Wie geht das?

Roshani und Tamedia: es muss Liebe sein.

Um diesen Irrwitz zu beschreiben, muss man andere Sprachen verwenden: «truth is stranger than fiction». Oder «la réalité dépasse la fiction». Denn die Realität ist:

Eine frustrierte und rachsüchtige Mitarbeiterin richtet mit Hilfe des denaturierten Nachrichtenorgans «Der Spiegel» ihren ehemaligen Chef öffentlich hin. Sie sei jahrelang verbal aufs Übelste gequält worden, als Redaktorin im Schoggi-Job des «Magazin». Die meisten ihrer Anschuldigungen hielten einer genaueren Überprüfung nicht stand.

Zudem stellte sich heraus, dass sie auf den Posten ihres Chefs scharf war. Und nachdem eine «Initiativbewerbung» darum keinen Erfolg gehabt hatte, versuchte sie es erfolgreich mit Mobbing. Triumph und Tragödie: ihr Chef wurde entlassen. Sie aber auch. Danach die öffentliche Rache an ihm und am Medienhaus, von dem sie jahrelang angenehm gelebt hatte.

Und lebt. Denn Anuschka Roshani klagte erfolgreich gegen ihre Kündigung und bekam nicht nur, dank ungekündigtem Arbeitsverhältnis, für Nichtstun rund 200’000 Franken zugesprochen. «Frau Roshani ist wieder für ihre Arbeitgeberin tätig», bestätigt Tamedia auf Anfrage. Wo genau, wieder beim «Magazin», darauf wird die Antwort verweigert: «Siehe Antwort zu Frage 1.»

Wo auch immer Roshani einen Schreibtisch bezogen haben mag: das ist ein echter Belastungstest für die geschrumpfte, verunsicherte und gebeutelte Restredaktion im Sparbetrieb Journalismus. Die Chefredaktorin lässt ihrer Mannschaft ausrichten: «Ich bitte euch, Anushka (!) bei der Wiederaufnahme ihrer Tätigkeit zu unterstützen.»

ZACKBUM vermutet, dass damit Anuschka gemeint ist. Deren letztes Werk stammt vom 15. Oktober 2022: «Wie LSD mein Leben verändert hat». Damals habe sie sich «klinisch kontrolliert auf mehrere Trips begeben». Aber das ist ja nichts gegen ihren Trip durch die Wirklichkeit. Fast drei Jahre bezahltes Nichtstun, das ist ausserhalb der «Republik» kaum jemandem im Journalismus vergönnt.

Wie unterstützungswillig die Redaktion wohl ist? Das hütet das Redaktionsgeheimnis streng und strikt. Aber sicherlich wird jedermann (und jedefrau) besondere Vorsicht walten lassen und jede unbedachte Äusserung, Handbewegung oder auch nur das Rollen der Augen nach oben geflissentlich unterlassen.

Unbekannt ist auch, mit welchen Gefühlen Bigboss Pietro Supino seiner Weiterhin-Mitarbeiterin begegnet. Denn es kommt ja auch nicht allzu häufig vor, dass ein Arbeitgeber eine Arbeitnehmerin beschäftigt, gegen die – wie auch gegen den «Spiegel» – immer noch eine Klage wegen Persönlichkeitsverletzung hängig ist. Die moniert nämlich die «Tamedia Publikationen Deutschschweiz AG».

Denn Roshani hatte auf der Plattform «Spiegel» nicht nur gegen ihren ehemaligen Chef ausgeteilt und behauptet, Tamedia habe ihre internen Beschwerden schnöde ignoriert. Das Presseorgan in Hamburg hatte mit geschickter Illustration zudem Supino in die Nähe des Sexualstraftäters Harvey Weinstein gerückt.

Also sagen wir mal so: Toleranz, Brüderlichkeit, Nächstenliebe. Da kann man nur Lukas 6,29 zitieren:

«Und wer dich auf die eine Backe schlägt, dem biete die andere auch dar; und wer dir den Mantel nimmt, dem verweigere den Rock nicht.»

Lieber Herr Supino, liebe Tamedia-Redaktion: so kommt ihr nicht nur in den Himmel, sondern dürft euch dann auch ganz nahe beim Fussschemel Gottes hinsetzen.

2 Kommentare
  1. Marcella Kunz
    Marcella Kunz sagte:

    Es gibt ja Home Office. Wie wär’s mit einem neuen Blog, den Frau Roshani eigenständig bespielen (Jargon) könnte? Vorschlag: «Briefe, auch blaue.»

    Antworten

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