Zurück zur Barbarei
Israel und die USA bombardieren den Iran. Willige Helfershelfer in den Medien und in der Politik applaudieren verantwortungslos.
Dieser Text ist am 28. Februar auf «Inside Paradeplatz» erschienen. Er scheint gut gealtert zu sein …
Es gibt drei Arten von Bösewichten auf der Welt. Solche mit Atombomben wie Nordkorea oder Russland. Solche ohne Nuklearwaffen wie Venezuela oder Kuba.
Solche, die zwar widerwärtige Massenmörder sind, aber im Sudan oder in Äthiopien wüten können, weil das niemanden interessiert.
Und dann gibt es den Iran. Der vereint genügend Eigenschaften, um zum nächsten Ziel eines militärischen Angriffs zu werden.
Die Mullahs hätten «so viel auf dem Kerbholz, dass ein Angriff legitim wäre», behauptete Welterklärer Eric Gujer in der NZZ noch vor dem Angriff. Meist weniger elegant formuliert applaudieren auch viele andere dieser klar völkerrechtswidrigen Aktion.
Die gleichen, die sich über die Untaten der russischen Regierung in der Ukraine nicht einkriegen.
Dabei sind die untauglichen Begründungen für diesen Rückfall in waffenklirrende Machtpolitik deckungsgleich. Gefährdung der eigenen Sicherheit, barbarische Massnahmen der Machthaber, ergänzt um Dekadenz, Korruption und Wirtschaftskrise.
Die Enthauptung der Führungsspitze Venezuelas hatte einen Nachfolgeplan; in der Nummer zwei des Regimes fanden die USA eine willige Verräterin, die willfährig die Interessen der mächtigsten Militärmacht der Welt bedient.
Nach der Devise: ab jetzt teilen wir uns die Beute und die USA kriegen das grösste Stück, während allen Beteiligten die venezolanische Bevölkerung völlig egal ist.
Was aber ist der Plan beim Iran? Abgesehen davon, dass das Mullah-Regime in grossen Teilen der Bevölkerung abgewirtschaftet hat und sich nur mit blutiger Unterdrückung gegen Forderungen nach seiner Absetzung wehren kann.
Aber auf der anderen Seite verfügen die Ayatollen mit den sogenannten Revolutionswächtern über einen harten Kern gut ausgebildeter Kämpfer, die vielleicht aus religiösem Fanatismus, sicherlich aber aus dem Interesse, ihre Pfründe zu verteidigen, erbitterten Widerstand leisten werden.
Wie soll es also gelingen, im Iran einen Umsturz herbeizubomben? Sollte es überhaupt möglich sein, die wichtigsten Zentren in eine Ruinenlandschaft wie im Gazastreifen zu verwandeln? Was die Fanatiker der Hamas nicht davon abhielt, trotz Zehntausenden ziviler Opfer weiterzukämpfen.
Auch die Tötung fast all ihrer Anführer vermochte daran nichts zu ändern.
Zudem verfügt der Iran über ganz andere militärische Möglichkeiten, alleine schon über ein ganzes Arsenal von Kurz- und Mittelstreckenraketen, mit denen er Israel und US-Militärbasen angreifen wird.
Kommt es zu einem Volksaufstand? US-Präsident Trump forderte die Iraner schon vor Wochen auf, die Macht zu übernehmen. Und schaute dann zu, wie die Aufständischen massakriert wurden.
Und die Unterstützung eines Invasoren trifft niemals auf den gleichen Rückhalt wie der interne Versuch, ein Verbrecherregime loszuwerden.
Was also wäre der Plan für danach? Selbst in der doch kühnen Annahme, dass es durch Luftschläge und eine überschaubare Invasion gelingen könnte, das Mullah-Regime mitsamt dem greisen und grausamen Führer Chamenei zu stürzen: und dann?
