Der Pate, Teil IV

Präsident Donald Trump machte Maduro ein Angebot, das der hätte annehmen sollen: hau ab.

Jetzt sitzt Venezuelas Staatschef in einem Ami-Knast, und die Schweiz friert Vermögen ein.

Das Foto aus dem Kommandoraum in seinem Golf-Ressort Mar-a-Lago sagt alles. Da sitzt Donald Trump, sorgfältig gefönt und mit grimmigem Blick neben seinem CIA-Direktor und seinem Kriegsminister und betrachtet live die «gute TV-Show», wie US-Truppen Dutzende von Kubanern und Venezolanern umbringen und den Präsidenten samt Frau kidnappen.

Schade, dass Marlon Brando nicht mehr lebt. Er hätte diesem Auftritt eines Paten wenigstens Grösse verliehen.

Es sind die Regeln der Mafia, nach denen hier gespielt wird. Jeder, der Capo de tutti i capi werden will, muss ein Exempel statuieren. An einem anderen Capo, damit dessen Gefolgsleute zu ihm überlaufen und er das Territorium beherrscht.

Natürlich darf die Hierarchie weiterexistieren, damit nichts in Unordnung gerät. Der neuen venezolanischen Präsidentin Delcy Rodríguez wurde öffentlich klargemacht, dass sie am Gerät bleiben darf – wenn sie genau das tut, was man ihr sagt.

Die Profite aus dem grössten Ölsee der Welt werden neu aufgeteilt. Die USA holen sich zurück, was ihnen angeblich vor Jahren gestohlen wurde. Und die Clique um Maduro darf sich weiterhin eine Scheibe abschneiden – einfach eine viel kleinere als vorher.

Bei Maduro war der Vorwurf, eine wichtige Rolle im Drogenhandel Richtung USA zu spielen, lediglich ein Vorwand. Belegfrei, unsinnig wie die Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins. Im Fall Kolumbiens ist durchaus was dran.

Als Pate Trump gefragt wurde, ob es ähnliche Pläne bezüglich Kolumbiens Präsident Gustavo Petro gebe, antwortete er «sounds good to me», hört sich für mich gut an.

Auch Mexiko, wo an der Grenze zu den USA rechtlose Zustände herrschen, das Gebiet von Drogenkartellen beherrscht wird, die hier aus China importiertes Fentanyl auf dem Landweg in die USA befördern, muss ein Eingreifen fürchten.

Das alles wird den Drogenmarkt USA zwar nicht austrocknen. Aber es zeigt, wer der Herr im Haus ist und wessen Hausrecht gilt.

Ein Schlag gegen die grössten Drogengeldwaschmaschinen der Welt, die in den USA stehen, wäre zwar viel effektiver. Aber mit der US-Finanzwelt und -unterwelt will sich selbst ein Pate nicht anlegen.

Ach, da wäre ja auch noch Panama, das Trump in seinen Aufzählungen vergessen hat. Aber als 79-Jähriger kann man sich nicht an alles erinnern.

Und dann gibt es «die offizielle Position» der US-Regierung zu Grönland. Die Rieseninsel sollte unbedingt Teil der USA sein.

Oder Original-Trump:

«Wir brauchen Grönland für unsere nationale Sicherheit

Warum? Die Insel liege strategisch günstig und sei von «russischen und chinesischen Schiffen» umgeben.

Und von US-U-Booten. Vor allem aber von Walen, Robben, Walrossen, Fischen und Meeresgetier.

Dass Grönland Teil von Dänemark ist und hier ein NATO-Mitglied einem anderen offen mit militärischer Gewalt droht – in einem zivilisierten Zusammenleben eigentlich undenkbar.

Was macht die offizielle Schweiz? Protestiert sie als neutraler Staat gegen diesen Raubüberfall auf Venezuela, droht sie den USA Sanktionen an (diejenigen gegen Russland könnten problemlos als Vorlage dienen)? Verurteilt sie in klaren Worten die wiederholten Drohungen Trumps, sich Grönland anzueignen?

Ach was. Der Schweizer Bundesrat hat Vermögenswerte von Maduro und 37 Personen aus seinem Umfeld vorsorglich eingefroren, um «sicherzustellen, dass solche Gelder im aktuellen, volatilen politischen Umfeld nicht aus der Schweiz abfliessen können».

Grundlage der Massnahme ist das Bundesgesetz über die Sperrung und die Rückerstattung unrechtmässig erworbener Vermögenswerte ausländischer politisch exponierter Personen (FIAA bzw. SRVG).

Während bislang Schweizer (und Liechtensteiner und europäische) Banken und Vermögensverwalter null Skrupel hatten, sich der Verwaltung von geraubten venezolanischen Ölexporteinnahmen dumm und krumm zu verdienen, kommt nun plötzlich Panik auf.

Von dieser Beschlagnahmung seien aber amtierende Regierungsmitglieder ausgenommen. Stupende Logik; sind die denn weniger korrupt als Maduro?

