Der seriöse «Tages-Anzeiger»
Nach der Lösung aller Erektions- nun die aller Finanzprobleme.
Lendenlahme Männer konnten aufatmen: «Erektionslösung: So steht er wieder wie eine Eins». Und das erst noch mit einer «Online-Behandlung» von schlappen fünf Minuten.
Damit lassen sich woke Tagi-Journalisten ihr Salär mitfinanzieren, denn das war ein «gesponserter» Inhalt, oder auf Deutsch: eine täuschend ähnlich wie ein redaktioneller Beitrag aufgemachte Werbung.
Welche Probleme beschäftigen die Männer und die Menschen denn sonst so? Richtig, wer hat denn keine Geldsorgen. Aber auch da gibt es Abhilfe:
«Ein Anbieter garantiert jetzt sogar einen günstigeren Kreditzins – oder zahlt 150 Franken!»
Her mit der Kohle, sagt sich da doch der Leser, selbst wenn er das kleine Märkli «Sponsored» nicht übersehen hat und daher nicht davon ausgeht, dass es sich hier um einen redaktionellen Beitrag handelt.
Ganz zuunterst gesteht Tamedia dann, wer denn genau für «dieses irre Versprechen» verantwortlich ist:
«Dieser werbliche Beitrag wurde von Switzerlend AG erstellt. Er wurde von Commercial Publishing, der Unit für Content Marketing, die im Auftrag von 20 Minuten und Tamedia kommerzielle Inhalte produziert, für die Publikation aufbereitet, wobei die Haftung für Inhalte (Wort, Bild) und externe Links bei Switzerlend AG liegt.»
Tamedia verdient also gleich mehrfach an diesem Inserat. Der Werbetreibende zahlt natürlich für die Klicks, zudem hat er für die «Aufbereitung der Publikation» bezahlt.
Sollte der Leser wider Erwarten nicht einen billigeren Kredit bekommen, sondern vielmehr draufzahlen – nun, jegliche Haftung liegt beim Werbetreibenden, nicht etwa beim Aufbereiter und Abkassierer.
Wie seriös ist wohl ein Angebot, das verspricht: «Mit dieser Aktion spart man garantiert», das behauptet «entweder der derzeitig gezahlte Zins wird unterboten oder man erhält 150 Franken aufs Konto! Garantiert gespart!»
Was ist von einer Firma zu halten, die auf Trust Pilot mit 2,7 von 5 möglichen Sternen bewertet wird, davon von 50 Prozent mit einem Stern?
Selbst unterstellt, dieser Kreditanbieter kann durch Crowdlending und «peer to peer»-Kredite tatsächlich günstigere Konditionen als andere anbieten: hat sich die immer noch vorhandene Wirtschaftsredaktion des Tagi mal die Mühe gemacht, diese Firma unter die Lupe zu nehmen?
Und da nein: wieso nicht? Wäre es nicht interessant, dem Versprechen, unter bestimmten Umständen den bislang bezahlten Zins zu unterbieten, nachzugehen?
Oder der Frage, wo denn der Profit entstehen soll, wenn versprochen wird, bei Nichteinlösung des Versprechens 150 Franken aufzuwerfen?
In der besten aller Welten würde hier der Tagi seinen Lesern einen Extraservice bieten, der ihre Kreditzinszahlungen spürbar verringert («Auf lend.ch zum Beispiel spart man bei einer Ablösung im Schnitt über 500 Franken, je nach Kreditbetrag und Laufzeit auch deutlich mehr»).
Das wäre doch win-win-win: der Leser gewinnt, indem er spart. Tamedia gewinnt doppelt, indem es die Inserate- und die Herstellungsgebühren kassiert. Der kritische und aufrechte Wirtschaftsjourni verdient einen Teil seines Gehalts damit.
Ist das toll oder ist das toll? Ist das seriös oder ist das nicht seriös? In der nicht-besten aller Welten.












Noch mehr spart der Leser, wenn er heute noch sein Abonnement kündigt auf den nächst möglichen Termin; er spart nicht nur Geld, er spart auch Nerven und leistet einen Beitrag an seine Gesundheit, er wird nämlich nicht mehr mit woken Gagathemen, idiotischen Gender- und Mohrenkopfdiskussionen belästigt, oder es wird gar versucht ihn zum Klimagötzendienst zu bekehren.
Den täglichen Trump Verriss haben Sie noch vergessen. Oder die grosse Gefahr durch den gewalttätigen Rechtsextremismus in der Schweiz.
Worüber möchten Sie denn debattieren? C‘mon: Genschere Crisp? Schwarze Materie? Italienischer Neorealismo? Die postume Wirkung von KH Stockhausen? Aussagelogik? Luhmann nach der Bonner Republik?
Menschen reden miteinander, um den Stimmklang zu hören. Es beruhigt. Im schriftlichen Umgang will man Vertrautes lesen. Also lassen wir dem Gesocks seinen „Thaagi“. Stellen Sie sich vor, die wollten überall mitplaudern.
Werbung für Zackbum auf YouTube würde etwa so tönen: Grosse Tageszeitungen wollen nicht dass Sie das lesen. Aber sie können nichts dagegen tun.