Haut den Urbaniok
Kriminelle Ausländer. Da dreht der woke Journalist im roten Bereich und braucht Hilfe von oben.
Alleine der Absender war schon verdächtig: bei einer Rede vor der UNO nahm US-Präsident Donald Trump die Schweiz als Beispiel für die schädlichen Folgen der Migration:

Der «Blick» lief zu mathematischen Höchstformen auf. Er behauptete kurz gefasst: eine richtige Zahl ist falsch. Wie das? Nun, mit etwas abenteuerlicher Zahlenakrobatik geht das.
Auch Sabrina Bundi von Tamedia fand neben einer Story über den Wechsel von Winzern von Trauben zu Oliven noch Zeit, sich den blondgefärbten Amok zur Brust zu nehmen: «Experte ordnet ein: Trump redet von «72 Prozent Ausländern» in Schweizer Gefängnissen – hat er recht?»
Einordnen ist immer gut, Experte ist natürlich noch besser. Auch Bundi muss zunächst einräumen, dass die Zahl, knirsch, stimmt. Damit ist der «Faktencheck» eigentlich auch schon beendet. Denn nun darf der Experte wunschgemäss diverse Gründe anführen, wieso das so ist – und wieso Trump mit der Zahl zwar recht hat, daraus aber dennoch nicht geschlossen werden darf, dass Ausländer krimineller als Schweizer seien. Also im Prinzip und überhaupt.
Das war Ende September letzten Jahres. Problem erledigt? Aber nein, da kam doch der Experte Frank Urbaniok, der sich beim Thema Kriminalität wie kein Zweiter auskennt, auf die freche Idee, ein Buch zu schreiben, indem er unwiderlegbar nachweist, dass die Ausländerkriminalität – Sauerei auch – um bis zu 120 mal höher ist als die Durchschnittskriminalität der Eidgenossen.
Das sorgte für rote Köpfe in der Gesinnungsblase, vor allem bei Tamedia. Aber die armen Kämpfer für die richtige Interpretation von falschen Zahlen, ähm, von richtigen Zahlen, die man aber falsch verstehen muss, ähm, also von falschen Zahlen, sack nochmal, also von im Prinzip richtigen Zahlen, die aber von Rechtspopulisten, räusper, also gut, ZACKBUM gibt auf.
Es gibt inzwischen einen neuen Triggerpunkt und die Gesinnungsblase bläst wieder die Backen auf. Den setzt ausgerechnet die FDP. Die habe nämlich in einem Positionspapier «ihr Wahlkampfthema für das kommende Jahr festgelegt: Ausländerkriminalität», weiss Daniel Winkler. Der ist im Hauptberuf reformierter Pfarrer, schüttet aber im Kopfblattsalat von Tamedia seine falsch verstandene Nächstenliebe aus («Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen; sondern wenn dich jemand auf deine rechte Backe schlägt, dem biete die andere auch dar.» Jesus).
Auch er stellt im Titel die Frage: «Sind Ausländer krimineller als Schweizer?» Aber statt sie mit einem korrekten Ja zu beantworten, gerät er sofort ins Schwiemeln und Schwurbeln: «Die Kriminalstatistik verleitet zu simplen Schlüssen. Nötig sind nicht pauschale Schuldzuweisungen, sondern soziale Massnahmen.»
Das ist doch mal eine klare Antwort auf eine simple Frage. Oder doch nicht. Nun, Anlass für die Philippika des Pfarrers ist das Positionspapier der FDP über Ausländerkriminalität. Da muss er zuerst das richtige Umfeld schaffen.
Erste Arbeit im Weinberg des Herrn: «Es ist ein Thema, das seit Jahren von der grössten Partei der Schweiz, der SVP, konsequent und erfolgreich bewirtschaftet wird.» Also reine Kopisten, diese FDPler.
Zweite Arbeit: Aber wer ist denn daran Schuld, sozusagen der Gehörnte mit den gespaltenen Hufen und dem Schwefelgeruch? Der war doch auch mal ein Engel, bevor er fiel. Genau wie der hier: «Als Einflüsterer dient der FDP der renommierte forensische Psychiater Frank Urbaniok. Mit seinem Buch «Schattenseiten der Migration» hat er es sich – wie es scheint – zur Lebensaufgabe gemacht, bestimmte Staatsangehörige auf vermeintliche kulturelle Defizite zu reduzieren. Seit Monaten missioniert er mit seinem Buch durch ganz Europa.»
Einflüsterer, Lebensaufgabe, vermeintlich, reduzieren, missioniert mit seiner falschen Lehre in ganz Europa, pfui Teufel. Dem stellt Winkler ein tapferes «vade, Satana», entgegen, geh weg von mir, Satan.
