Tagi goes gaga 

Ein grosser Intellektueller beglückt uns.

Von Thomas Baumann

Als stünde es um den Tamedia-Kopfblattsalat nicht schon schlimm genug, gibt er auch noch regelmässig dem umstrittenen Professor Bernhard C. Schär eine Plattform.
So äusserte sich dieser beispielsweise im Juli dieses Jahres zur Frage, ob eine Lehrerin an der Volksschule ein Kopftuch tragen dürfe.
Dabei schrieb er unter anderen: «Eine Studie der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus zeigte 2023: Fast alle Lehrmaterialien vermitteln mehr oder weniger subtil das Bild einer europäischen ‹weissen› oder christlichen Überlegenheit. Das heisst: Europäische Mitverantwortung für Armut im ‹Süden› wird meist ausgeblendet.»
Die Frage sei erlaubt: Wie kann die westliche Welt für die Armut im globalen Süden «verantwortlich» sein, wenn sie nicht irgendwie ‹überlegen› ist?
Oder gemäss der Machtdefinition von Max Weber: «Macht bedeutet jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.» Also faktische Überlegenheit.
Vor einigen Tagen liess sich Professor Schär wieder über ein anderes Thema aus: Der Besuch einer schweizerischen Wirtschaftsdelegation bei Donald Trump und das Verhältnis der Schweiz zu den USA.
Wohl nicht zu Unrecht sagt er (Prof. Schär) eine Verschiebung des globalen Machtzentrums in Richtung Peking voraus. Und hebt an:
«Das Ende der alten Ordnung bedeutet nicht das Verschwinden ihres kolonialen Erbes. Trumps Massendeportationen und Zolltarife, seine Attacken auf Rechts- und Sozialstaat, Wissenschaft und Entwicklungszusammenarbeit versprechen, alte weisse, männliche Privilegien ‹great again› zu machen. Faktisch dürfte er das Ende westlicher Dominanz eher beschleunigen, worunter weder eher er noch seine Vasallen, sondern die Schwächsten weltweit am meisten leiden.»
Oder anders gesagt: Der (westliche) Kolonialismus ist an allem Elend auf der Welt schuld. Bricht er (endlich) zusammen, führt das zu noch mehr Elend.
Daraus soll mal einer klug werden.
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