Das Ganze erinnert an die rund 800 Zombie-Trusts reicher Russen in Liechtenstein, deren Treuhänder ab Anfang letztes Jahr blitzartig das Weite suchten, nachdem einige ihrer Kollegen auf die US-Sanktionsliste der OFAC gerieten. Seither sind die Trusts handlungsunfähig. Es geht um rund 20 Milliarden Dollar, insgesamt.

Im Fall von Venezuela sprechen wir von ganz anderen Dimensionen. Es wird geschätzt, dass unter dem Regime von Chávez und dann Maduro bis zu 300 Milliarden Dollar veruntreut wurden.

Und die hätten nicht nur Venezuela, sondern auch die USA gerne zurück. Schliesslich kostet der Wiederaufbau der verlotterten Ölindustrie schätzungsweise 120 Milliarden Dollar.

Der arme Maduro hat also nicht nur seine Freiheit, sondern auch sein Vermögen verloren.

Das nächste Mal kann Pate Trump sicher sein, dass sein Angebot nicht abgelehnt werden wird.

Und zwischenzeitlich betätigt er sich als Pirat in internationalen Gewässern.

Dieser Artikel erschien zuerst in leicht abgeschwächter Form auf «Inside Paradeplatz».

5 Kommentare
  1. Luke Kramnik
    Luke Kramnik sagte:

    Nach Crans-Montana würde ich mich hüten, in Verbindung mit inside-paradeplatz gebracht wollen zu werden. Desaströse „Berichterstattung“ dieses „kleinen Finanzblog“… Da wurden zweifelhafteste Artikel mit steilsten Thesen vorgesetzt, die einer Überprüfung durch Laien ebenfalls in 55 Sekunden in sich zusammenfielen. Hässig hat sich ins Aus katapultiert. Umfänglich. Primitivste Hetze.
    Der Tagi schaltet indes Bewertungen frei, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht waren. „Ein Versehen“ heisst es. Und was tut Zeyer? Prügelt auf Trump ein, der sich ebenfalls ins Aus katapultiert hat, sogar bei mir – und dem habe ich jetzt wirklich treu und lange die Stange gehalten.
    2026 wird das desaströseste Jahr für ALLE Medien. ALLES ist ausser Kontrolle. Vielleicht lieber auf „Medienblog“ fokussieren. Alles andere gibts an jeder Ecke.

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    • René Zeyer
      René Zeyer sagte:

      Argumentationsfreies Gepolter dient sicher der Triebabfuhr …
      Eine einzige These, die zusammenfiel? Sendepause des erregten Kommentators.

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  2. Ruedi Rudolf
    Ruedi Rudolf sagte:

    «Die ultimative Rote Pille zu 9/11 (Deutsch mit autom. Untertiteln)»

    https://odysee.com/@AugenAufMedienAnalyse:6/Die_ultimative_rote_pille_zu_911:6

    Es gibt drei Dinge die sich nicht dauerhaft verbergen lassen:

    «Die Sonne» – «Der Mond» – «Und die Lügen»

    Virus Plandemien, False-Flag-Kriege, 9/11 Krieg gegen die eigene Bevölkerung und gegen denn selbst fabrizierten Terror, Ukraine usw.

    Das was die durchs Band bis auf die Knochen falschen Politparteien – mit ihren falschen Politikern – und die von diesen gesteuerten, bezahlten oder besser gesagt geschmierten falschen Mainstream-Lügen-Medien – mit ihren falschen Journalisten oder besser gesagt Schmierfinken – bei denen alles das sie als Verschwörungs-Theorien abtun – sich am Ende immer als die absolute Wahrheit heraus stellt.

    «Die Kriege der USA von 1775 bis 2022»

    https://www.anderweltonline.com/fileadmin/user_upload/upload_Redaktion/PDF/PDF_2022/Die_Kriege_der_USA_von_1775_bis_2022.pdf

    Parteien-Demokratie ist Korruptes verlogenes Teufelszeug Diebstahl am Volk – muss weg!

    Die einzig richtige Demokratie-Form ist die Unparteiische Volks-Demokratie wo der Souverän alleine bestimmt und abstimmt. Ohne sich selbst bereichernde Funktionslose, Verantwortungslose Parteiische Polit-Flaschen. Die nur sich und ihre Partei selbst mit Macht und Geld bereichern, und als Minderheiten die alle Polit-Parteien sind – Machtmissbrauch über die Volks-Mehrheiten ausüben wollen – die nicht in Polit-Parteien sind.

    Das Polit-Parteien System ist ein Diktatur-System: «Eine Minderheit regiert über die Mehrheit»

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  3. Manfred
    Manfred sagte:

    Das ist kaum übertrieben. Mit was für Jungs man es da zu tun hat, wurde mir klar, nachdem zwölf US-Senatoren dem obersten Ankläger des ICC vorletztes Jahr damit gedroht hatten, sie wüssten wo seine Familie lebt. Unter den zwölf war der aktuelle US-Aussenminister.

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