Dann zitiert Winkler den «Strafvollzugsexperten Benjamin F. Brägger», der ein paar Bücher über den Strafvollzug publiziert hat und den bereits Bundi in ihrer Gegenschreibe auf Trump zu Hilfe bat.
Der sieht die Sache natürlich richtig, also in Winklers Sinn. Der andere hingegen, nun ja: «Was Frank Urbanoik ausblendet», dieses demagogische Schlitzohr. Auch Winkler muss zunächst einräumen: «Es lässt sich nicht bestreiten: Ausländer sind in der Kriminalstatistik übervertreten.» Knirsch. Dann kommt auch er natürlich zum grossen Aber: «Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass nicht die Nationalität entscheidend ist, sondern bestimmte Risikofaktoren.»
Die Studien sind so zahlreich, dass Winkler darauf verzichtet, auch nur eine zu erwähnen. Dafür, nimm das, du Blender, du Ausblender: «Vier Kriterien erhöhen die Wahrscheinlichkeit, straffällig zu werden: Geschlecht, Alter, sozioökonomischer Status und Bildungsniveau. Auch wenn Urbaniok diese Faktoren weitgehend ausblendet – sie sind zentral.»
Damit kann man aber die weit überproportionale Zahl von ausländischen Straftätern und Gefängnisinsassen nicht wegbeten. Also was tun? Zum einen der Kampf gegen die «Mär, dass Ausländer grundsätzlich krimineller als Schweizer seien!» Sie sind es nämlich nicht grundsätzlich. Nur faktisch.
Wie streichelt man das nun weg? Richtig, mit Nächstenliebe natürlich. Es brauche keine «pauschalen Schuldzuweisungen, sondern soziale Massnahmen, verstärkte Bildungsanstrengungen und verbesserte Integrationsangebote. Wo Menschen Freundlichkeit und Offenheit erfahren, wächst Vertrauen – und wird das Gute in ihnen geweckt.»
Das möchte ZACKBUM sehen, wie Pfarrer Winkler osteuropäische Diebesbanden oder nordafrikanische Kriminaltouristen Freundlichkeit und Offenheit erfahren lässt – worauf sie fromm und bekehrt in ihre Länder zurückkehren und auch dort das Evangelium verkünden.
Darf inzwischen wirklich jeder Schwachsinn bei Tamedia erscheinen? Darf dort ein renommierter Fachmann wie Urbaniok so angerempelt werden, nur weil dessen Expertise nicht in den Kram passt?
Was für eine Verelendung. Oder sagten wir das schon?











In den USA sitzen 1,8 Millionen Menschen im Knast. Dabei sind Schwarze rund sechsmal häufiger, als Weisse (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1124600/umfrage/inhaftierte-in-den-usa-nach-ethnie/). Nach der Logik, die hier verwendet wird, sind also Schwarze krimineller als Weisse. Welche Schlussfolgerung ist daraus zu ziehen?
Ähm, Schwarze sind in Wirklichkeit sechsmal mehr diskriminiert als Weisse?
Nein. Dass nicht jedes Merkmal, das beobachtbar ist und einen signifikanten Unterschied ausmacht, als Ursache sinnvoll ist.
Verstehe ich nicht…
Die linken und grünen Antidemokraten haben eine griffige Methode gefunden, um die Zahlen zu schönen: Masseneinbürgerung, am liebsten vom ersten Tag an …
Auch Pfarrer, sowohl staats- wie freikirchlicher Richtung,
haben oft ganz schlechte Bibelkenntnisse.
In allererster Linie geht es dort nämlich um die Wahrheit!
Als ob ein Buchstabendreher wichtiger als der Inhalt wäre.
Ich habe mir letzte Woche ein Hörspiel aus den 1960er-Jahren auf YouTube angehört: „1984“. Es ist beunruhigend, wie wenig davon nach Vergangenheit klingt.
Gut, dass Sie ein wenig Grundlagenbildung nachholen. Sicher, das geht auch via Readers-Digest-Hörspielfassung aus den Sechzigern.
Aber wer um Himmels Willen hat behauptet, dass ein Buchstabendreher wichtiger als der Inhalt sei?
Bitterli, sie sind bloss ein frecher alter Mann. Sie tun mir nicht leid.
Im Titel: Urbanoik.
Im Text (korrekt): Urbaniok.
Knirsch. Die Abteilung Namens-Check wurde fristlos entlassen.
Guten Morgen, Herr Zeyer, mit dem freundlichen Hinweis auf einen Buchstabendreher im Titel. Schönes Wochenende!