Entwaffnen, dann abknallen

Videos zeigen glasklar: es wurden tödliche Schüsse auf ein unbewaffnetes Opfer abgegeben.

Ist es der berühmte Einzelfall? Dumm gelaufen, in Minnesota? Oder gar zwei Einzelfälle? Es gibt zu beiden tödlichen Schussabgaben umfangreiches Videomaterial, das beispielsweise von CNN minutiös ausgewertet wurde.

Wer sich das antun will, sieht zwei Mal, wie ICE-Agenten in voller Kampfmontur ihre Pistolen zücken und auf offensichtlich unbewaffnete Zivilisten schiessen.

Im ersten Fall ging ein kurzes verbales Geplänkel voraus, worauf die 37-jährige Renee Good versuchte, davonzufahren. Die US-Staatsbürgerin streifte dabei einen Beamten, der daraufhin drei Schüsse aus nächster Nähe auf sie abgab. Einem herbeieilenden Arzt wurde verwehrt, erste Hilfe zu leisten, die Mutter von drei Kindern starb.

Der zweite tödliche Vorfall ist noch ausführlicher dokumentiert. Der 37-jährige Intensivpfleger Jeffrey Pretti filmte mit seinem Handy in der Hand einen Einsatz von ICE-Agenten. Sie gingen auf ihn los, er wurde mit Reizgas besprüht und auf den Boden gerungen. Offenbar trug der US-Staatsbürger eine Pistole auf sich, die ihm abgenommen wurde.

Erst danach, das beweisen die Aufnahmen eindeutig, fielen die tödlichen Schüsse, abgegeben aus nächster Nähe und offenbar von zwei ICE-Agenten.

Mindestens so schockierend wie diese tödliche Brutalität ist die Reaktion der Trump-Regierung.

Kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls behauptete Präsident Trump, er habe das Video gesehen und es sei eindeutig, dass Good den ICE-Agenten überfahren, nicht nur angefahren habe. Sein stellvertretender Stabschef Stephen Miller verstieg sich sogar zur Aussage, Good habe ihr Auto als Waffe eingesetzt und sei ein «domestic terrorist», ein inländischer Terrorist.

Im Fall Pretti wird behauptet, er habe eine Bedrohung für die Beamten dargestellt und einen potenziell gefährlichen Gegenstand bei sich getragen (eine Pistole, die er im Rücken verstaut hatte und für die er einen Waffenschein besass), dadurch sei er eine Gefahr gewesen.

Nicht nur habe Pretti die Beamten bedroht und Widerstand geleistet, auch er sei ein «domestic terrorist», gar ein «Möchtegern-Attentäter».

Dass sich staatliche Behörden zunächst hinter ihre Beamten stellen, ist durchaus üblich in den USA. Allerdings war bislang auch üblich, dass bei einer zumindest unklaren Situation darauf bestanden wurde, dass zuerst die Ergebnisse einer Untersuchung abzuwarten seien, bevor Schlussfolgerungen gezogen werden könnten.

Eine Mutter und einen Krankenpfleger ohne jeglichen Beleg als einheimische Terroristen zu denunzieren, das ist hingegen neu.

Es ist noch nicht geklärt, wieso der Krankenpfleger legal eine Pistole mit sich führte. Es ist aber durch Videoaufnahmen eindeutig belegt, dass er zuerst entwaffnet, dann erschossen wurde.

Bezeichnenderweise wird in den USA keine zentrale Statistik darüber geführt, aber belastbare Datenbanken verzeichnen für das Jahr 2025 rund 1000 tödliche Schussabgaben von Polizisten.

Im Nachbarland Kanada starben nach ebenfalls seriösen Recherchen im Jahr 2025 ganze 76 Menschen durch Polizeigewalt, nicht nur durch Schusswaffengebrauch. Natürlich ist die Bevölkerung der USA mit rund 340 Millionen Einwohnern knapp neunmal grösser als die von Kanada.

Aber auch relativ gesehen sterben in den USA viel mehr Menschen durch die Polizei als in Kanada. Das hat auch mit einem anderen, gewaltigen Unterschied zu tun. In den USA sind rund 393 Millionen (!) Schusswaffen legal in Privatbesitz, 120 pro 100 Einwohner. In Kanada sind es 12,7 Millionen, 34,7 pro 100 Einwohner.

