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Überblättertes

9. Februar 2026/0 Kommentare/in Allgemein/von René Zeyer

Selber schuld: ZACKBUM wollte gerecht diesmal «SonntagsZeitung» drannehmen.

Die guten Nachrichten zuerst. Sie ist billiger als die «NZZamSonntag». Fr. 6.40 gegen 7.50. Und sie hat kein Editorial von Beat Balzli. Dann hat sie aus der Schreckenskammer Crans-Montana ein neues Stück Wahnsinn zutage gefördert.

Unglaublich. Mehrere IT-Plattformen des Wallis wurden von einem psychisch labilen externen IT-Techniker gewartet. Der schliesslich in der Klapsmühle endete, worauf diese Software ausser Betrieb genommen wurde und der Sicherheitschef der Gemeinde keine Informationen über durchgeführte Brandinspektionen mehr hatte. Ein Stück wirklich aus dem Tollhaus.

Plus ein Interview mit dem Ökonom Reiner Eichenberger, der wie immer interessante Ideen und Ansichten zur Halbierungsinitiative hat: «Wir brauchen Vielfalt ohne einen überfütterten Dominator.» Nicht schlecht.

Allerdings sülzt daneben die SRG-Ombudsfrau Esther Girsberger in aller Unabhängigkeit zum Wort «Linksdrall» bei der SRG: «Diese Pauschalisieren ärgert mich.» Dabei hat sie gerade einer Beschwerde grösstenteils recht gegeben. Die Deutschland-Korrepondentin Alexandra Gubser zeigte mal wieder einen ganz deutlichen Linksdrall.

Schon auf Seite 19 überfällt dann die Brachial-Kolumnistin Gülsha Adilji (da sehnt man sich sogar nach Balzli) den unvorbereiteten Leser mit der Mitteilung: «Ich habe mich vor sieben Fremden nackt ausgezogen.» Das will man sich wirklich nicht vorstellen.

Der Rest des ersten Bundes ist allerdings Aufgewärmtes und Aufgekochtes.

Gähn.

Schön, dass ihr die SoZ für diesen internen Knatsch eine ganze Seite einräumt, mit dem journalistischen Ansatz: was wollten Sie zu diesem Thema schon immer mal sagen? Und wann waren Sie das letzte Mal so gross im Bild?

Und dann kann man lesen, wie es ist, wenn die ewige Frage des Chefredaktors «und welchen Nachzug haben wir sonst noch zu Crans-Montana» mit einem Sozialporno beantwortet wird:

Auch Martin Suter hat nicht immer Sternstunden und nimmt, mangels anderer Themen, schon ganz, ganz früh Anlauf für den nächsten US-Präsidentschaftswahlkampf:

Themenmangel beherrscht auch die «Wirtschaft»:

Diese Frag dräut unheilschwer über uns, seit es Arbeit gibt. Wie wäre es aber mal mit einer Untersuchung, ob das Lesen der SoZ krank macht?

Michèle Binswanger sorgt dann gegen Schluss noch für etwas Pep am Sonntag:

Und schliesslich noch eine Erkenntnis, die wir schon immer geahnt haben:

Und schliesslich eine Erkenntnis, die … oder sagten wir das schon:

Wenn man diese vier Artikel auf die SoZ anzuwenden versucht, kommt man zu interessanten Resultaten.

Es ist allerdings die Frage, wie viele Leser bis zur Seite 62 durchhalten, ohne sich Streichhölzer in die Augenlider zu klemmen.

Früher, ja früher war der Sonntag der gegendarstellungsfreie Raum. Unter der Woche wurde recherchiert, dann wurde der Betroffene am Samstagnachmittag zur Stellungnahme aufgefordert, in der Hoffnung, dass er überrumpelt nichts sagt. Oder vergeblich versucht, seinen Anwalt oder einen Richter zu erreichen, der eine Superprovisorische erlassen würde.

Und schon hatte man einen hübschen Kracher, der manchmal sogar länger als bis am Montagmorgen vorhielt.

Aber heute? Heute ist Überblättern angesagt, kurz reinbeissen und mit einem schalen Geschmack im Mund zurückbleiben. Wie lange das noch gutgeht? CH Media hat sich bereits vom Sonntag verabschiedet …

 

 

Schlagworte: Alexandra Gubser, Aufgewärmtes, Beat Balzli, CH Media, Crans-Montana, Epstein, Esther Girsberger, Gähn, Gülsha Adilji, Martin Suter, Michèle Binswanger, Reiner Eichenberger, SonntagsZeitung, Yoga
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https://www.zackbum.ch/wp-content/uploads/2026/02/Bildschirmfoto-2026-02-08-um-18.36.53.png 611 915 René Zeyer https://zackbum.ch/wp-content/uploads/2020/06/logo1.svg René Zeyer2026-02-09 05:00:572026-02-09 13:28:58Überblättertes
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