So nebenbei
Macht anfänglich immerhin in deutschen Medien die Runde. In der Schweiz: so nebenbei.

Das sind die Kollateralschäden, über die begeisterte Anhänger von völkerrechtswidrigen Angriffen so gerne hinwegsehen. Das Repertoire ihrer Argumente ist so überschaubar wie widerlich.
Das erste Argument, naheliegend: dabei handelt es sich um Regierungspropaganda des Regimes in Teheran. Das war auch ein beliebtes Argument, der israealischen Regierung, wenn sie abstritt, im Gazastreifen Kriegsverbrechen begangen und Zehntausende von Zivilisten getötet zu haben. Dazu gezielt mehr als hundert Journalisten.
Als die Aufmerksamkeit nachliess, schob dann das Militär nach, dass die von der Hamas genannten Zahlen durchaus realistisch seien. Während die Anzahl Tote in Wirklichkeit noch viel höher war.
Also ist doch auch dieser angebliche Angriff auf eine Mädchenschule in Minab im Süden Irans Fake News. Dass dabei mehr nach neusten Erkenntnissen mehr als 100 Menschen getötet und mehr als 60 verletzt worden seien, das kann man doch schnell behaupten.
Das gilt doch auch für den 12-tägigen Bombenangriff auf den Iran im Juni 2025, bei dem angeblich Tausende von Zivilisten getötet oder verletzt worden seien.
Zweites Argument: alles in Zweifel ziehen. Mädchenschule? Gibt es so etwas überhaupt im fundamental-islamischen Iran? Und selbst wenn, könnte es nicht sein, dass darunter eine Uranaufbreitungsanlage versteckt war? Oder ein Waffenlager?
Drittes Argument: selbst wenn es zutrifft, dass es sich um eine Mädchenschule handelte, es kein militärisches Ziel war und es viele Opfer gab – nun ja, das sind halt Kollateralschäden, die sich nie vermeiden lassen. Die muss man aber um das höhere Ziel willen in Kauf nehmen.
Denn diese armen Mädchen wären sonst in einem mittelalterlichen, fundamentalmuslimischen Land aufgewachsen, wären von den Revolutionswächtern schikaniert worden, wenn sie es wagten, unverschleiert und ohne männliche Schutzbegleitung auf die Strasse zu gehen.
Wären sogar vielleicht getötet worden, was in diesem barbarischen Regime durchaus immer wieder vorkommt.
Statt das alles erleben zu müssen, ist es vielleicht gnadenvoller, das eben nicht erleben zu müssen.
Viertes Argument: das wird niemals öffentlich verwendet oder auch nur angedeutet. Aber gerne gedacht und zur Besänftigung des Gewissens verwendet. Ein iranisches Leben, ebenso wie ein palästinensisches, sudanesisches oder irgend ein Leben in all den vielen Shitholes, wie der US-Präsident diese Länder zu bezeichnen pflegt, ist doch eigentlich nichts wert.
Oder zumindest nicht so viel wie ein US-amerikanisches, europäisches, ukrainisches, israelisches, schweizerisches Leben.
Hinter der durchsichtigen Fassade von Bekenntnissen zur Unverletzlichkeit jedes menschlichen Lebens ist das doch nackte Realität.











Was müffelt hier so säuerlich? Angstschweiss? Der Schaum vor dem Mund? Das Sekretchen, das durch krampfhaftes Verklemmen böser Invektiven gegen Andersdenkende freigesetzt wird? Sagen wir einfach: Moralin. Eine üble Tinktur. Sie kann einen dazu treiben, eine Spiegelfechterei in vier Akten zu veranstalten. Ob die Luft anschliessend reiner ist?
Leider die traurige Wahrheit.
Es dürfte nicht entgangen sein, Schulen werden gerne als Kommandoposten missbraucht. Möchten sie Fotos davon?
Und möchten sie gerne etwas über nackte Realitäten erfahren, fragen sie meine Schwiegereltern oder meine Frau. Es ist einfach in der warmen Stube über den Winter zu schreiben.
Oder in den Worten von Kurt Pelda: Das Krebsgeschwür im Iran muss weg