TX Group weiter auf Clan-Gewinnkurs
Der Börsengang von Swiss Marketplace Group (SMG). Nun ein Aktienrückkauf. Den Coninx-Clan freut’s.
Investitionen in Journalismus dagegen: nada. Dafür dort sparen bis aufs Skelett.
Grandioser Börsengang, Ausgabepreis von 46 Franken pro SMG-Aktie, das entspricht schon mal einer Marktkapitalisierung von 4,5 Milliarden Franken. Davon gehören der TX Group (die Holding oberhalb von Tamedia & Co.) 30,7 Prozent. 1,38 Milliarden.
Das ist obendrauf auf die Marktkapitalisierung der TX Group von rund 2,17 Milliarden. Daran hält der Coninx-Clan rund 69 Prozent aller Aktien.
Also eigentlich sollte das doch für ihre rund 50 Mitglieder reichen, um ihren Hobbys nachzugehen, Yachten, Villen und Kunstsammlungen zu unterhalten. Sowie sich jeden Tag ein Kotelett mit satt Kaviar drauf zu leisten.
Auf der anderen Seite wird Tamedia bis auf die Knochen runtergehobelt. Entlassungswellen, Schliessung von Druckereien, Sparziel 70 Millionen. Nur Traumtänzer wie die publizistische Leiter nach unten Simon Bärtschi können das als Qualitätssteigerung schönschwatzen.
Redaktionen wurden zusammengelegt, verwirrliche Zahlen von geplanten Rausschmissen verkündet. Die überlebenden Redaktoren, vor allem die Ü-50, haben Schiss, wen es als nächsten treffen wird.
Dementsprechend herrscht eine Bombenstimmung in der Käfigtierhaltung der Zentralredaktion. Einziger Zugang in letzter Zeit: Anuschka Roshani. Nun ja.
Eher kleine Schlagzeilen machte dagegen eine weitere Massnahme zur Profit- und Besitzsteigerung der Coninx-Aktionäre (und den versprengten übrigen).
Unter «Investor Relations» verkündete die TX Group, bezugnehmend auf eine Medienmitteilung, dass sie «über einen Zeitraum von maximal drei Jahren bis zu 662’000 Namensaktien zurückkaufen» werde, was bis zu 6,25 Prozent des Aktienkapitals entspricht.
Oder einem Wert von rund 128 Millionen Franken.
Ein Aktienrückkauf hat angenehme Auswirkungen – für die Aktionäre. Gleicher Gewinn des Unternehmens, weniger Aktien, höherer Profit pro Aktie. Wer seine Aktien verkauft, bekommt Kohle auf die Hand. Wer sie behält, profitiert längerfristig.
Schon nach der Gründung der SMG klingelte eine Sonderdividende von rund 44,5 Millionen Franken in den Kassen der Aktionäre, wenn alle rund 10 Millionen Aktien anspruchsberechtigt waren.
Durch diesen Aktienrückkauf steigt der Anteil des Coninx-Clans am Aktienwert von TX auf rund 73,5 Prozent.
Das sind rund Dreiviertel von Fantastilliarden. Nun können die Mitglieder des Coninx-Clans zwar nicht wie Dagobert Duck ein erfrischendes Bad im Geldspeicher nehmen.
Aber eigentlich haben sie in letzter Zeit doch das Problem: wohin mit all der Kohle? Big Boss Pietro Supino kann schlecht auf die Villa noch eine Villa stellen. Die Zeiten von noch grösseren Yachten oder Fliegern sind auch etwas vorbei.
Und mehr als ein Rolls-Royce Droptail für rund 32 Millionen Dollar geht auf vier Rädern auch nicht.
Ach, vielleicht könnte man sich darauf besinnen, wodurch eigentlich der Grundstein dieses Vermögens gelegt wurde?
Mit Journalismus.
Mit Otto Coninx fing’s an, schliesslich Urenkel Pietro Supino, seit 2007 auf dem Thron. Was von der Tradition übrig geblieben ist, sind grosse Worte über die Bedeutung der Vierten Gewalt, von Qualitätsjournalismus, Kontrolle und wenn nötig Korrektur des Handelns der Mächtigen im Lande.
Aber statt für knapp 130 Millionen Franken einen eigentlich völlig überflüssigen Aktienrückkauf finanzieren, wieso nicht in einen Aus- statt Abbau von Tamedia investieren?
Tamedia machte im ersten Halbjahr 2025 einen Umsatz von 191,5 Millionen Franken. Da würde eine Finanzspritze von 130 Millionen Franken über die nächste drei Jahre Wunder wirken.
Träume würden wahr. Journalisten könnten tatsächlich Tage oder sogar Wochen auf Recherchen verwenden. Und müssten nicht länger irgendwelche Hehlerware in «Papers» oder «Secrets» verwandeln.
Journalisten könnten wieder Dossiers aufbauen und Themen vertieft begleiten. Und wer weiss, vielleicht gelänge ihnen auch ab und an ein Artikel von der Tiefe einer «Financial Times», «The Atlantic» oder gar des «New Yorker».
Die übrigens alle beweisen, dass sich Qualitätsjournalismus auch finanziell lohnt. Allerdings nur, wenn man ihn auch finanziert.
Also, liebe Grossfamilie Coninx, wie wäre es mit etwas staatsbürgerlichem Bewusstsein?
Der Gesellschaft etwas zurückgeben. Verantwortung, Haltung, Verpflichtung.
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Der Artikel erschien zuerst auf «Inside Paradeplatz».











Alle mit dem Kopf schon bei in der EU.
Und die praktizieren das zurückgehen ja: Aufrüstung, Wehrverpflichtigung und die Freiheit verteidigen.
Delegiert an die Gesellschaft.
Die Clans übernehmen global Verantwortung: Beute sichern und weiter vergrössern.