Wer sich die Videos anschaut, ist vor allem davon schockiert, wie schnell und skrupellos hier von Beamten von der Schusswaffe Gebrauch gemacht wird. Gegen offensichtlich unbewaffnete Zivilisten (Good hat keine Waffe bei sich, Pretti trug sie verstaut in der Kleidung und wurde zunächst entwaffnet).

Nicht minder befremdlich ist die Vorverurteilung der Opfer als einheimische Terroristen, die die ICE-Beamten dazu zwangen, sie in Notwehr zu erschiessen.

Vielleicht gibt es hier ein erstes Betätigungsfeld für Trumps frisch gegründeten Friedensrat.

6 Kommentare
  1. Ruedi Rudolf
    Ruedi Rudolf sagte:

    Die Polizei kann natürlich auch warten bis sie überfahren wird, einen Stein an den Kopf bekommt, oder wie der Polizist im Deutschen Mannheim, von einer von den sich schuldig machenden Sozialisten, illegal Importierten und tolerierten dringend (nicht) benötigten, nicht integrierbaren, kriminellen Fachkraft aus dem Orient (Silvester-Raketen-Forscher & Kölner-Dom-Silvester- Grabscher, Vergewaltiger) abgestochen wird.

    Der Junge Deutsche Polizist aus Mannheim hinterlässt eine Junge Frau Mutter mit Kindern – die jetzt ohne ihren Vater sind – weil die Deutsche Politik nach wie vor Total versagt.

    USA hat das gleiche Problem, nur kommen da die Illegalen nicht integrierbaren, kriminellen, nicht nur, aber hauptsächlich aus der Karibik und Südamerika. Der große Unterschied zu Europa ist aber, das die USA jährlich viele tausende Kriminelle, direkt aus den Gefängnissen in ihre Herkunftsländer per Flugzeug mit Handschellen und Fussketten deportieren, konsequent ausschaffen. Wo sie nach Registrierung wieder auf die eigene Bevölkerung losgelassen werden.

    Nur ist da in ihren Herkunftsländern die Abschreckung kriminell zu werden viel größer, weil die Gefängnisse im Vergleich zur USA und Europa der absolute Horror, Menschenunwürdig sind – da werden in der Schweiz Tiere viel besser komfortabler behandelt. Überbelegte Zellen, keine Betten, auf dem Betonboden schlafen ohne decken, schlechtes nicht ausreichendes Essen. Bessere Behandlung, und Essen wenn überhaupt, nur durch die Familie möglich, welche die Wärter bezahlen/bestechen müssen. Knast als Wiedereingliederung ist zu teuer – dort ist Knast eine schreckliche Strafe – unter Bedingungen die von mindestens Gesundheitlich schädlich – Lebenszeit verkürzend – bis tödlich sind. Und bei Bedrohung eines Polizisten, werden sie da schneller Erschossen wie in den USA oder Europa.

    Mit Mentalitäten die Schnell durchdrehen und gewalttätig zu Mördern werden – ist nicht zu spaßen. Länder wo ein Menschenleben nicht viel zählt, Länder mit Populationen wo ein Drittel verrückt ist, eigentlich einen Psychiater oder eine Psycho-Klinik bräuchte die es aber gar nicht gibt – das andere Drittel Potenziell kriminell, korrupt – und nur das letzte Drittel normal ist. In so einem Land ist ein ausgewanderter wohlstandsverwahrloster Schweizer Sozialist, nach ein paar Jahren Daueraufenthalt, eines garantiert nicht mehr – ein Sozialist!

    Der Volkswirtschaftliche Schaden der illegalen und kriminellen Einwanderung und den Folgekosten in die USA und nach Europa ist riesig – und wäre bei vorhandenem Politischen Willen vermeidbar – wird aber von den Sozialisten behindert bis verhindert – die sich an den Missständen selbst bereichern. Viele Betriebe, Geschäfte bereichern sich an der Illegalen Einwanderung, weil sie die Illegalen ausbeuten, schwarz, ohne Sozialversicherung illegal und schlecht bezahlt arbeiten lassen. Viele sind mangels Ausbildung aber auch nicht für einen besseren Job Qualifiziert.

    Deutschland Im Jahr 2024 wurden in Deutschland rund 13.300 Gruppen-Vergewaltigungen, sexuelle Nötigungen, Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe im besonders schweren Fall polizeilich erfasst – und noch viele nicht angezeigte Fälle mehr.

