Tamedia-Leser sind Masochisten

Oder sagten wir das schon? Diesmal wieder: quälen mit Sophie Passmann.

Aleksandra Hiltmann, eine der Rädelsführerinnen der erregten 78 Tagi-Frauen, die belegfrei behaupteten, sexistisch missbraucht worden zu sein, findet Sophie Passmann überhaupt nicht gut. Warum? Schwer zu verstehen, ZACKBUM hat’s trotzdem versucht.

Der «Teil der Strategischen Content Planung von Tamedia» Annik Hosmann «schreibt im Ressort Leben schwerpunktmässig über Kunst.» Ihr Gefälligkeit- und Wohlfühlinterview mit Sophie Passmann ist keine.

Zu der Dame sollte man wissen, dass sie eigentlich kaum etwas auslässt, um attention zu generieren. Sie labert über «alte, weisse Männer», enthüllt ihr Innenleben (leidet unter Depressionen, einer bipolaren Störung, hatte Essstörungen, steht zu ihren Schönheitsoperationen und dem neuerdings blond gefärbten Haar);  zudem produziert sie munter Quotenflops.

Nun hat sie mal wieder ein Buch geschrieben und giert besonders nach Öffentlichkeit. Man muss allerdings die Behauptung von Hosmann, ihr Interview sei «so polarisierend wie unterhaltsam», als Lesertäuschung zurückweisen. Es ist höchstens paralysierend und unterirdisch.

Vor allem aber ist es wieder einmal die langweiligste Form des Interviews; zwei Gleichgesinnte liegen sich verbal in den Armen, während der gequälte Leser wegschnarcht – oder noch besser weiterscrollt.

Aber eben, die Berichterstatterpflicht. Schon die erste Antwort riecht nach ungewaschenen Socken an eingeschlafenen Füssen. Was will man auf diese Frage auch schon Intelligentes sagen: «Was ist der Unterschied zwischen Frauen und Männern im Internet?»

Passmann rumpelt los: «Wir alle haben antrainiert bekommen, dass Frauen uns immer ein bisschen gehören. Dass wir Kontrolle über sie haben, gerade über Frauen in der Öffentlichkeit, indem wir sie darauf hinweisen, wenn sie – fremde Frauen – etwas getan haben, was uns nicht gefällt oder unserem individuellen Anspruch nicht genügt.»

Hä? Gerne hätte ZACKBUM Kontrolle über Hosmann, aber das ist halt auch nur so eine Männerfantasie.

Mangels Kontrolle lässt Hosmann das blonde Nichts weiter labern: «Mir wird oft Oberflächlichkeit vorgeworfen, etwa weil ich meine Haare blond gefärbt habe. Es wird so getan, als hätte ich noch nie ein Buch geschrieben.» Ach was. Noch mehr Erkenntnisse, die man lieber nicht wissen möchte? «Gleichzeitig ist es natürlich lustig, dass die Männer, für die ich vor drei Jahren noch viel zu streitlustig und verkopft war, mich jetzt für eine dumme Bumsbiene halten.»

Öhm, dann doch lieber Verkopftes: «Es gibt also eine leichte Selbstermächtigung, indem man sich selbst mehr erlaubt, als einem eigentlich erlaubt werden sollte. Die andere Seite ist aber nicht ganz so spielerisch und harmlos: Man hat in der Gesellschaft, die Frauen ohnmächtig sehen möchte, eine kurzzeitige Lebenserleichterung, wenn man sich selbst in so eine ohnmächtige Position bringt

Hä? Vielleicht doch lieber Oberflächliches. «Damit einher geht ein veränderter Popfeminismus: von der Girlboss-Mentalität hin zu einem Feminismus, der bedeutet, dass eine Frau alles machen darf – auch wenn das bedeutet, dass ich zufälligerweise jeden Abend meinem Mann, von dem ich finanziell abhängig bin, das Essen kochen möchte

Hä? Muss man da als Mann wieder einmal vor dem Rätsel Frau kapitulieren? Oder wäre es sexistisch zu sagen, dass hier jemand ungebremst und ungehemmt Stuss erzählt? Die Interviewerin auf der ganzen Linie versagt hat?

Zudem Inneinsichten publiziert, die man auch nicht wissen möchte: «Ich habe lange in der Therapie darüber reden müssen, um zu verstehen: Mir fehlt das Gefühl der Genugtuung. Mich belastete es, wenn Leute mir oder anderen Personen im Internet etwas total Böses schreiben

Hä? Also als Beweis, dass sich ZACKBUM wirklich bis zum Ende durchgekämpft hat, die letzte Frage und die allerletzte Antwort darauf:

«Es gibt im Buch immer wieder Fragelisten, etwa: Was hat sie machen lassen? Sind das ihre echten Haare? Wie sind die so schnell gewachsen? Ging es Ihnen darum, den Leserinnen den Spiegel vorzuhalten?
Das sind Fragen, die ich selber im Buch nicht beantwortet weiss. Ich wollte die Leerstellen markieren, die auch die Essays haben. Und es sind Fragen, von denen ich behaupten würde, dass viele Frauen sie sich insgeheim stellen, obwohl sie manchmal empörend oder unverschämt sind

ZACKBUM weiss wieder einmal nicht die Frage zu beantworten, wieso es bei Tamedia null, aber null Qualitätskontrolle oder Rücksichtnahme auf den Leser gibt.

9 Kommentare
  1. Lukas Hellinger
    Lukas Hellinger sagte:

    „Verstiegen“ passte wohl besser als „verkopft“. Die unintelligentesten bleiben jene, die sich für intelligent halten und gerne Bildung, Lesen und Bücherschreiben mit Gehirnkapazität durcheinander bringen und Zeyer gehört mit seinen Rundumschlägen zur Gruppe Passmann. Hätte nich nie jemand Intelligentes sich für intelligent gehalten haben sehen und Zeyer hält sich für sehr intelligent. Wie Passmann.

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  2. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:

    Wenn Feministin ein Buch von einer Feministin loben kann man davon ausgehen das es Schrott ist. Der TA als Buchladen nur noch lächerlich!

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  3. Manfred
    Manfred sagte:

    Der Begriff ’strategische Content-Planung‘ deutet es an: hier geht es um zielgruppenspezifisches Marketing und Zackbum ist eben nicht Teil dieser Zielgruppe.

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  4. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr sagte:

    Man muss veröffentlichen was man hat, Qualität hin oder her. Es bleibt dem Leser überlassen den Müll zu sortieren.

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