Hitzschlag im kühlen Regen
Der Tagi kommentiert die absurden Vorschläge der Grünen. Realsatire, Teil zwei.
Die Schweizer Grünen, die gerne mal selbst ausgedehnte Reisen im Langstreckenflieger unternehmen, haben einen «Aktionsplan». Die Fraktionschefin der Grünen, Aline Trede, düst ungeniert nach Brasilien oder Uruguay. Obwohl sie ja eigentlich nicht fliegt und strikt dagegen ist.
Aber gegen diese Heuchelei will die Partei nichts unternehmen. Sondern sie kämpft neuerdings für das «Recht auf Schatten». Für Hitzefrei, begrünte Tramhaltestellen, Mietzinsreduktion bei überhitzten Wohnungen und überhaupt. Bezahlen soll das der Staat, wer denn sonst. Also der Steuerzahler, wer denn sonst.
Diese Realsatire ist schwer zu toppen. Am Arbeitsplatz soll gelten: «Demnach müssten Arbeitgeber ab 26 Grad in Innenräumen Massnahmen zum Schutz der Gesundheit ergreifen. Dazu gehören längere Pausen, kostenlose Getränke oder reduzierte Arbeitszeiten. Bei extremer Hitze soll es ein Recht auf Homeoffice geben.»
Offenbar ist Tamedia-Redaktor Markus Brotschi noch nicht in den Genuss dieser Privilegien gekommen. Anders ist seine erhitzte Meinung nicht zu erklären. Er erteilt auch gerne Parlamentariern Nachhilfestunden, wie sie «unheilige Allianzen» vermeiden sollten.
Als Bundeshausredaktor kennt er sich zudem bestens beim Klima-Retten aus. Also erklärt er nun den «Bürgerlichen», was sie zu tun hätten. Er befürchtet allerdings nicht zu Unrecht, dass dieser Forderungskatalog der Grünen «Polemik» auslösen könnte.
Vielleicht überschätzt er die Wirkung dieser überhitzten Forderungen: sie werden wohl eher gesundes Gelächter provozieren. Aber Brotschi ist überhaupt nicht nach Lachen zumute:
«Wer mit Blick auf die in diesen Tagen erträglichen Temperaturen darauf setzt, dass Tropennächte die Ausnahme bleiben, dürfte in wenigen Jahren eines Besseren belehrt werden. Die Wissenschaft ist sich weitgehend einig: Der Klimawandel ist Tatsache, und der Sommer wird für viele Menschen zum Gesundheitsrisiko werden.»
«Weitgehend einig» ist eine genauso kühne Behauptung wie die eines Gesundheitsrisikos für «viele Menschen». Ist ja auch ein Skandal, wie viele Menschen in der Karibik oder in anderen wirklich heissen Gegenden der Welt durch die Hitze wegsterben. Vielleicht sollte Brotschi, wenn er keine Flugscham kennt, mal ein paar Wochen dort verbringen, um sich vom Gegenteil zu überzeugen.
Wie auch immer, es ist wie meist bei solchen Debatten fünf vor zwölf: «Darauf gilt es sich vorzubereiten, und zwar jetzt und nicht erst im nächsten Jahrzehnt.» Falls nicht, schwant ihm Übles:
«Wenn Gebäude in 15 Jahren noch immer schlecht isoliert, unklimatisiert und Innenstädte nach wie vor Asphaltwüsten sind, wird die Sommerhitze für manche unerträglich geworden sein.»
Ein Seher unter den Tamedia-Journalisten. Ob er wohl auch eine Prognose abgeben kann, ob es den Tagi in 15 Jahren noch gibt? Und ob er dann noch zur zusammengeschmolzenen kleinen Schar seiner Journalisten gehören wird?
Aber hier und heute singt er ein Loblied auf die Grünen: «Zumindest kümmern sich die Grünen um jene Folgen der Klimaerwärmung, die selbst bei einer drastischen weltweiten Reduktion des CO₂-Ausstosses kaum mehr zu verhindern sind. Das nennt sich Realpolitik.»
Absurde und unrealistische Forderungen aufstellen, deren Verwirklichung eine Reduktion des «weltweiten CO2-Ausstosses» um mindestens 0,000001 Prozent bewirken würde, soll sich Realpolitik nennen dürfen? Was wäre dann Irrealpolitik? Den Mond zwecks Schattenwurf näher an die Erde holen?
Wäre es nicht eine sinnvollere Massnahme zur Reduktion, Trede oder den SP-Co-Chef Cédric Wermuth (der mit dem Flug nach Berlin für ein Selfie mit Olaf Scholz und einem Familienausflug nach Asien) zu fragen, wie ihre Flugbewegungen nach nah und fern mit solchen Forderungen vereinbar sind?
Eine genauso absurde Gegenthese: würden alle Befürworter dieses «Aktionsplans» konsequent auf Flugreisen verzichten (und das nicht nur den anderen predigen), dann wäre das ein bedeutender Beitrag für ein kühleres Zürich.
Dass Tamedia diese grünen Vorschläge ohne jede Spur von Ironie oder zumindest Distanz referierte, ist das eine. Dass nun noch mit einem solchen Meinungsartikel nachgelegt wird, während kritische Stimmen in der Podiumszeitung Tagi keinen Platz bekommen, das ist erbärmlich.











Besten Dank für das Aufgreifen dieser abstrusen „Meinung“ von Markus Brotschi! Alleine das Wort „Bürgerliche“ wäre zu vermeiden. Niemand lebt heute noch auf Burgen, auch wenn es da schön kühl wäre.
Bleibt nur noch zu ergänzen, dass die baulichen Massnahmen die Reduktion um 0,000001 Prozent CO₂-Emissionen gleich wieder zunichte machen würden. Bauen ist bekanntlich für fast einen Drittel der Emissionen verantwortlich.
Wir liegen hier am Strand in Griechenland, bei 35°C tagsüber und > 20°C nachts (sog. «Tropennächte»). Wir sind nicht allein, halb Europa ist auch hier, quicklebendig, den Sommer geniessend.
Klimanotstand auch in Zug (Stadt):
https://www.zentralplus.ch/umwelt/die-stadt-zug-soll-mit-hightech-runtergekuehlt-werden-2788013/
Abo, warum?
Gegen den menschengemachten Klimawandel hilft nur konsequentes Gendern. Und zur Not könnte man auch einmal Maskenzwang im Freien einführen. Ausser bei Spielen der Frauenfussball-EM. Schliesslich muss die vegane Wurst ja irgendwie verzehrt werden. Der Tagi bleibt dran.
🙂
Den Klimawandel sollte man stoppen. Nur ist es heute
leider zu spät dazu. Wann erschien doch jetzt «Die Grenzen
des Wachstums»?
Gewachsen ist leider nur die Dummheit
unserer hohen Politiker.
Der mit dem stoppen, wie muss ich mir das vorstellen.
Wollen sie den Planeten beim drehen behindern?
Wie und warum soll Klimawandel gestoppt werden um Himmelswillen? Denke ein- und SRF ausschalten.
Etwas muss man den Tagimachern lassen: Sie arbeiten hart und schweisstreibend daran, auch den letzten Leser, der noch über gesunden Menschenverstand verfügt, zu vertreiben.
Aus solchen Publikationen à la Brotschi werden Sargnägel für die Medien gemacht.