Entwertung der Werte
Völkerrecht, Zivilisation, regelbasierte Ordnung? Pfeif drauf.
Dass die Hamas eine Mörderbande von fundamentalistischen Wahnsinnigen und Gescheiterten ist, bezweifelt ausserhalb von verpeilten linken Kreisen niemand.
Was ist dann die israelische Regierung, wie kann man die Handlungen der israelischen Armee im Gazastreifen, in Syrien, im Libanon, im Iran, im Jemen und nun auch in Katar bezeichnen?
Da verrutschen aller Orten die Massstäbe, werden plötzlich allgemein akzeptierte Grundwerte in die Tonne getreten. So fabuliert der Auslandredaktor der NZZ Jonas Roth: «Es steht ausser Frage, dass die Anführer der Hamas im katarischen Exil ein legitimes Ziel sind.»
Legal, illegal, legitim, illegitim, scheissegal? Auch die NZZ ist vor Ausflügen in die Niederungen der Orientierungslosigkeit nicht gefeit.
nau.ch weiss: «Die Hamas-Führungsmitglieder führen laut Berichten in Doha ein Leben im Luxus und häuften Milliarden an. Zugleich schmiedeten sie von dort aus Pläne, für Angriffe auf Israel – mit verheerenden Konsequenzen für ihr eigenes Volk.»
CH Media, Tamedia beschränken sich auf eine weitgehend faktische Darstellung, bei der sie die offizielle Begründung der israelischen Regierung und die Reaktion aus Katar sowie von anderen Staaten wiedergeben.
Tamedia übernimmt dabei wieder einmal die Meinung eines Redaktors der «Süddeutschen Zeitung». Bernd Dörries schreibt neutral: «Viel deutlicher kann man es nicht machen, dass man gar nicht an einem Waffenstillstand interessiert ist oder gar an einer Zukunft für Gaza, die auch die Palästinenser beinhaltet.»
«Blick» schwärmt von einem «israelischen Präzisionsangriff», über den allerdings US-Präsident Trump verärgert sei.
«Es gibt keine roten Linien mehr», jubelt Urs Gehriger in der «Weltwoche». Als sei das zu begrüssen, nicht zu beklagen.
Katar wählt deutlichere Worte: Es handle sich um einen «rücksichtslosen, kriminellen Angriff», eine «feige und illegale israelische Attacke», um «Staatsterrorismus», es sei «eine eindeutige Verletzung seiner Souveränität und Sicherheit».
Zudem behauptet Katar, von seinem Verbündeten USA erst zehn Minuten nach Beginn des Angriffs darüber informiert worden zu sein. Die USA unterhalten in Katar die Al-Udeid Air Base, das Hauptquartier des US Central Command (CENTCOM), das Militäroperationen von Ägypten bis Kasachstan koordiniert. Dort sind in Spitzenzeiten bis zu 10’000 US-Truppen stationiert, während Katar über 8 Milliarden Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investiert hat.
Hamas, die Huthis im Jemen, Iran, Russland: die Achse der Bösen, der Outcasts, die sich einen feuchten Dreck um Völkerrecht oder die Einhaltung von Regeln kümmern, Kriegsverbrechen begehen und deshalb verurteilt und sanktioniert werden müssen.
Die israelische Regierung, die sich einen feuchten Dreck um Völkerrecht oder die Einhaltung von Regeln kümmert, Kriegsverbrechen begeht und darüber hinaus eine Million Einwohner von Gazastadt dazu auffordert, sich zu verpissen, denn nun werde auch diese Stadt dem Erdboden gleichgemacht: ähm.
Die Verbrechen israelischer Siedler im illegal besetzten Westjordanland, das wie die Golanhöhen annektiert ist: ähm.
Israel macht sich mit seinem Staatsterrorismus, der Vertreibung der Palästinenser, den Attacken überall zum Paria unter den Staaten. Reaktion: ähm.
Die Aussagen von rechtsradikalen, religiös fundamentalistischen Ministern im Kabinett Netanyahu («freiwillige Emigration» der Bevölkerung des Gazastreifens, alternativ «völlige Vernichtung», Aushungern sei vielleicht nicht zulässig, aber möglicherweise moralisch und emotional gerechtfertigt, Finanzminister Bezalel Smotrich; Option, eine Atombombe auf Gaza abzuwerfen, Amihai Eliyahu, Minister für religiöses und kulturelles Erbe; der neue Präsident von Syrien sollte «eliminiert werden», Amichai Chikli, Minister für Diaspora-Angelegenheiten; Irans Führer Khamenei dürfe «nicht länger existieren», Verteidigungsminister Israel Katz; «wir kämpfen gegen menschliche Tiere», Ex-Verteidigungsminister Yoav Gallant, usw.): ähm.
Die erste Verteidigungslinie – jede Kritik an der israelischen Regierung sei Antisemitismus –, bröckelt immer mehr. Die zweite Verteidigungslinie, der Tod von Zehntausenden von Palästinensern sei ein Kollateralschaden bei der Reaktion auf das Hamas-Massaker in Israel, wird nur noch leise gemurmelt. Die dritte Verteidigungslinie, das sei berechtigte Notwehr eines in seiner Existenz bedrohten Staates, ebenfalls.
Was bleibt? Peinliche Doppelmoral und Heuchelei, mit der die meisten Staaten Europas und des angelsächsischen Raumes ihres Anspruchs verlustig gehen, das Verhalten anderer Staaten moralisch zu werten und zu verurteilen.
