Hubert Wetzel ranzt und raunt

Der Fehlanalytiker und Fehlprognostiker darf weiterhin …

Nach dem Wahlsieg Trumps raunte er: «So sterben Demokratien». Er wiederholt sich, ZACKBUM wiederholt sich: Die Masseinheit ein Wetzel steht für die maximale Distanz zwischen einer Formulierung und der Wirklichkeit.

Nach diesem Prinzip geht er das Eindringen russischer Drohnen in den polnischen Luftraum an. Wie viele waren es genau? Wie viele wurden abgeschossen? Waren die Drohnen bewaffnet oder nicht? War es bewusste Provokation oder Unfähigkeit auf russischer Seite? Genaues weiss man nicht.

Pardon, Wetzel weiss alles. Besser.

Am 12. September meint er in der «Süddeutschen Zeitung»: «Putins erster Streich». Brav dackelt Tamedia am 13. September hinterher: «Dies war Putins erster Streich. Doch der zweite…».

Die überdotierte und unterqualifizierte Auslandredaktion an der Werdstrasse waltete auch ihres Amtes. Heisst es im Original: «Die Verteidigung ihrer Ostflanke ist keine Milchmädchen-Rechnung – bei allem Respekt für alle Milchmädchen, sofern es die noch gibt –, auf der sich simple Geldbeträge gegenüberstehen», so wurde das tapfer eingeschweizert: «die Verteidigung ihrer Ostflanke ist keine Milchbüechli-Rechnung, auf der sich simple Geldbeträge gegenüberstehen».

Der Respekt für die Milchmädchen musste über die Klinge springen. Aber das sind nur lustige Nebensächlichkeiten.

Denn Wetzel geht ganz streng mit der NATO ins Gericht: «Wenn das ein Test war, dann hat die Nato versagt.» 19 Drohnen, so weiss Wetzel es als einziger genau, seien angeflogen. «Aber nur drei oder vier werden vom Himmel geholt – eine verheerend schlechte Abschussquote

So geht das nicht, donnert Wetzel:

«Wenn 19 Drohnen das Staatsgebiet und die Bewohner eines Nato-Mitglieds bedrohen, und das tat jedes dieser wackeligen Objekte, müssen alle 19 Drohnen abgeschossen werden.»

Nehmt das, ihr unfähigen NATO-Militärs. Aber, da gerät Wetzel vor Erregung leicht ins Stottern: Die NATO «kann mit enormem technischem Aufwand ein paar Drohnen abwehren, indem sie mit den sprichwörtlichen Kanonen auf die sprichwörtlichen Spatzen schiesst. Aber kann sie sich auch verteidigen, wenn nicht 19, sondern 190 Drohnen an einem Tag angreifen? Oder 1900 in einer Woche? »

Da fehlen einem sprichwörtlich die Drohnen, äh, Worte. Ja kann sie das? Muss sie das können? Reicht das deutsche Sondervermögen von 500 Milliarden Euro dafür aus? Also militärisch sieht das alles sehr wackelig aus, wenn der Iwan seine Drohnenschwärme losschicken würde.

Aber politisch sei’s auch nicht viel besser. Regierungschefs europäischer NATO-Länder hätten immerhin «Entrüstung» (statt Aufrüstung?) gezeigt. Aber was ist denn mit ihm? «Am Dienstagabend amerikanischer Zeit, als die Drohnen über Polen flogen, sass er (Präsident Trump, Red.) in einem Washingtoner Restaurant. Erst am Mittwochabend europäischer Zeit meldete er sich mit einer kryptischen Nachricht zu Wort. Was das denn nun sei mit diesen Drohnen, schrieb er. Und dann: «Here we go!» Jetzt gehts los! Wer oder was losgeht und wohin, das schrieb Trump nicht.»

So geht das ja auch nicht. Wohin’s gehen soll, das im Unklaren zu lassen, das darf nur Wetzel.

Für die Leser, die’s noch nicht kapiert haben, legt er noch eine Schippe drauf: «In einer Situation, in der Kampfjets unter Nato-Flagge zum ersten Mal in der Geschichte der Allianz mit scharfer Munition auf russisches Militärgerät schossen, das in feindseliger Absicht angeflogen kam, war der US-Präsident also mit seinem Dinner ausgelastet

Statt die Gabel fallenzulassen und sofort in den Situation Room unter dem Weissen Haus zu eilen und Gegenschläge vorzubereiten. Schliesslich lassen sich Hamburger doch auch liefern, wozu muss man sich dafür in ein Restaurant setzen.

