Hü und hott und holterdiepolter
Tamedia ist weiter ausser Rand und Band.
Leser ohne Alzheimer erinnern sich noch: Im August 2024 wurde mit grossem Trara angekündigt, dass Tamedia Digital und Print zusammenführt, zusammenlegt. Gemeinsamer Digital und Print Desk, natürlich «Synergien, Leserverhalten, Cross Channel» und das übliche Blabla.
Die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi wollte den damit einhergehenden Stellenabbau als «Weichenstellung für den unabhängigen Qualitätsjournalismus» verkaufen. Das war der bisher unerreichte Gipfel der Peinlichkeit. Und seine Vorgesetzte Jessica Peppel-Schulz samt plapperndem Avatar verkündete eine «neue Strategie».
Das war zwar eine alte Strategie des gescheiterten Mathias Müller von Blumencron. Aber was soll’s, neue oder alte Strategien sind immer willkommener Anlass für ausführliches Bullshit Bingo.
Aber he, neues Jahr, neues Spiel. Was ist besser als eine neue-alte Strategie? Genau, eine neu-neue Strategie. Allerdings sind die strategischen Möglichkeiten beschränkt (ebenso wie die Fähigkeiten). Was kann man also machen, nachdem man Digital und Print näher zusammengeführt hat?
Kopfkratz, nachdenk, Workshop, PPP, Task Force, wichtiges Geschnaufe, Papers, Executive Summary, Blüblü. Heraus kommt: «Strategische Trennung von Print und Digital». Das Publikum klopft sich auf die Schenkel vor Lachen. Zusammennähen, auftrennen, hü und hott, hin und her, so macht Strategie im Sandkasten richtig Spass.
Allerdings gibt es eine Konstante bei all diesen wunderbaren neuen Strategien: den Stellenabbau. Weitere «25 bis 30 Vollzeitstellen» müssen über die Klinge springen.
Warum? Nun, CEO Peppel-Schulz ist zu bahnbrechend neuen Erkenntnissen gelangt: «Die Mediennutzung und der Werbemarkt haben sich grundlegend verändert. Diese Realität gilt es zu akzeptieren und sich danach auszurichten.»
Dann vergiesst sie ein paar Krokodilstränen:
«Der damit verbundene Stellenabbau schmerzt, jede verlorene Kollegin schmerzt, jeder verlorene Kollege schmerzt. Besonders belastend ist es natürlich für die Betroffenen selbst, aber auch für die Teams und für das gesamte Tamedia Management ist das sehr schwierig.»
Meine Güte, hoffentlich stehen genügend Kleenex-Boxen bereit, ist für psychologische Betreuung des Managements gesorgt, das dieses Rausschmeissen eigentlich mehr schmerzt als die Betroffenen. Die gefälligst Mitleid mit den geschundenen Führungskräften haben sollten.
Natürlich wäre zuerst zusammennähen, dann wieder auftrennen selbst für diese Fachkräfte etwas peinlich. Also wird ein drittes Segment dazugeschnallt.
Also, zum einen: «Print und Digital werden organisatorisch voneinander getrennt und in zwei eigenständigen Geschäftsbereichen geführt: Premium Digital sowie Premium Print & E-Paper.» Zum anderen: «die entsprechenden Bereiche werden zur Einheit AI & Data unter der Leitung von Nadia Kohler zusammengefasst».
Das kommt sicher gut, denn «der Bereich ist direkt der CEO unterstellt». Ob ihr höchstpersönlich oder ihrem Avatar, das geht aus der Medienmitteilung nicht hervor. Vielleicht sollte mal jemand dem Avatar schonend beibringen, dass E-Paper irgendwie auch digital ist.
Man kann das Chaos auch noch anders organisieren: «Die neue Organisationsstruktur umfasst somit den Bereich Publizistik (Leitung Simon Bärtschi), die beiden Geschäftsbereiche Premium Digital (Leitung Marc Isler) und Premium Print & E-Paper (Leitung Jürg Mosimann) sowie Technology (Leitung Marcel Holdener). Die Organisation der Redaktionen bleibt unverändert und die Kernmarken sind vom Personalabbau nicht betroffen.»
Ähm. Wie diese ingesamt fünf Bereiche wohl ineinander verzahnt sind? Geht das noch mit einem Schnittmengendiagramm oder braucht es schon eine Quanten-Matrix?
Nehmen wir mal an, es ist eine Entscheidung für ein Problem nötig, das die Bereiche Digital, AI & Data unter dem Dach der Publizistik mit einem Abstecher zu Technology umfasst. Ist da die Entscheidungsfindung unterhalb einer Task Force überhaupt möglich?
Muss Peppel-Schulz auch begrüsst werden oder nur ihr Avatar? Und wer hält es aus, wenn Bärtschi sein Bullshit Bingo zur Aufführung bringt?
Die Geschassten sind zu bedauern. Die verbleibenden Mitarbeiter allerdings auch.












Frau Peppel-Schulz ist die Woche bestenfalls drei Tage in der Schweiz, anonsten in Norddeutschland. Management by virtual calls. Die Frau ist zwar sympathisch im Umgang, aber ichbezogen, sie regiert schroff durch. Widerspruch, andere Ideen? Nöö, lieber nicht. Ein deutscher Berater macht alle madig. Die Stimmung im Haus: mau. Man darf gespannt sein, wann der feingeistige VR realisiert, was hier abgeht.
CEO Peppel-Schulz die Grossmeisterin der Worthülsen «jede verlorene Kollegin schmerzt, jeder verlorene Kollege schmerzt». Nichts schmerzt sie, je mehr sie einspart je mehr kassiert sie. Dafür wurde sie von Supino geholt. Mit ihren Worthülsen verhöhnt sie die Leute die gehen müssen. Die die bleiben dürfen werden sich noch mehr ducken, noch loyaler, noch pflegeleichter. Für B&B ein Vorteil, permanenter Druck auf das Personal erleichtert die Führungsarbeit!
Also, ich finde die süss, diese Peppel. Auch sagt sie diese nichtssagenden Dinge, die man gerne in entspannenden Minuten und Stunden hört. Im Zusammenhang mit der verrucht angerauhten Stimme wirkt das sehr stimulierend. Den Vogel aber schiesst sie ab mit dem schrägen Blick, mit dem sie in die Kameras schaut, als würde sie zwar den Schulz anblicken, aber eigentlich mich meinen und begehren.
Gaaaanz primitiver Beitrag.
Anzüglich und sexistisch.
Auf die Frau und unter der Gürtellinie.
Da hilft auch die korrekte Interpunktion nicht.
Danke! Nicht nur Pawlow besitzt also Hunde. Sie haben Ihre Aufgabe als Zielgruppe prima erfüllt. Und bitte: Zeigen Sie Ihen Beitrag der holden Gattin zum Nachweis hinreichend wirksamer Impfung und frommer Denkungsart.
Wenn Sie so schlau wären, wie Sie glauben, hätten Sie erkannt, dass ich hier eine Parodie auf einen User namens «Peter Bitterli» versucht habe.
Mein Stil ist das nicht, aber Ihrer!
So, und dann ist mal wieder gut mit bilateralem Meinungsaustausch …