Bli-Blü-Blick

Die Zwischenbilanz ist durchzogen.

Unbestreitbar hat die nicht immer so glückliche «Blick»-Familie seit dem Antritt von Rolf Cavalli und Reza Rafi an Biss und Bedeutung gewonnen. Das lässt beinahe vergessen, wie übel Christian Dorer abserviert wurde. Offenbar ist der Einfluss der Dame mit der extrabreiten Visitenkarte inzwischen etwas geschrumpft.

Verschwunden ist auch das Regenrohr im Logo, das Bauklötzchen-Visual und die Schnapsidee, die Boulevardblätter weiblicher zu machen, sie zu enteiern. Das kostete alles Unsummen und viele Leser.

Nun geht’s also gelegentlich wieder munter zur Sache. Allerdings hat die Mannschaft in der Hölle des Newsrooms mit vielen Häuptlingen und nicht so vielen Indianern doch immer noch gelegentlich Schwächeanfälle.

Die äussern sich in solchen Meldungen:

Abgesehen von «who cares», wie Schawi sagen würde: hier handelt es sich um eine Bild-Text-Schere. Denn auf dem Foto sieht man nicht den neuen, sondern einen alten Look …

Hier fragt man sich, wie viele Gratis-Essen es dafür gab:

«Blick» als Immobilienanzeiger, wieso nicht.

Nun kommen wir zum Thema Sex. Der beliebte regelmässige Sex-Ratgeber fiel ja auch der Verweichlichung, Pardon, der Verweiblichung zum Opfer. Also wird nun nur noch ab und an beraten. Hier nimmt sich «Blick» eines Themas an, das den meisten Schweizern auf den Nägeln brennt:

Um alle Leser zu beruhigen, die ihre Cousine oder ihren Cousin schon mal begehrlich anblickten: keine Sorge, der Sex selbst ist völlig ungefährlich. Höchstens bei möglichen Folgen könnte es genetisch bedingt ein leicht erhöhtes Risiko für Erkrankungen der Leibesfrucht geben. Und nebenbei: aha, Sex mit der Cousine, typische Männerperspektive, ihr alten Sexisten.

Aber der «Blick» hat auch Inhaltsschwangeres:

Nur gibt es hier drei Anmerkungen zu machen. Zum einen ist es hinter der Bezahlschranke «Blick+» verstaut. Auch so eine Idee, die nicht funktioniert, aber nicht aufgegeben wird, weil das auch von der Dame mit der extrabreiten Visitenkarte verantwortet wird. Und zweitens ist die Story von Holger Alich, und der arbeitet für die «Handelszeitung», von wo das Stück übernommen wurde.

Und drittens dürften knapp 11’000 A darüber, ob es den Anwälten der Angeschuldigten gelingt, die Staatsanwaltschaft für befangen erklären zu lassen, den normalen «Blick»-Leser sowohl thematisch wie inhaltlich überfordern.

Dann ein Beitrag zum Thema «fällt dir gar nichts ein, hau dem Andy eine rein»:

Dann ein Ausflug in die weite Welt des Dramas und des Wahnsinns:

Eine Polin stirbt auf Bali an Mangelernährung. Das muss auch in der Schweiz wie eine Bombe einschlagen.

Und das hier in Grindelwald:

Aber, schluchz, auch diese Bombenstory steckt hinter der Bezahlschranke. Also erfahren nur sehr wenige Leser, wieso Peter Roth nicht wirklich geliebt wird: «Peter Roth (60) ist der vielleicht meistgehasste Mann von Grindelwald BE. Und er ist stolz darauf. Seit Jahrzehnten geht er gegen Behörden und Bauherren vor, die beim Umbau ihrer Ställe und Maiensässe zu weit gehen.»

Aber zurück zur leichten Muse, zur ganz leichten, zur seichten:

Ein Beitrag zu: war die nicht mal, und diese Stimme wie eine Kreissäge, und seither ist eigentlich nichts mehr.

Und das hier sollte Schoggi gratis bis zum Abwinken geben:

Und zum Schluss noch eine gute Nachricht für die Besitzer von fetten oder grossen Hunden:

Also, meine Herren, erste Schritte sind gemacht, aber es bleibt noch einiges zu tun. Vor allem sollten weitere Umbauarbeiten hier anfangen:

Dagegen war selbst das Baukästchen-Logo mit Regenrohr noch einigermassen schick … Oder wieso nicht gleich back to the roots:

Oder, das meint die KI nach kurzem Nachdenken, das wäre doch auch ein Knaller:

Nur so als Idee, gern geschehen. Bevor wieder ein Haufen Geld für einen überschätzten AD ausgegeben wird …

1 Antwort
  1. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr sagte:

    Also im Migros-Restaurant sind die Alten immer noch hinter dem Blick her. Wie lange es geht bis die ausgestorben sind weiss ich nicht. Online scheint der Blick um jeden Klick zu ringen. Grosse Bilder mit versteckter Werbung ohne Deklaration. Heute zum Beispiel der Darmkrebs. Und dann plötzlich, «Präsentiert von…». Machen die das absichtlich und warten bis jemand reklamiert und sagen dann einfach «sorry»? Oder ist das einfach Schludrigkeit? Schon mehrfach ist mir das aufgefallen. Da man diesen «Reportagen» die Werbung schon von weitem ansieht stört es mich nicht. Ich mache mir nur Gedanken über die Journalisten. Den Berufsstolz und mit welchen Gefühl die nach Hause gehen.

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