    In Deutschland wurden 2024 über 29.000 Messerangriffe polizeilich erfasst, was statistisch gesehen etwa 80 Fällen pro Tag entspricht. Diese Zahl umfasst gefährliche/schwere Körperverletzungen sowie Raubdelikte, bei denen ein Messer direkt gegen Personen eingesetzt oder angedroht wurde, wobei die Zahlen im Vergleich zu den Vorjahren angestiegen sind – und noch viele nicht angezeigte Fälle mehr.

    Ein Staat der die Sicherheit, das Leben und das Eigentum seiner Bürger nicht sichern kann – ist ein gescheiterter Staat – so wie Deutschland und andere Länder Europas.

    Vielleicht gibt es hier sehr viele Betätigungsfelder für die EU-Politiker. Merz, Macron, Meloni, Babler der Brabler, die sieben Zwerge hinter den sieben Bergen usw. gegen die fehlende Sicherheit und noch mehr andere Missstände in ganz Europa dringenst (Notfallmässig mit Sonderrechten) etwas positives für ihre Bevölkerungen, also die welche schon länger hier sind zu unternehmen.

    Und Betätigungsfelder für Journalisten die mehr über diese eigenen Missstände vor der Türe berichten und über die Politiker die seit Jahren nichts gegen diese Probleme unternehmen wollen – oder aus Inkompetenz oder aus falscher Ideologie nicht können – oder das Gegenteil von dem machen was sie tun sollten – und sich weniger als Wadenbeißer gegen Trump, Putin, Xi Jinping, usw. betätigen – Also mehr um den eigenen Mist kümmern sollten. Trump würde sagen: “Make Journalismus great again!“

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  2. Armin
    Armin sagte:

    Noch spannender wäre, hier mal wieder aufzuzeigen, wie Medien funktionieren.

    Wie Sie selber schreiben, passiert solches fast dreimal pro Tag in den USA.
    Dabei ist sicher auch nicht jeder «Schusswaffengebrauch mit Todesfolge» gerechtfertigt.
    Das behandeln dann ggf. Gerichte.
    Warum werden diese zwei Fälle so dargestellt, als wären sie etwas Unerhörtes, noch nie Dagewesenes?

    In Basel wurde am 9.Januar 2026 ein flüchtender Mann vom einem Mitarbeiter des BAZG erschossen.
    Warum ist das nicht so ein Mediendrama? Basel ist uns doch viel näher als Minnesota?
    Weil er ein Autodieb war?

    Und was sind Leute, welche die Arbeit bewaffneter Beamten behindern, z.T. selber mit Schusswaffe unterwegs sind oder sich mit einem Motorfahrzeug der Kontrolle entziehen und dabei fast einen Beamten über den Haufen fahren?
    Klar, diese Menschen haben es aus Sicht der meisten Medien «nur gut gemeint», das ist wohl der Unterschied.

    Hier geht es darum, dass man mit diesen Thema die ICE und damit Trump diskreditieren kann. Darum sind diese zwei Fälle so viel «prominenter» als die anderen tausend.

    Nicht falsch verstehen, ich verabscheue es, wenn Menschen erschossen werden und Trump kann man für vieles hassen.
    Ich möchte nur aufzeigen, wie Medien unsere Aufmerksamkeit und unsere Empörung einseitig steuern, wie es hier zu anderen Themen auch schon dargelegt wurde.
    Es geht doch bei zackbum um Medien, oder?

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    • Ast
      Ast sagte:

      Trump und ICE diskreditieren sich täglich selber, dafür braucht es keine Medien. Auch ist ihr Vergleich ziemlich schwach: der Basler Polizist ist suspendiert und wird angeklagt, die ICE Deppen geniessen Immunität. In den USA dürfen bis jetzt, mit entsprechender Bewilligung, Waffen offen oder verdeckt getragen werden (2.Am.), in der Schweiz nur in Ausnahmefällen. Die Basler Polizei wird wohl nicht, wie die ICE durch Angehörige der IDF trainiert, oder?

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  3. H.R. Füglistaler
    H.R. Füglistaler sagte:

    Eine Brutalisierung ohneglichen findet statt.
    Wie immer stinkt natürlich auch da der Fisch vom Kopf her.
    Das Gesetz des Dschungels ist zurück.

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