Ein neues Münchner Abkommen?
Wer nichts aus der Geschichte lernt, ist dazu verurteilt, sie zu wiederholen.
«Wir brauchen Grönland.» So einfach gestrickt ist Trumps Weltbild. Die Lüge «Sicherheitsinteressen» ist so offenkundig, dass schon sie allein eine Provokation darstellt.
Ginge es darum: den USA wäre es vertraglich freigestellt, ihre aufgegebenen Militärstützpunkte neben der verbliebenen Pituffik Space Base (früher Thule) wieder zu bemannen.
Damit würde seiner Behauptung, die Insel werde von Dänemark und der Nato nur ungenügend gemanagt und verteidigt, Genüge getan.
Worum es ihm wirklich geht? Wer weiss das schon. Machtdemonstration, Eintrag in die Geschichtsbücher, Zugriff auf Rohstoffe, Ablenkung von innenpolitischen Problemen, Bereicherung seines Clans.
Dass Trump inzwischen im roten Bereich dreht, beweist sein Brief an den norwegischen Ministerpräsidenten und an andere Nato-Mitglieder:
«Lieber Jonas, da Ihr Land beschlossen hat, mir den Friedensnobelpreis für die Beendigung von acht Kriegen nicht zu verleihen, sehe ich mich nicht länger verpflichtet, ausschließlich an den Frieden zu denken, obwohl dieser immer im Vordergrund stehen wird.»
Abgesehen davon, dass nicht die norwegische Regierung die Nobelpreise verleiht: der Mann ist ein gekränkter Narzisst, und es gibt kaum etwas Gefährlicheres als ein mächtiger, gekränkter Narzisst.
Es gibt zu seinem in der jüngeren Geschichte einmaligen Versuch des Landraubs mit Gewaltandrohung eine historische Parallele.
Sie beginnt mit dem «Anschluss» Österreichs an das Dritte Reich Hitlers. Am 12. März 1938 marschierten deutsche Truppen ohne Widerstand in der Alpenrepublik ein. Anschliessend wurde das mit einer manipulierten Volksabstimmung pseudolegitimiert.
Hitler führte verschiedene, vorgeschobene Gründe für diese Annexion an. Korrektur der Nachkriegsordnung, Österreich sei wirtschaftlich schwach und instabil und könne nur durch den Anschluss gerettet werden.
Grossbritannien und teilweise auch Frankreich verfolgten damals gegenüber Hitlerdeutschland eine Appeasement-Politik. Man wollte mit Nachgeben, Verhandlungen und Zugeständnissen gegenüber dem aggressiven Nazideutschland einen erneuten grossen Krieg in Europa vermeiden.
So duldete man die Wiederaufrüstung Deutschlands, die Verfolgung von Gegnern und Oppositionellen und Juden im Dritten Reich, diesen Anschluss und im Münchner Abkommen die Abtretung des Sudetenlands an Hitler.
«Peace for our time», sagte der britische Premierminister Neville Chamberlain, als er aus München zurückkehrte, wo er mit Mussolini, dem französischen Premierminister Daladier und Hitler das Abkommen unterzeichnet hatte.
Eine gewaltige Fehleinschätzung, nur ein Jahr später begann der Zweite Weltkrieg.
US-Präsident Trump hat gerade bekannt gegeben, dass er das Militärbudget um gigantische 500 Milliarden Dollar erhöhen wolle. Dabei geben die USA heute schon so viel Geld für Rüstung aus wie die nächsten zehn Staaten der Welt zusammen.
Was wäre geschehen, wenn die europäischen Mächte Frankreich und England damals nicht auf eine Beruhigungs-, sondern auf eine Konfrontationspolitik gegen Hitler gesetzt hätten?
Alternative historische Entwicklungen sind interessante Gedankenspiele, aber letztlich nur mind games. Faszinierend zu lesen wie «München» von Robert Harris.
Vergangenes ist vergangen, auch wenn es ständig uminterpretiert und neu ausgelegt wird.
Aber die Gegenwart und die Zukunft haben den Vorteil, dass sie beeinflussbar sind, verschiedene Handlungen verschiedene Resultate ergeben.
Auch wenn das Lernvermögen der Menschheit, der Regierungen und der Politiker begrenzt ist, so kann doch ein Blick in die Geschichte helfen, heute notwendige Entscheidungen zu treffen.
Bislang ist der aggressiv-expansiven Aussenpolitik Trumps mit Nachsicht und Nachgeben begegnet worden.
Er bezeichnet sich als Machthaber in Venezuela. Er bedroht Mexiko, Kolumbien, Panama und Kuba. Er wollte auch mal Kanada als neuen Bundesstaat in die USA aufnehmen.
Jetzt will er jeden Widerstand gegen seine Annexionspläne für Grönland mit dem Zollstock niederknüppeln. Er sagt wiederholt und glasklar, dass er auch militärische Gewalt nicht ausschliesse.
Wenn man aus der Geschichte lernen will oder kann: Besänftigung und gutes Zureden hat gegen Usurpatoren noch nie genützt.
Natürlich haben die übrigen Nato-Staaten zusammen nicht die gleiche militärische Schlagkraft wie die USA. Aber sie verfügen über die ultimative Waffe, mit der man selbst eine Supermacht in die Schranken weisen kann.
Denn nicht einmal Trump würde einen Atomkrieg um Grönland riskieren.
