Wie man es nicht machen sollte

Eine Erbin macht sich unmöglich.

Eigentlich könnte man meinen, dass jemand, der so reich ist wie Regina Bachmann, sich einen Kommunikationsberater leisten könnte. Oder jemanden, der ihr gut zuredet, all das nicht zu tun, was sie tut.

Mit der Begründung, dass es eine Totalsanierung brauchte, hatte sie allen Mietern in ihren Sugus-Häusern am Zürcher Hauptbahnhof gekündigt. Die Mieten sind für Zürcher Verhältnisse – und für diese Lage – unglaublich billig. Zwischen 1’000 und maximal 2’300 Franken im Monat. Nach der Totalrenovation sollen sie sich verdoppeln.

Es ist völlig klar, dass man so etwas in der heutigen Wohnungsknappheit mit ziemlich viel Feingefühlt angehen sollte. Aber Bachmann hat gemeint, mit ihrem Mann fürs Grobe, der Hochstapler Goran Zeindler, kriege sie das einfach gebacken. Also schrieb Zeindler massenhaft Kündigungen und tat so erstaunt wie Bachmann, als sich dadurch ein Shitstorm entwickelte, der nicht von schlechten Eltern ist.

Blöderweise wurde dann Zeindler auch noch an seiner weiteren Sanierungstätigkeit gehindert, indem er in U-Haft wanderte. Schon mal blöd gelaufen; also musste Bachmann zur Sicherheit ein zweites Mal kündigen. Was sie natürlich auch tat. Allfällige Kaufangebote, anscheinend auch von der Stadt Zürich, wurden bislang abgelehnt.

Seit den ersten Kündigungen schwappt eine Protestwelle immer höher. Politiker bringen sich in Stellung, wunderbar, wenn jemand das schöne Klischee vom geldgierigen Vermieter und von den armen Mietopfern so perfekt erfüllt wie Bachmann.

Nach all dem Schlamassel, das die Erbin bereits angerichtet hat, wäre eigentlich zu erwarten, dass sie zuerst guten Rat bei einem Könner einholt und anschliessend auf allen Kanälen beruhigende Geräusche von sich gibt. Ein klassischer Fall von: ist dumm gelaufen, aber jetzt schauen wir gemeinsam in die Zukunft.

Schliesslich hat sie die Macht des Faktischen auf ihrer Seite, auch wenn sie sich sicherlich noch jahrelang mit diversen Mietern vor dem Mietgericht herumschlagen muss. Aber natürlich darf ein Besitzer seine Mietskasernen von Bewohnern räumen, wenn er gedenkt, das Objekt einer Kernsanierung zu unterziehen. Allerdings wäre schon mal die Frage gewesen, ob das tatsächlich nur nach der Totalräumung möglich wäre.

Aber item; es ist kalt draussen, und jeden Tag demonstrieren, das tut der Schweizer (und auch der Ausländer) nicht so gerne. Was tun? Einfach, wozu wohnt man denn da, wozu gibt es Balkone und Bettlaken? Genau, mehr braucht’s doch nicht, ausser ein bisschen Farbe. Also wird gepinselt «Zuhause, Heimat, Wir Kinder wollen bleiben». Jö.

Ist zwar für die Besitzerin nicht so schön, aber was soll’s, das kratzt sie doch eigentlich nicht. Aber eben, wenn man immer voll auf die Kacke hauen will, dann kann man sich hier die Gelegenheit nicht entgehen lassen. Also greift Bachmann zum Griffel und verschickt einen Brief. Der landet natürlich postwendend beim «Blick». Und der zitiert genüsslich daraus. Die Plakate müssten weg, «hier liegt klarerweise eine Verletzung der Nutzungsrechte als Mieter vor».

Furchtbar, und an die wenigen Mieter gerichtet, die hier noch nicht schlottern: «Eine weitere Missachtung kann die ausserterminliche Kündigung zur Folge haben.» Im Klartext: rollt eure dämlichen Bettlaken wieder ein und steckt sie euch sonstwohin. Sonst fliegt ihr raus, aber subitio.

Das ist ein weiteres Beispiel für einen sensiblen Umgang mit der Mieterschaft. Vielleicht liesse sich das noch steigern, indem Bachmann dann tatsächlich ein paar Mieter fristlos rauszuschmeissen versucht.

Was tun? ZACKBUM hat die Lösung. Das ist ein typischer Fall für Katastrophen-Sasha, der wohl schon in den Startlöchern steht, um die Kiste endgültig zu versenken.

8 Kommentare
  1. Guido Kirschke
    Guido Kirschke sagte:

    Eigentümer dürfen das Anbringen von Transparenten, Wahlplakaten und ähnlichem an oder auf ihrer Liegenschaft verbieten. Im Gegenzug können sie es aber explizit genehmigen auch gegen ein Entgelt. So ist das Gesetz. Mir tut Frau Bachman irgendwie leid, sie hat nun wirklich alles falsch gemacht, was ein Eigentümer in ihrer Situation falsch machen kann. Die interessierten Kreise nutzen das nun, um polemsich gegen alle Eigentümer von Liegenschaften herzuziehen und alles mögliche zu fordern, damit die Mieter noch besser geschützt werden.

    The damage is done.

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  2. Victor Brunner
    Victor Brunner sagte:

    Katastrophen-Sasha hat kürzlich in «Tachles» den Trump gemacht und eine Bürgerwehr für die jüdische Gemeinschaft gefordert. Möglich das er Frau Bachmann mit der Idee für eine Immobilienbesitzer-Wehr behilflich sein kann!
    «Tachles» hat bis heute keine kritische Stimme gefunden die Sachas zerstörende Idee aus Sicht der aufgeklärten jüdischen Gesellschaft eingeordnet hat!

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  3. Peter Bitterli
    Peter Bitterli sagte:

    Die Buben und Mädchen haben dank eines Philanthropen jahrzehntelang extrem günstig mitten im Soziotop der Zürcher Lauchbourgeoisie wohnen können. Es gibt für sie sehr wenig Grund, zusammen mit der notorischen lokalen Krawallsozialdemokratie dumm und schmalzig herumzuschreien, wenn das nicht ewig so weitergehen soll.
    Alles ist also eine Stilfrage. Die Bachmann gewinnt die Weltmeisterschaften im Stillimbo klar. Die Mieterschaft ist diesbezüglich „gut unterwegs“, wie die Primarlehrerinnen sagen, von denen bestimmt etliche dort wohnen. Wir bewegen uns also im Überbau und im Reich der Symbolpolitik und der korrekten oder unkorrekten Versprachlichung von Sachverhalten. Passt doch prima zu Downtown Switzerland hinter den sieben Gleisen.

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