Amerika ist beleidigt

Häuptling Gelblocke hat den Friedensnobelpreis nicht gekriegt. Ui.

Offensichtlich hat das Nobelpreiskomitee in Oslo das Stossgebet der «Freiburger Nachrichten» erhört: «Gebt Trump jetzt bloss nicht den Friedensnobelpreis». Allerdings, unkt das Qualitätsmedium «watson»: falls Trump ihn nicht gewinne, «fürchtet sich Norwegen vor Reaktion».  Die SDA behauptet, das sei «Trumps Lieblingstrophäe». «Blick» träumt mit Trump seinen «grossen Traum».

Geplatzt. Obwohl Trump noch vor der UNO darauf hingewiesen hatte, dass ganz Amerika beleidigt sei, sollte er ihn nicht bekommen. Obwohl Israels Ministerpräsident Netanyahu psychologisch geschickt ihn öffentlich für Trump eingefordert hatte. Obwohl Trump sogar den norwegischen Finanzminister Jens Stoltenberg in dieser Sache angerufen hatte. Schliesslich habe Trump, allerdings nur in seiner Parallelwelt, bereits sieben Kriege beendet.

Alle sagten, dass er den Preis verdient habe, behauptete Trump gerne. Eigentlich könne es gar keinen anderen geben, der den Friedensnobelpreis verdient hätte, meint er in der ihm typischen Bescheidenheit. Bekommt Norwegen seine Rache in Form von Strafzöllen zu spüren?

Denn nun schmollt er, lässt mal den Sprecher des Weissen Hauses von der Leine, der über seinen Chef doch tatsächlich sagt:

«Er hat das Herz eines Menschenfreundes, und es wird niemals jemanden wie ihn geben, der allein durch die Kraft seines Willens Berge versetzen kann.»

Dieser Steven Cheung ist auch nicht zu beneiden – als erwachsener Mensch einen solchen Schwachsinn abzusondern.

Nun hat ihn allerdings – verdient – María Corina Machado gewonnen. Aus Angst vor ihrem möglichen Sieg wurde sie vom korrupten Maduro-Regime in Venezuela wegen angeblicher Korruption und «Verrat» für unwählbar erklärt. Statt ihrer wurde von der Opposition 2024 Edmundo González Urrutia nominiert, der höchstwahrscheinlich auch die meisten Stimmen erhielt.

Seit der zunehmenden Repression gegen sie lebt Machado im Verborgenen – in Venezuela. Ganz selten lässt sie sich bei öffentlichen Veranstaltungen kurz blicken.

Und beweist gleich nach dem Empfang der guten Nachricht politische Genialität. Sie widmet den Preis dem venezolanischen Volk – und Donald Trump. Weil nur der in der Lage wäre, Diktator Maduro wegzuhauen.

Human Rights Watch dokumentiert seit den Präsidentschaftswahlen 2025 eine Zunahme von Morden, erzwungenem Verschwinden und aussergerichtlichen Tötungen gegen oppositionelle Aktivisten, Demonstranten und Zivilpersonen.

Machado beweist mit ihrem Verbleiben in Venezuela nicht nur hohen persönlichen Mut. Denn in ganz Lateinamerika ist es bis heute üblich, sich unerwünschter oder störender Kritiker durch Liquidierung zu entledigen. Zudem unterscheidet sie sich damit von Oppositionspolitikern wie Juan Guaidó, der sich 2019 zum «interimistischen Präsidenten» Venezuelas ernannt hatte. Zunächst als neuer Superstar gehandelt, verglühte er schnell und ging 2024 ins Exil und ist marginalisiert.

Genauso wie Freddy Guevara übrigens.

Venezuela sitzt auf den grössten Ölreserven der Welt. Durch die Regimes von Hugo Chávez und noch schlimmer von seinem Nachfolger Nicolás Maduro wurde das Land aber durch Korruption und Misswirtschaft an den Rand des Bankrotts – und darüber hinaus – geführt. Nur ein ausgebauter Repressionsapparat mit den paramilitärischen «Colectivos», der «Guardia Nacional Bolivariana», der Polizei, dem SEBIN («Servicio Boliviariano de Inteligencia Nacional») und der DGCIM («Dirección General de Contrainteligencia Militar») ermöglicht dem Regime das Überleben.

Ob der Friedensnobelpreis das Leben von Machado verlängert oder verkürzt, wird sich weisen.

Wie der Narzisst und Amok Trump auf diese Kränkung noch reagieren wird, auch. Vielleicht hat er einen Lauf und greift in Venezuela ein.

4 Kommentare
  1. Hug Rolf
    Hug Rolf sagte:

    Diesen Preis haben schon der Cyberkrieger Obama und der palästinensische Terrorist Arafat erhalten; die Schulschwänzerin, Klimasektiererin und neuerdings als Hamasgroupie auftretende Thunberg war schon dafür vorgeschlagen, dies zeigt zu welcher Lächerlichkeit und Bedeutungslosigkeit dieser Preis verkommen ist!

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    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:

      Da haben Sie mal wieder was ausgesprochen – brillant ausgesprochen – was noch Keiner bemerkt hat. Damit gar keine Restressentiments bleiben, habe ich Sie jetzt nominiert.

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