Selbst die viel organisierter Opposition in Venezuela schaffte es nicht, das unfähige Regime um Präsident Maduro zu gefährden, geschweige denn, zu stürzen. Der Wechsel gelang nur, weil er bislang keiner ist. Die gleiche korrupte Machtelite ist dort weiterhin omnipräsent.
Im Iran gibt es nicht mal einen erkennbaren Oppositionsführer. Der Sohn des Schah, dessen brutales Unrechtsregime so gerne mit dem Weichzeichner verklärt wird, kann’s ja nicht sein. Wer sonst? Oder wird der Iran den Weg des Irak, von Libyen oder Syrien gehen? Zersplittern in von Clans und Warlords beherrschten Gebieten, wo der Verkauf von Rohstoffen genug Geld in die Kassen spült, um diese Schreckensherrschaften aufrecht zu erhalten?
Oder sollte man dem grossen Disruptor Trump, der seine Ansichten und Absichten schneller wechselt als seine Krawatten, für ein Mal einen Plan zutrauen?
Alles ungewiss, alles unvorhersehbar. Nur eine Gewissheit gibt es: international sind die Zeiten der Barbarei zurück. Wer überlegene militärische Macht hat, setzt sie rücksichtslos ein. Begründungen finden sich immer.
Dummköpfe, die sie glauben, ebenfalls.











Endlich hat es jemand gewagt, diesem Schurkenstaat ein Ende zu setzen. Herr Zeyer, sie fabulieren ständig von Völkerrecht und so Sachen, aber diese bärtigen Gauner erschiessen Tausende oder stecken noch mehr ins Gefängnis. Sie bedrohen den ganzen vorderen Orient. Die iranische Diaspora jubelt und hofft, dass der Umschwung gelingen möge.
Die Gauner (Verbrecher) ohne Bärte machen es nicht unter 100’000 oder Millionen.
Tragen Sie Bart Herr Weilenmann oder haben Sie immer noch das Gefühl, wir stünden auf der gerechten, weniger blutigen, räuberischen und perversen Seite???
Oder lesen Sie nur NZZ und schauen SRF?
Die Mullahs hätten so viel…
das hört die Linke,
Die Mullaha haben so viel…
das spüren die Iraner.
Seit 40 Jahren verarschen diese Verblendeten jeden der blind, naiv oder einfach blöd ist.
Danke für die klaren Worte, Herr Zeyer.
„Der Krieg ist seinem Wesen nach ein Übel. Seine Auswirkungen sind nicht allein auf die kriegführenden Staaten beschränkt, sondern treffen die ganze Welt. Die Entfesselung eines Angriffskrieges ist daher nicht bloß ein internationales Verbrechen; es ist das schwerste internationale Verbrechen, das sich von anderen Kriegsverbrechen nur dadurch unterscheidet, daß es in sich alle Schrecken der anderen Verbrechen einschließt und anhäuft.“ (aus dem Urteil des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg (1946)).
Dazu Bundeskanzler Merz im Oval Office: „We are on the same page in terms of getting this terrible regime in Tehran away.“
Vielleicht sollte man die 30‘000 toten Demonstranten nicht vergessen, die kürzlich von diesem Terror-Regime auf barbarische Art und Weise liquidiert wurden. Und die vielen Tausenden zuvor. Wenn der Hass auf Trump und Israel soweit geht, dass man sich mit allem verbündet was nicht auf deren Linie ist, wirds dann ein bisschen gar durchschaubar.
Na dann ist ja gut, werden die Iraner jetzt befreit…
Nichts Genaues weiss man nicht.
Die IS/USA-Koalition hat sich wohl verrechnet. Die Iraner
haben von der Réduit-Strategie gelernt. Wüstensand kann
härter sein als Gotthard-Granit!
Mann, und ich dachte schon, der Text („das Stück“) sei vom Wermuth. Oder vielleicht von Joe Lang, gut gealtert. Naja, jedenfalls habe ich die Botschaft jetzt endlich begriffen.