Heute prognostiziert – morgen vergessen
Das Blöde an Prognosen ist, dass man sie überprüfen kann.
Von Thomas Baumann
«Prognosen sind schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen», so geht ein geflügeltes Wort, welches oft Mark Twain, manchmal auch anderen zugeschrieben wird.
Die Kopfsalatblätter von Tamedia versuchten es trotzdem mal wieder, indem sie dem Chefökonomen der Bank J. Safra Sarasin eine Plattform gaben.
Banken betreiben ihr Research ja vor allem aus dem Grund, um den Anschein von ökonomischer Kompetenz zu erwecken.
Wäre es tatsächlich so, dass Banker die Zukunft mit Sicherheit voraussagen könnten, bräuchten sie keinen weiteren Tag mehr auf ihrer Bank zu arbeiten: Stattdessen könnten sie in kürzester Zeit mit Derivate-Geschäften stinkreich werden.
Immerhin: Der TA-Redaktor, der Soziologie und Wirtschaft studiert hat und Datenjournalismus am MAZ unterrichtet, hat ein scheinbar starkes Argument.
Der interviewte Karsten Junius habe «in den vergangenen Jahren die Entscheide der Nationalbank mit der besten Trefferquote vorausgesagt.»
Was allerdings nicht zu verblüffen mag: Bei zehn oder so «Chefökonomen» der hiesigen Bankenszene beträgt die Chance ziemlich genau zehn Prozent, die beste Prognose abzugeben. Aus diesem Grund sieht man auch immer die gleichen Köpfe in den Medien, die sich im Kaffeesatzlesen üben.
Interessant, dass genau derselbe Ökonom vor ziemlich gut einem Jahr auf cash.ch ebenfalls ein Interview gegeben hat.
Da sagte er bei einem Stand des SMI von ungefähr 12’500 demselben ein «Aufwertungspotential bis auf 12’800 Punkte» bis Ende Jahr voraus. In der Realität sackte der Index dann vielmehr um 1’000 Punkte auf 11’500 ab.
Beim Leitzins erwartete der Ökonom «zwei Zinssenkungen», womit man «in einem Jahr [also heute, Anm. d. Verf.] ein Leitzinsniveau von nur noch 0,5 Prozent» hätte.
Beides erwies sich als falsch: Es gab insgesamt drei Leitzinssenkungen und der SNB-Leitzins beträgt 0,0 Prozent.
Wenn das die beste Prognose von allen war, dann wundert man sich: Um wieviel lagen denn die anderen Banken daneben?











Die halbwegs intelligenten Wissen, das Prognosen reine Zeitverschwendung sind…
Die Prognosen der BankRotten
sind meistens nichts wert.
Jetzt, wo Sie‘s sagen…