Da nützen halbherzige «Verurteilungen» der Verbrechen der israelischen Regierung unter einem per internationalem Haftbefehl gesuchten Ministerpräsidenten, den nur die Immunität seines Amtes vor der Verurteilung wegen Korruption schützt, nichts.
Denn entweder gelten Völkerrecht und eine regelbasierte Ordnung kategorisch und wird immer auf ihre Einhaltung gepocht – oder es geschieht nur von Fall zu Fall und wird damit wertlos.
Neben all diesen Verbrechen ist die Auflösung des Anspruchs aufgeklärter und zivilisierter Staaten zu beklagen, einstmals allgemeingültig Prinzipien überall einzufordern.
Willkommen in der Barbarei des 21. Jahrhunderts.









Weitab vom Schuss, noch, aber auch hier, im zackbum herrscht eher Vernichtungskrieg als Diskussion.
Peinlichste Namensverhunzer vom Rotstift-Helden (wieso geht sowas durch die Kleiderunordnung), Gifteleien anstatt relevante Gedankengänge, Moralpositionen ohne Respekt und Anstand untereinander.
Wie wollen wir hier untereinander die Probleme von Hamas und Zionisten (das sind diese Extremisten, noch bevor es Juden sind) beurteilen, wenn wir schon im Umgang miteinander und in Friedenszeiten scheitern?
Es kristallisiert sich nun heraus, was man schon 1948, nach dem ersten verlorenen Vernichtungskrieg der arabischen Nachbarländer auf Israel, hätte tun müssen. Eine absolute Trennung der beiden Volksgruppen herbeiführen. Danach folgte Niederlage auf Niederlage der Muslime, in ihrem krankhaften, teuflischen Wahn, Israel zu zerstören. Die Zweistaatenlösung verfolgen nur noch realitätsblinde Spinner. Für die Palästinenser ist genug Platz in den 22 arabischen Staaten und im Iran. Eine etappenweise Ausreise, bezahlt von den reichen arabischen Golfstaaten und den antisemitischen Terroristenfreunden in Europa (Spanien, Portugal, Frankreich, Belgien, England, Skandinavien, Holland, Liste nicht vollständig) wäre nun angebracht, es wäre ein echte Perspektive für die palästinensische Minderheit, die vom Terrorismus nichts mehr wissen will.
Israel muss erst dem Zionismus von innen Einhalt gebieten. Das ist jedoch aus israelischer Sicht quasi unmöglich. Solange der Zionismus weiter «wuchert», ist kein Nachbarstaat vor Israel sicher. Das schlimmste was passieren kann aus israelischer Sicht, ist, dass der Zionismus von aussen gestoppt wird. Das wäre die Niederlage Israels und entprechend auch die Infragestellung seiner weiteren Existenz.
Wer Terror sät, wird Terror ernten. Das werden die Zionisten
früher oder später noch zu spüren bekommen.
Für die todgeweihten Palästinenser scheint es kein
Entrinnen zu geben. Immerhin, sogar in der Schweiz wächst
die Einsicht, dass auch die Palästinenser menschliche Wesen sind.
Im STAATE Israel gibt es viele mutige Menschen. Kriegsdienstverweigerer
und Deserteure, mutige Journalisten usw. Diese sollten wir nach
Kräften unterstützen!
„Wer Terror sät, wird Terror ernten.“ Ist zwar kein irgendwie sinnvolles und existierendes Sprichwort, hat aber in diesem Falle durchaus einen Gehalt an Wahrheit. Und klingt so weise und alttestamentarisch. Und sehn Sie, Fülistaler, genau so ist es. Da war doch dieser Überfall. Das wäre dann das Säen. Und da ist die Reaktion darauf. Das bezeichnen wir mal als Ernten. Es ist sogar richtig, dass auch Figuren, die im Kollektiv Mord, Folter, Vergewaltigung und Geiselnahme feiern und sich daran, an Leichenfledderei und Gefangenenaufsicht beteiligen, menschliche Wesen sind, genauso wie Kurzschliesser und Flachdenker. Bleibt die Frage, wie denn zum Beispiel Sie, Fülistaler, mutige Menschen und Deserteure in Israel nach Kräften unterstützen. Als Maulheld?
Es spricht ja für Sie, Bitterli, dass Sie auf diesen ewig gleichen, ideologisch aufgeladenen Nonsens noch reagieren und die richtigen Fragen stellen.
Bringt aber nichts. Gerade so gut könnten Sie versuchen, einer Flasche Wein das Kopfrechnen beizubringen.
Maulheld? Ausgerechnet Bitterli, unser Möchtegern-Märtyrer, der sich schon bei einer selbstverursachten kleinen Meinungsverschiedenheit mit einer hysterischen Schneeflocke nass macht und diese nichtige Anekdote zum Besten geben muss, um möglicherweise wieder einmal etwas Aufmerksamkeit zu generieren. (Bitteschön)
Falls sich unser Don Quichotte kundig machen wollte, könnte er z.B. «Jewish voice for peace», «Ärzte ohne Grenzen» oder «Breaking the Silence» konsultieren. Könnte, wollte – aberv er kann nicht und behauptet er will nicht.
Ast! Humor- und Reflexionsfrei wie immer. Über Selbstironie wollen wir gar nicht anfangen zu reden. Er hat ja nicht einmal einen Vornamen. Ausgerechnet. Aufmerksamkeit… in „Zackbum“: Naja.
Doch, doch, ich fand’s auch lustig.
Schön geschrieben, wenn es nicht so tragisch wäre. Warum erschienen solch klaren Worte nicht mehr in den Massenmedien?