Der schuldige Mohr
Sprachreinigung in der Tradition der Nazi-Ideologie.
Es ist müssig, den verpeilten Vergewaltigern der deutschen Sprache mit logischen Argumenten beikommen zu wollen. Es ist aussichtslos, ihre klaffenden historischen Wissenslücken zu schliessen. Es ist sinnlos, ihnen zu erklären zu versuchen, dass die Abschaffung oder «Kontextualisierung» historischer Begriffe weder etwas an der Geschichte ändert, noch einen Beitrag zur Verbesserung der Menschheit leistet.
Ob man Schwarzer, pigmentös Herausgeforderter oder Afroirgendwas sagt, ob man Neger durch «N-Wort» ersetzt, ob man Zigeunerschnitzel nicht mehr Zigeunerschnitzel nennt: dadurch gibt es weder weniger, noch mehr Rassismus in der Welt.
Man erkennt einen Rassisten nicht daran, dass er ein «Zigeunerschnitzel» bestellt. Man erkennt einen Antirassisten nicht daran, dass er stattdessen Paprikaschnitzel oder vornehm «à la zingara» ordert. Und nicht jeder, der ein «Balkanschnitzel» bestellt, ist kein Rassist. Wenn das so einfach wäre.
Das ist genauso bescheuert wie die Turnübungen der «Tagesschau», das nach einem uralten Fluss benannte Land Niger als «Nischee» auszusprechen. Der Name wurde ihm von den Tuareg gegeben, was in ihrer Sprache «grosser Fluss» bedeutet. Aber vielleicht waren auch sie schon Rassisten.
Besonders absurd ist dieser Kampf um die angebliche Reinheit der Sprache – ein zutiefst nazistisches und rassistisches Verlangen – beim Wort Mohr. Seine etymologische Herleitung, seine durchaus positive Konnotation: diese Flachköpfe und FlachköpfInnen sind zu faul oder zu unfähig, sich mit den Wurzeln des Rassismus zu beschäftigen. Sie meinen, mit einer sprachlichen Oberflächenreinigung hätten sie ein gutes Werk vollbracht.
Sie sollten mal einen Kubaner davon abhalten wollen, «moros y cristianos» zu essen. Abgesehen davon, dass das Regime schon dafür besorgt ist.
Besonders stossend wird das, wenn sich die Zürcher Stadtpräsidentin Corinne Mauch nicht entblödet, die Entfernung oder mindestens Überdeckung der Hausinschriften «Zum Mohrenkopf» und «Zum Mohrentanz» zu beschliessen. Weil sich dadurch, wie soll man das formulieren, pigmentös Andersartige in ihrer schwarzen Seele (Pardon) verletzt fühlen könnten.

So nebenbei, lieber Tamedia-Qualitätsjournalist Beat Metzler: Das Bundesgericht gab überhaupt niemandem Recht. Es trat schlichtweg auf eine Beschwerde nicht ein.
Die Staatsaktion geschah 2021 auf eine Anregung des Kollektivs «Vo Da» hin. Eine Ansammlung von prinzipiell Betroffenen und Diskriminierten. Bemerkungen über deren intellektuelle Flughöhe würden sicher Rassismusverdacht auslösen, also verkneift sich das ZACKBUM.
Der Heimatschutz erhob gegen diese Verschandelung Einspruch. Weil es den Steuerzahler brennend interessiert, wie dieser Kampf um ein Zeichen gegen Rassismus ausgeht, prozessierte man die Sache bis ans Bundesgericht. Vergeblich, aber nicht kostenfrei.
Also bleibt’s beim Entscheid des Verwaltungsgerichts: Mauch darf. Besser und entlarvender als «Vo Do» kann man diesen Schwachsinn nicht kommentieren:
«Die Entfernung rassistischer Begriffe und Symbole aus dem öffentlichen Raum ist ein Bekenntnis zu einer Gesellschaft, in der alle Menschen gleichermassen dazugehören.»
Nein, Nichtschwimmer sollten zum Beispiel bei der Züriseeüberquerung nicht dazugehören und dieses Recht auch nicht einfordern dürfen.
ZACKBUM sieht hier allerdings ein Bekenntnis zu Sprachhygiene in der Tradition der NSDAP. Und fordert in diesem Sinne den Ersatz des Wortes Vierzylinderexplosionsmotor durch Viertopf-Zerknalltreibling.









Und ja: so eine vernünftige Stimme in der heutigen Zeit ist Balsam – danke!
Ja, linguistische Korrekturen hier und da. Aber gucken wir mal den Zustand der Erde an: Krieg in allen 7 Ecken des Planeten und Armut soviel wie noch nie. Die Gesinnung ist noch die selbe hinter diesen ‚Gutmensch-Korrekturen‘.
Vielen Dank für den Hinweis darauf, dass lediglich die Beschwerde abgewiesen wurde. Das ist mir schlicht entgangen und ich hatte mich schon über das Bundesgericht geärgert. Darf mir eine Lehre sein.
Beinhaltet Rassismus nicht, die eigene Rasse zu überhöhen und die andere herabzusetzen? ZB. „wir blicken eben durch, aber die anderen vermögen das gar nicht einzuordnen“? Entspringt dieses Schriften-abdecken nicht einem ganz ähnlichen Geist, nur ohne rassische Komponente?
Dann decken sie die Inschrift halt ab, das Wort kommt in meinem Wortschatz ohnehin nur in Zusammenhang mit dem Mohrenkopf vor.
Wunderbare Glosse 🙂
„Nischee“ ist grossartig. Dann sind die Einwohner wohl Nischeeriane.
Dass der Qualitätsjournalist mit der nonbinären Frisur nicht weiss was Sache ist, überrascht dann wieder etwas weniger.
Na, der sieht aber so richtig scheisse aus – meint mein linksverblödeter, aber gliedsicherer Cousin aus Lugano. Das Hemd wertet auch nicht so recht auf, sondern zusätzlich ab. Der kann sich unter Weiblein wie Männlein, unter Zwitter oder Garnix umschauen, es stellt sich niemand zur Verfügung. Untendurch halt nach Ausweitung der Kampfzone. Da hat mein dummer Cousin mal so was von recht.
Lauter Knalltüten in der Zürcher Regierung.
Die Geschichte wird das hölzerne Feigenblatt wieder entfernen
und den Mohrenkopf freisprechen.
Ist zum Glück nicht so teuer.
Gute Schelte heute.
«Pigmentös Herausgeforderter.»
Der Schluck Kaffee tropft nun lustig die Wand runter.
Wer braucht schon Sachverstand in der Politik und im Journalismus – Hauptsache, die Show läuft, oder?
Ich habe gestern einen Russenzopf von der Migros gegessen. Bin ich jetzt ein Putin-Versteher? Bis jetzt habe ich nichts bemerkt.