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Dieser Text wurde zuerst «Inside Paradeplatz» angeboten («Passt nicht»), dann der «Weltwoche online» («Aktuell würden wir ihn nicht bringen»). Man muss mit ihm nicht einverstanden sein. Aber …










«Der willkürliche Macht- Gewalt-Missbrauch des Staates – mit dem Recht/Unrecht des Stärkeren»
Durch Trump den Vollstrecker mit dem Zollstock, erfahren jetzt die Länder (EU, CH) die ihre Bürger auch des Öfteren willkürlich mit dem Staatsgewalt-Monopol, dem Recht des stärkeren be/misshandeln – wie es ist, sich anfühlt – wenn Trump mit ihnen das gleiche macht – was sie mit ihren Bürgern schon lange machen. Die Heuchler, denn Staatsgewalt Macht-Missbrauch – dann auch noch Regel- Werte-Basiert und Demokratisch nennen – welche sie in jedem Korrupten Schurken-Staat Scheinheilig verteidigen, implementieren wollen.
«EU und CH leidet an der von der Politik und den Mainstream-Medien verbreiteten Paranoia – regieren mit Angst und Schrecken durch Seuchen und Kriege»
EU und CH-Politik undiplomatisch gegen ALLE, im Verbalen Mehrfrontenkrieg, wie D damals mit Adolf. Gegen Trump, USA seit Jahren massiv beleidigend – genauso gegen Putin, Russland, das muss besiegt werden – gegen China – gegen die eigenen Bürger – überall lauert der Böse Feind.
Nach dem Motto: «Ist der Feind bekannt – hat der Tag Struktur.»
Trump der Boss, der Leader, der Allmächtige in fortgeschrittenem Alter, wo es sich andere im Alterheim gemütlich machen – hat passend zu seinem Ego und Regierungsstill mit dem Zollstock um sich schlagend, Deutsche Vorfahren (immer diese deutschen). Am Deutschen Wesen soll die Welt genesen. Die USA haben nachdem Russland die Nazis, fast im Alleingang mit den größten Verlusten an Soldaten, bis Berlin vorrückend besiegten, viele auch mit Chefallüren importiert. Und der Bezwinger des bösen Feindes – wurde dann selbst zum neuen Feind erklärt.
Trotz Öffnung des eisernen Vorhanges, der friedlichen Freigabe der Ostblockstaaten, das friedliche ermöglichen der Deutschen Wiedervereinigung, den Wirtschaftlichen Erfolg durch Lieferung von günstiger Energie und Ressourcen. Was für ein Undankbares Volk.
Unglaublich – Eine Welt von Verrückten! – Der Freund ist der Feind! – Und der Feind der Freund!
Ein wenig hinkt der Vergleich zu München.
Die Entente ging als Siegerin aus dem 2. WK hervor, nicht D. Mitglieder der Entente waren u.a. Frankreich, UK (inkl. ANSAC), Italien und die USA. Sie waren die militärischen Schwergewichte der Zeit und haben aber den Konflikt mit dem wieder aufstrebenden Deutschland gescheut. Die Geschichte der münchner Konferenz ist bekannt.
Heute haben wir keine Allierten mehr, die gegen einen wieder aufstrebenden, revisionistischen Kriegsgegner Position ergreifen sollten oder müssten. Im Gegenteil, es ist der Kriegsgewinner im Westen, der gerade durchdreht. Ich meine das nicht nur auf Trump bezogen sondern auf das ganze System USA. Die USA sind derzeit nun einmal die militärische Supermacht schlechthin. Was sollen €urokraten dem entgegensetzen, ihre Einigkeit, ihre Demokratie, ihren €uro, ihre Armeen, ihre Dummheit oder was? Die haben nichts und sie sind nichts. Auf diese eklatanten strategischen Schwächen der noch Verbündeten zielen die USA gerade.
Hat jemand ernsthafte politische Opposition in den USA betreffend Trumps Plänen zu Grönland vernommen? Ich kenne nur OCOC, die sich klar gegen jegliche mitiltärische und politischen Interventionen im Ausland stellt, die wollen aber auch aus der Nato raus. Wo bleibt aber der nicht enden wollende Aufschrei der Gutpolitiker in den USA von links bis rechts? Ich höre nichts, es herrscht Stille. Daher muss davon ausgegangen werden, dass auch ein demokratischer Nachfolger Trumps diese Strategie unverändert fortsetzen würde.
Btw, Ich gehe zu 100% davon aus, dass die USA auch in einem militärischen Kampf um Grönland A-Bomben einsetzen würden, wäre das aus ihrer Sicht erforderlich. Unterschätze nie den Gegner.
Wie weit könnten denn die Europäer ihre ultimative Waffe werfen?
Frage für die Freunde unserer Feinde.
Wieso soll jemand mit der launigen und raunigen Einführungsrede des Assistenten ins Proseminar „Was ist eigentlich Geschichte?“ nicht einverstanden sein?
Beim Münchner Abkommen ging es nur um Europa.
Die weltweiten Auswirkungen waren nicht vorhersehbar.
Bei einem allfälligen Davoser Abkommen wäre das ganz anders.
Vielleicht sogar verheerender.
Trump hat bisher einiges richtig gemacht. Doch mit Grönland überschreitet Trump eine rote Linie. Es gibt mit ihm über Grönland auch nichts zu verhandeln. Dass Dänemark auf Grönland als Kolonialmacht auch schlimmste Verbrechen an den Inuit begangen hat, sei allerdings auch nicht verschwiegen.