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Tamedianer, fürchtet euch

19. März 2026/2 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Denn Jessica Peppel-Schulz (oder ihr plappernder Avatar) hat ein Interview gegeben.

Eigentlich braucht es Mitgefühl. Wie soll das ein aufrechter Journalist, von denen gibt es noch ein paar wenige, nur aushalten? Die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi übt sich als Terminator. Laut «Schweizer Journalist» feuert er mal so die bewährte Produktionschefin Viviane Joyce mit der Begründung, es brauche frischen Wind.

Den sollte ihr Stellvertreter, zufällig ein guter Freund von Bärtschi, dann bringen. Der kündigt stattdessen selbst. So geht gutes Management. Zudem scheint Bärtschi immer wieder darauf hinzuweisen, dass der Kündigungsstopp dann im September auslaufe. Auch das nächste Rausschmeissen wird der völlig schmerzfreie Mann mit dem verkniffenen Blick sicher als Qualitätssteigerung anpreisen.

Als wäre das nicht schwer genug zu ertragen, gibt seine Chefin Jessica Peppel-Schulz (die mit der grossen Leitungserfahrung als CEO) persoenlich.com ein Interview. Ihr, die ihr das lest, lasst alle Hoffnung fahren, wenn ihr für Tamedia arbeitet. Noch.

Erste nahtliegende Frage an die Quotenfrau: wenn die Gewinnmarge 2025 bei schlappen 3 Prozent lag, wie soll dann das Ziel von 8 bis 10 Prozent für 2026 erreicht werden? Denn wenn nicht, wird Pietro Supino sehr sauer.

Margenfreie Antwort: «Das Ziel ist ambitioniert, ich weiss – es ist aber bewusst so gesetzt, um uns zu zwingen, alte Strukturen loszulassen, auch wenn das schmerzhaft sein kann.»

Alte Strukturen loslassen, grandioser Schönsprech für: weil meine Strategie bislang nicht geklappt hat, muss halt noch mehr weggespitzt werden.

Oder gäbe es andere Möglichkeiten?

«Unsere Hebel sind klar: Erstens unsere qualitativen Inhalte, zweitens wollen wir mutige und moderne Produkte entwickeln, und drittens legen wir den Fokus auf sehr gute Beziehungen zu unseren Abonnenten. Wenn wir diese drei Hebel konsequent umsetzen, ist das Ziel erreichbar – aber nur mit grossem Engagement und klarem Fokus.»

Klare Hebel, alles klar? Nur: wo sind denn die qualitativen Inhalte, wenn selbst die «Weltwoche» online den Tagi bei den Single Visitors abtrocknet? Und wo sind denn die mutigen Produkte? Schliesslich: ist Leserverarsche mit Gaga-Interviews, Bauchnabelbetrachtungen und realitätsfernem linksgrünem Gedöns Ausdruck von guten Beziehungen?

Aber Nick Lüthi führt halt auch gerne Wohlfühlinterviews und verzichtet auf kritische Nachfragen. Also kommt noch jede Menge Gedöns hinterher:

«Diese Fokussierung auf unsere Kernmarken bedeutet nicht, dass unsere weiteren Titel weniger wichtig wären – im Gegenteil.» Kicher. «Unsere Strategie ist es, diese Stärken gezielt weiter auszubauen.» Gröl. «Wir befinden uns in einer Phase der Transformation», schenkelklopf.

Noch ein Heuler: «Unser Fokus liegt dabei klar darauf, unsere publizistische Leistungsfähigkeit zu sichern und gleichzeitig effizienter zu werden.» Und dann Breaking News: «Dieses Geschäftsmodell verschiebt sich gerade fundamental – weg von Print, hin zu Digital.» Wer das ohne rot zu werden noch im März 2026 sagt, dem ist eigentlich nicht mehr zu helfen.

Und bevor der ZACKBUM-Leser abklopft und um Gnade winselt, nur noch einen Abschiedsschwurbel zum Schönsaufen: «Alles, was uns publizistisch unterscheidet – also Recherche, Einordnung, lokale Nähe, starke Persönlichkeiten – das stärken wir gezielt.»

Denn völlig verfehlt wäre die Strategie, das gezielt zu schwächen. Durch demotivierendes ständiges Rausschmeissen zum Beispiel.

Nein, der hier muss noch sein, auch wenn’s weh tut: «Mein Ziel ist es – und das sage ich jetzt auch als Mutter von drei Kindern –, dass wir als Tamedia eine führende Rolle in dieser grossen Transformation einnehmen können.»

ZACKBUMs Ziel wäre, dass sich diese Mutter mehr um ihre drei Kinder und weniger um Tamedia kümmern würde. Das wäre eine Wohltat für alle.

So, dann hoch die Flaschen, anders ist das Leben im Glashaus an der Werdstrasse nicht mehr zu ertragen.

Schlagworte: Blabla, Jessica Peppel-Schulz, Nick Lüthi, Pietro Supino, Rausschmeissen, Simon Bärtschi, Viviane Joyce, Weltwoche
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/03/Bildschirmfoto-2026-03-18-um-22.46.32.png 842 1323 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-03-19 05:00:372026-03-19 07:09:44Tamedianer, fürchtet euch
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2 Kommentare
  1. Armin
    Armin sagte:
    19. März 2026 um 9:47

    Als zweifacher Familienvater, Brillenträger, gelegentlicher NZZ-Leser und Hundefreund sage ich: Ja, die Zukunft ist digital. Vielleicht liegt sie sogar in der KI.
    Die KI kann mühelos seitenweise hochkarätiges Marketing-Geschwurbel produzieren, was wiederum ganz neue Rationalisierungsmöglichkeiten eröffnet.

    Antworten
    • Hansi
      Hansi sagte:
      21. März 2026 um 1:30

      100 pro…

      Antworten

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