Echt jetzt?
Wenn eine Manie zur Obsession wird.
Die Methode ist so bekannt wie langweilig. Wenn alle dagegen sind, sind wir dafür. Und umgekehrt. Warum? Darum. Das ist das wohl wichtigste journalistische Credo der «Weltwoche».
Sie versammelt in besseren Zeiten in einer Ausgabe mehr anregende Artikel als manche Tageszeitung in einer ganzen Woche. Oder in einem Monat.
Andererseits gibt es Manien, die langsam obsessiv werden und kaum neue Leser begeistern können, einfach die Crowd in der Gesinnungsblase nochmal und nochmal in ihrer vorgefassten Meinung bestärken.
Während sich Präsident Putin vom «Unverstandenen» langsam zum bösen Buben wandelt, bleibt die WeWo ein Fanmagazin des US-Präsidenten Trump.
Aber jeder Fan braucht immer wieder neue Nahrung, und da wird es manchmal dünn. So entsteht dann eine Titelgeschichte wie «Trump ist sensationell, Mamdani killt New York».
Welche Koryphäe, welcher Kenner der Sachlage hat sich hier geäussert? Es handelt sich um Joe Germanotta. Joe who? Also bitte, der weltberühmte «Gastro-Unternehmer» Germanotta. Hä? Na, der betreibt das Restaurant Joanne Trattoria in New York, also ist er doch Gastro-Unternehmer.
Vielleicht kein besonders erfolgreicher, während der Pandemie rief er zu Spenden auf, um seine Kneipe über Wasser zu halten.
Qualifiziert ihn das wirklich, seine Meinung über Trump und den neuen New Yorker Bürgermeister in der WeWo zum Besten geben zu dürfen? Mit den beiden Gaga-Aussagen «Trump ist sensationell» und «Mamdani killt New York»?
Gaga gibt dabei den entscheidenden Hinweis. Denn ausser Wirt ist der Mann auch noch Vater von Lady Gaga. Die hat zwar politisch ganz andere Ansichten als der Papa, aber das möchte Urs Gehriger nicht so gerne in der WeWo lesen. Also interviewt er den Vater, der sich über so viel Aufmerksamkeit from Switzerland sicher freut.
So darf er seine Erkenntnisse auf Stammtischniveau auf den Teller klatschen. Zunächst zu Mamdani: «Wissen Sie, am Abend der Wahl konnte ich mir die Ergebnisse gar nicht ansehen. Ich war so nervös.» Aber offensichtlich hat er sich dann doch wieder eingekriegt. Und ledert im Stil seines grossen Vorbilds Trump ab: «Er will die Prostitution nach New York City zurückbringen, was Kriminalität und Drogen mit sich ziehen wird.»
Während 40 Millionen Amis auf Essensmarken angewiesen sind, poltert Germanotta:
«Und staatlich unterstützte Lebensmittelläden? Ich möchte nicht auf zwei Brote beschränkt sein. Ich möchte in einen Lebensmittelladen gehen und kaufen können, was ich will. Und dafür bezahlen.»
Tja, wenn er kann …
Ähnlich profund ist seine Meinung zum US-Präsidenten: «Ich wusste schon, als er gewählt wurde, dass die Wirtschaft boomen würde. Und sie tut es auch. Wenn man sich den Aktienmarkt ansieht, steigt er jeden Tag weiter und weiter. Seine Politik ist stark.»
Dann noch zum Ausschleichen ein paar Fragen zu seiner Tochter, und fertig ist das Desaster.
Ob es wohl eine gute Idee ist, dem WeWo-Leser als Titelgeschichte ein Gaga-Interview mit einem Wirt in New York zu servieren, dessen Ansichten so flach wie das Papier sind, auf das sie gedruckt werden? In dieser servilen pseudo-kritischen Frage-Art serviert, die man auch durch die einfache Feststellung hätte ersetzen können: was wollten Sie schon immer mal sagen, aber normalerweise werden Sie schnell unterbrochen, wenn Sie solchen Stuss reden?
Newswert: der Papa von Lady Gaga ist leicht gaga. Dafür hätte man allerdings eine einzige Zeile gebraucht.










Langsam wird es etwas lächerlich, Häme über Urs Gehriger und jeden, der Trump nicht krankhaft verachtet auszugiessen… Jetzt ist er dann bald ein Jahr im Amt und man befindet sich immer noch in der Trotzphase.
Wenn ein Restaurantbesitzer in New York sich zum marxistischen Bürgermeister äussert, dann ist das immerhin relevanter und direktbetroffener als jeder europäische Journi mit seinen Kommentaren aus der Ferne. Schwach.
Wiedereinmal Spiel, Satz und Sieg für Zackbum 🙂
Man muss Zackbum einfach dankbar sein. Das E-Magazin, das niemals schläft!
Was Papa Gaga alles weiss… Hoffentlich rafft sich RZ auch zu einem Porträt
über diesen New Yorker islamistisch-kommunistischer Machart auf.
WW manchmal völlig daneben. (Die Verdienste der Vergangenheit
bleiben unbestritten).