Sexy ist fascho
Sexy ist Nazi. Sydney Sweeney ist das hässliche Gesicht des Faschismus. Plus seine Verkörperung.
Oder nicht? An ihr ist ein neues Phänomen und ein inzwischen etwas ausgelaugtes zu beobachten. Als sie sich lasziv auf der Rückbank eines Mercedes Cabrio räkelte, während die alternden Rolling Stones nur noch juvenil auf Plakatwänden dazu «Angry» spielten, wurde gekreischt.
Nicht nur von Fans der scheinbar unkaputtbaren Glimmer Twins. Sondern von der schnell erregten Benimmfront: das sei sexistisch, schrecklich, Rollenbild, Sexobjekt, Projektionsfläche hässlicher Männerfantasien:

Sweeney, eine Schauspielerin, die durchaus auch anspruchsvolle Rolle auswählt, hat allerdings kein Problem damit, dass sie – soweit bekannt, ohne künstliche Hilfe – über die Masse 90-60-90 verfügt. Und dazu blonde Haare und blaue Augen hat. Wer auf so einen Typ steht, sagt wow. Andere nehmen es gelassener.
Wer verkniffen-verklemmt ist, sagt pfui. Und läuft bei der nächsten Provokation zu blankem Entsetzen auf. Die zuvor eher unbekannte Marke American Eagle landete mit diesem Werbespruch einen Volltreffer: «Sydney Sweeney hat grossartige Jeans». Ein Wortspiel mit dem Gleichklang auf Englisch von Jeans und «genes», Gene.
Ha, wurde losgekeift. Rassistisch, gar moderne Nazi-Propaganda, hier werde die Überlegenheit weisser Gene propagiert. Und eben, dazu blonde Haare und blaue Augen, gebärfreudiges Becken, ausreichende Ausrüstung obendurch, Lebensborn reloaded. Gut, dazu müssten die Moralinversauerten wissen, was das war.
In Zeiten, in denen bei keiner Werbung Multikulti, verschiedene Hautfarben, Behinderungen und Dicke fehlen dürfen, eine bewusste und gelungene Provokation. Keine Inklusion, keine Rücksicht auf sensibles Unwohlsein.
Es erfolgte die üblichen Reaktion. Die Kollektion war schnell ausverkauft, die Aktie der Firma stieg. Soweit Business as usual. Aber dann etwas Neues. Bei vergleichbaren kleinen Provokationen hatten zuvor Firmen, sobald sich Gegenwind von der pervertierten Kampffeministen- und Antirassistenfront erhob, schnell, Pardon, den Schwanz eingezogen. Und die Werbung mit bedauernden Geräuschen und tiefer Entschuldigung zurückgezogen.
Als H&M vor ein paar Jahren ihre Billiglinie mit einem schwarzen Jungen bewarb, der einen grünen Hoodie mit dem Aufdruck «Coolest monkey in the jungle» trug, zwang der Aufschrei der Gutmenschen das Modehaus in die Knie. ´tschuldigung, Fehler, unsensibel, tut uns das Leid. Ob es rassistisch gewesen wäre, hätte im Pulli ein Weisser gesteckt? Mit blauen Augen faschistisch?
Aber American Eagle macht etwas Neues: auf Instagram stellte die Firma klar, dass sie weiterhin hinter dieser Werbekampagne steht. Mit der trockenen Feststellung: «grossartige Jeans sehen grossartig bei allen aus». Unabhängig davon, ob jemand blaue Augen und blonde Haare hat oder nicht. Die einen stehen drauf, plus auf üppige Oberweite. Andere auf anderes.
Das wahre Probleme ist: wer durch diesen Scherz Rassismus, Faschismus und die Propagierung weisser Überlegenheit assoziiert, sollte sich mal um den kleinen Faschisten in sich selbst kümmern.
Wer als Mann (oder als Frau) eine solche etwas provokative, aber keinesfalls pornographische Verwendung weiblicher Reize als abstossenden Missbrauch eines Frauenköpers empfindet, sollte sich fragen, was mit seiner eigenen Erotik falsch läuft.









Wow!
Willkommen zurück, Meister 🙂
Ich als Frau sehe da nur eine sehr attraktive, hübsche, junge (andere) Frau. Und die Jeans stehen ihr übrigens wunderbar. Möglicherweise liegt das aber auch daran, dass ich andere Frauen nicht automatisch als Konkurrenz für männliche Aufmerksamkeit einordne. Denn das wiederum wäre patriarchales Denken – angeblich genau das, was diese woken Feministinnen doch so eifrig bekämpfen. Und dennoch machen sie immer und immer wieder genau das: Jede Frau, die für sich selbst denkt und dann – OMG – auch noch besser aussieht, muss sofort zerfleischt werden. Wir brauchen überhaupt keine Männer mehr, die uns unterdrücken. Die linken Pseudofeministinnen haben diesen Job schon seit Jahren sehr erfolgreich übernommen.