Wenn die «Republik» die Welt nicht versteht
Das reine Eingeständnis wäre wunderbar. Aber …
«Republik»-Gewächs Dennis Bühler ist selbst ein begnadeter Verschwörungstheoretiker. So verstieg er sich (mit anderen) beim Skandal um die Zürcher Herzklinik zu einer Philippika gegen den Whistleblower, der die tödlichen Implantate zuerst intern, dann öffentlich anprangerte.
ZACKBUM schrieb damals, «das Schmierenblatt hatte eine ganze Trilogie auf die «Zürcher Herzkrise» gegossen; insgesamt über 134’000 A Halbgares und Halbwahres und Angefüttertes. Dafür wurde die «Republik» dann unter anderem vom Presserat gerügt und musste knirschend eine Gegendarstellung des «Tages-Anzeigers» abdrucken – eine der Keimzellen einer späteren Racheserie gegen Tamedia.» Es «recherchierten» Philipp Albrecht, Dennis Bühler und Brigitte Hürlimann.
Daher fühlt sich Bühler offenbar dem Urheber der Bargeld-Initiative Richard Koller und seinen Mitstreitern irgendwie seelenverwandt.
Aber sozusagen als spiegelbildliches Gegenteil, denn: «Mit ihrer Initiative unterstellen sie, es gebe geheime Bestrebungen, Münzen und Noten abzuschaffen. Obwohl es dafür keinen Beleg gibt, und obwohl der Bundesrat sowie hohe Vertreterinnen der Nationalbank das Gegenteil beteuern. Es ist nicht die erste Initiative, mit der diese Kreise Zweifel und Zwietracht säen, und es wird nicht die letzte sein.»
Auf für die «Republik» völlig unüblichen schlappen 5666 A macht Bühler hinter dem Initiativkomitee ein Sammelsurium von finsteren und fragwürdigen Gestalten aus:
«Zweitunterzeichner der Bargeldinitiative ist Christian Oesch, Gründer des Vereins WIR, Klimawandel-Leugner und Anhänger zahlreicher Verschwörungstheorien – ein Mann, der in unzähligen Berichten von «Globalisten», «Plandemie» und «Great Reset» schwadroniert und der dem rechtspopulistischen österreichischen TV-Sender Auf1 nach eigenen Angaben als Schweizkorrespondent dient.»
Es ist wahrlich ein Gerümpelturnier schlimmer Finger, Vordenker des «Alpenparlaments», dazu Felix Hepfer, «dem enge Verbindungen zum Sektenprediger Ivo Sasek nachgesagt werden». Nachgesagt wird das in einem obskuren Beitrag aus dem Jahr 2020 auf einer Webseite namens «Forum Faktencheck Elektrosmog».
Im Schweizer Parlament habe die Bargeldinitiative im Ständerat nur die Unterstützung von Pirmin Schwander und im Nationalrat von «15 SVP-Männern» gefunden, darunter «der wegen Rassendiskrimnierung verurteilte Jean-Luc Addor, «Gaga-Rechtsextremist» Andreas Glarner und Erich Hess, der selbst vor stark rassistischer Sprache nicht zurückschreckt». Wie tut er das? Hess verteidigt die Verwendung der Begriffe «Zigeuner» und «Neger» in einem entsprechenden Kontext, was Bühler nicht davor zurückschrecken lässt, das als angeblich stark rassistische Sprache zu denunzieren.
Also ein Schreckenskabinett von Verpeilten, Verurteilten, Sonderlingen, Verschwörungstheoretikern mit Verbindungen zu Sektenpredigern «im Milieu rechter Esoteriker». Aber, das macht Verschwörungstheoretiker Bühler fassungslos: die Initiative sende zwar «ein politisch fragwürdiges Signal aus», aber «mehr als 60 Prozent der Stimmbürgerinnen wollen ihr zustimmen». Man kann davon ausgehen, dass das auch bei Stimmbürgern und everybody beyond so ist. «Fragt sich bloss, warum», jammert Bühler verzweifelt.
Denn: «Mit ihrer Initiative unterstellen sie, es gebe geheime Bestrebungen, Münzen und Noten abzuschaffen. Obwohl es dafür keinen Beleg gibt.»
Es sind wohl für Bühler reine Verschwörungstheorien, dass Bargeldverwendung immer strengeren Grenzen unterliegt. Als Begründung gilt der Kampf gegen Geldwäsche. So ist in der Schweiz zwar die Verwendung von Bargeld theoretisch unbegrenzt möglich, bei Zahlungen von über 10’000 Franken gilt aber faktisch eine Melde- und Begründungspflicht. Das ist auch in der EU so, wobei in Frankreich und Spanien sogar eine Obergrenze von 1000 € gilt.
Zudem ist die Einführung eines ergänzenden digitalen Euros geplant.
Bargeld hat gegenüber jeder anderen Form der Bezahlung einen unschlagbaren Vorteil: die Herkunft einer Banknote ist unbekannt, wer damit zahlt, bleibt anonym, der Empfänger weiss ebenfalls nichts Genaues. Das ist bei elektronischen, geschweige denn digitalen Finanztransaktionen anders.
In jedem Währungsraum hat der Staat via Portemonnaie und Geld die direkteste Zugriffsmöglichkeit auf seine Bürger. Er kann ihnen das Geld weginflationieren, er kann sie enteignen, ihre Transaktionen kontrollieren, Bankkonten sperren, Auffälligkeiten registrieren, bestimmte Zahlungen verbieten oder sanktionieren. Die Kontrolle über elektronischen Zahlungsverkehr ist total. Die finanzielle Unterstützung von Oppositionsbewegungen in Unrechtsstaaten ist nur über Bargeld oder alternative Zahlungsmethoden wie in Bitcoin möglich.
Das hat nichts mit Schwurbeln oder verschwörungstheoretischer Abneigung gegen den Staat zu tun. Sondern ist eine legitime Verteidigung des Freiraums des Bürgers, was glücklicherweise von der Mehrheit der Bevölkerung so gesehen wird. Für eine Minderheit, zu der Bühler gehört, ist das aber Anlass für wilde Verschwörungstheorien.
Was für ein Witz, aber ein schlechter: was er den Initianden vorwirft, trifft auf ihn selber zu. Wie sagte F.W. Bernstein so unsterblich richtig:
«Die schärfsten Kritiker der Elche
waren früher selber welche.»











Die Republik ist einfach wunderbar. Immer wenn es auf Abstimmungen zugeht, muss man deren Empfehlungen dazu lesen und sich dann genau gegenteilig entscheiden, dann kommt es gut.