Wo eine Wille ist …

… ist auch ein Weg. Zur neuen SRG. Der Spar Radikal Gesellschaft.

270 Millionen Franken will die neue Generaldirektorin bis 2029 einsparen. Das ist selbst bei einem Gesamtbudget von 1,5 Milliarden kein Pappenstiel.

Dieser Betrag würde dem Verzicht auf rund 1000 Vollzeitstellen entsprechen. Das sind allerdings nur 17 Prozent der aktuellen Belegschaft. Da laut Kurt W. Zimmermann bei der SRG auf einen journalistisch Tätigen zwei Sesselfurzer kommen, die sich mit administrativem Kram beschäftigen, wäre das Sparpotenzial wohl noch bedeutend höher.

Die Belegschaft sei erschrocken und ernüchtert, weiss der «Tages-Anzeiger». Was wiederum an ihrer Intelligenz zweifeln lässt, denn nicht zuletzt angesichts der durchaus erfolgsversprechenden «200 Franken sind genug»-Initiative ist es völlig klar, dass Susanne Wille etwas unternehmen muss. Was über die kosmetischen Ankündigungen ihres Vorgängers hinausgeht, der jeweils auch Sparmassnahmen und Stellenabbau versprach – während zusätzliche Stellen geschaffen wurden.

Im Tessin ist die SRG die grösste Arbeitgeberin, wer den Riesenbau des rätoromanischen Ablegers in Chur anschaut, weiss: hier gibt es massig Sparpotenzial. Ein immer monströser werdender Internetauftritt, trotz viel Personal nachlassende Qualität in den News-Sendungen, schon wieder Schlagseite bei der Berichterstattung über die US-Wahlen, immer weniger ernst zu nehmende Dokumentationen, dafür jede Menge Blödel- und Quatsch- und Quizsendungen: Sparpotenzial.

Stammelnde Korrespondenten im Ausland, die nichts Neues kundtun, ein ins Nichts sendender «Club», eine völlig kastrierte «Arena», eine Laues-Lüftchen-Talkshow mit Urs Gredig, Sparpotenzial.

Da wird nun viel von «Service Publique», vier Sprachen, Gleichberechtigung der Landessprachen, Informationsauftrag und Blabla Blüblü die Rede sein, während sich faulenzend verwöhnte Mitarbeiter zum ersten Mal in ihrer Karriere fragen müssen, ob das sanfte Gleiten in die Pensionierung möglicherweise abrupt beendet wird. Und dann wird es ganz bitter: denn wer will schon einen Mitarbeiter der SRG einstellen? Ausser, der ist ein bekanntes Gesicht aus der Glotze, dann eignet er sich als Moderator für Firmenanlässe oder Verkaufsveranstaltungen.

 

 

5 Kommentare
  1. Guido Kirschke
    Guido Kirschke sagte:

    Ich habe die Sparankündigung auch gelesen und interpretiere sie so: 270Mio einsparen in 5 Jahren ist ein Tropfen auf den heissen Stein, 5×1.5Mia = 7.5Mia sind ja die gleichzeitigen Einnahmen (unter der Prämisse, dass die Halbierungsinitiative nicht oder noch nicht greift). Die gesamte Ersparnis würde sich also gerade mal auf biedere 3.6% in 5 Jahren belaufen.

    Ich verstehe die 270Mio nicht als jährliche Einsparung sondern bis 2029 werde das Farbfernsehen diese 270Mio insgesamt einsparen.

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  2. Beo B. Achter
    Beo B. Achter sagte:

    Eine Leserstimme aus IP:
    Klaus & Klaus
    22. November 2024 / 07:22
    Der Sparbetrag von 270 Millionen entspricht rund 1000 Vollzeitstellen. Durchschnittliches Jahresgehalt beim Staatsrundfunk: 170’000!
    Ja bei der SRG sollte man büroschnarchen…

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  3. Marcella Kunz
    Marcella Kunz sagte:

    Für die Moderation von Club, Arena und Gredig würde ein 20%-Pensum ausreichen. Da gibts ja noch je eine «Redaktion» im Hintergrund. Bei France TV 5, auch staatlich, leiten Abend für Abend dieselben Moderatorinnen (Caroline Roux, Élisabeth Lemoine) Diskussionssendungen, und dies hochkompetent.

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