein. Wenn solche Taten im Strafmaß gekürzt werden, weil die Medien gezielt unwahr berichtet haben.

    Antworten
  4. Peter Bitterli
    Peter Bitterli sagte:
    29. März 2026 um 7:20

    Wäre halt schön, wenn der „Spiegel“ sehr bald in der Versenkung verschwinden würde, in welcher der „Stern“ nun auch schon seit Jahrzehnten herumstinkt. Noch schöner wäre, wenn in dem ekelhaft protzigen Würfel am Hamburger Hafen, wo bislang mehrheitlich verfettete sogenannte „Redakteure“ aufgeblasen ein- und ausparadieren, nächstens nur noch die Ratten wohnen würden. Es bleibt immer noch genug an Linkspresse übrig.

    Antworten

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