Aber dieser Mann ist ja dermassen fahrlässig: «Auch scheint es Trump nicht zu kümmern, dass Russland und Belarus soeben ihr Militärmanöver «Sapad 2025» begonnen haben.» Das tun die zwei zwar alle vier Jahre, welche spezielle Kümmernis sollte das bei Trump auslösen?

Wir fassen kurz zusammen: die NATO, militärisch ein Haufen Vollversager. Von 19 Drohnen lediglich eine Handvoll abgeschossen. Während die anderen schlichtweg vom Himmel trudelten und weniger Schaden als die abgeschossenen anrichteten.

Die NATO, politisch führerlos. Nun nähert sich Wetzel mal wieder dem Höhepunkt, allerdings der Absurdität. Denn er schaut noch schnell ins Oberstübchen des Kreml-Herrschers und diagnostiziert: «Sollte der russische Diktator Wladimir Putin sich gefragt haben, wie wichtig Donald Trump die Verteidigung des Nato-Gebiets durch die USA ist, dann kann er aus dem Verhalten des US-Präsidenten durchaus eine Antwort ableiten: nicht so wichtig wie ein Steak mit Ketchup

Da erhebt sich die Frage: Hat Wetzel das recherchiert? Woher weiss er das? War’s wirklich ein Steak? Mit Ketchup? Kein Hamburger? Wieso fehlt die Angabe, ob das Steak well done oder medium rare serviert wurde? Und mindestens so wichtig: was ass oder trank Putin, während er sich diese Frage stellte?

Und was schliesst Wetzel aus dem Steak mit Ketchup? «Niemand sollte sich daher wundern, wenn Putins nächster Test bald folgt

Weder Trump noch Putin sind dafür bekannt, über einen ausgeprägten Sinn für Humor zu verfügen. Sollten sie aber dieses Stück Flachsinn lesen, würden sich beide die Lachtränen abwischen müssen.

 

9 Kommentare
  1. Martin Hefti
    Martin Hefti sagte:

    Ketchup oder Mayo. Ob ich das genau weiss, macht keinen Unterschied. Putins Leute sind clever. Annektion der Krim: Das waren nicht wir. Strohmänner-Lords im Donbass: Nicht wir. Drohnen auf Nato-Land: Wir wissen von nichts. Vielleicht ein Gehler. Der Bündnisfall ist eben nur gegeben, wenn der Angriff hochoffiziell deklariert ist. Wie mit dem höfischen Fehdehandschuh im westeuropäischen Mittelalter. Heute läufts anders, und es läuft weiter. Die Diversanten sammeln fleissig Erfahrungen.

    Antworten
  2. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:

    Artikel:
    Nach dem Wahlsieg Trumps raunte er: «So sterben Demokratien». Er wiederholt sich,..!

    Dumm, Wetzel hatte recht. Fragt sich wer jetzt «ranzt und raunt».

    Antworten
    • Peter Bitterli
      Peter Bitterli sagte:

      Seit Sie sich darauf kaprizieren, gegen den Gastgeber und Meister anzukeifen statt wie früher ihm brav mit seinen eigenen Worten Einen mit dem Schwanz zu wedeln, werden Sie von mal zu mal origineller.

      Antworten
  3. Peter Bitterli
    Peter Bitterli sagte:

    Des Wetzels Gewäsch über unbemerkte Manöver ist auch grosser Quark. Es finden im Gegenteil gleichzeitig grosse Nato-Manöver in Litauen statt. Übungsziel: Truppenverschiebungen ins Baltikum. Deswegen sind aktuell sämtliche Grenzübergänge von Polen, Litauen und Lettland nach Belarus gesperrt, die sonst dem täglichen regen Grenzverkehr dienen. Alle haben‘s gemerkt. Nur Wetzel nicht; der war ja wohl auch noch nie dort.

    Antworten
  4. Peter Bitterli
    Peter Bitterli sagte:

    Das Unlustige daran: Das ist die Mainstreammeinung im Interesse der Rüstungskonzerne und der Staaten, die die Nato seit Jahren in einen Krieg mit Russland zerren wollen, also der Balten, Polen und natürlich des nationalistischen Teils der Ukrainer. Wetzel lebt davon, diese Agenda voranzutreiben.

    Antworten
    • Roli Meier
      Roli Meier sagte:

      Ja genau, die Balten und Polen wollen eine Krieg gegen Russland führen. Selten so gelacht, ab dieser Aussage. Abstrus ist da gerade noch das harmloseste was mir dazu einfällt.

      Antworten
      • Peter Bitterli
        Peter Bitterli sagte:

        Wenn Ihnen „abstrus“ einfällt und zwar als Harmlosestes, dann müssen Sie lachen wie selten? Hä? – wie unser Meister zu fragen pflegt.

        Antworten

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert