Lob für Tobler

ZACKBUM ist gnadenlos objektiv und verteilt gerecht Tadel und Zuspruch.

Andreas Tobler ist einer unserer Lieblingsprügelknaben bei Tamedia. Natürlich hat er jede Tracht redlich verdient; man kann seine Untaten im Archiv nachlesen. Fast 100 mal taucht er hier auf; ZACKBUM fragte schon inquisitorisch: Wieso darf Tobler noch schreiben?

Diese Frage bleibt weiter unbeantwortet, vielleicht gibt das nächste grosse Rausschmeissen eine Antwort.

Aber zuvor gebührt ihm Lob. Doch:

Das ist ein Stück Lokaljournalismus in bester Tradition; zurecht hat es der Tagi auf die Front genommen. Tobler deckt hier eine typische Mauschelei im linken Filz auf: «Ein internes Dokument zeigt, dass es bei der Wahl des neuen Geschäftsführers der Zürcher Filmstiftung zu Fehlern kam. Jacqueline Fehr und Corine Mauch sind beide im Stiftungsrat – und unternahmen nichts dagegen.»

Sicher, die «smoking gun» ein internes Dokument, wurde Tobler zugespielt. Aber aus diesem Anfangsverdacht machte er dann eine runde Story.

Kurz gesagt kam es bei dieser Wahl in die bedeutende Filmstiftung, die über ein Budget von 13 Millionen Steuerfranken verfügt, zu unglaublichen Mauscheleien. Tobler: «Einer der gravierendsten Fehler lag in der Zusammensetzung der Findungskommission für die Neubesetzung. Sie bestand aus Corine Mauch, der Kommissionsvorsitzenden Heidi Burch – und dem Filmproduzenten Kaspar Winkler, der seit 2023 dem Stiftungsrat angehört

Diese drei Köpfe entschieden, Problem: Befangenheit. «Kaspar Winkler ist seit gut zehn Jahren Geschäftspartner des Kandidaten Hercli Bundi: Gemeinsam mit weiteren Produzenten haben sie die Vinca-Film gegründet, die unter anderem den Verleih von Filmen übernimmt

Dazu sagt die Rechtsprofessorin Monika Roth: das Vorgehen sei «dilettantisch», die Informationspolitik «unhaltbar». Der Todesstoss: ««Konkret würde dies bedeuten, dass die Stelle des Geschäftsführers der Zürcher Filmstiftung neu ausgeschrieben werden müsste», sagt die Rechtsprofessorin und Governance-Expertin.»

Natürlich hat der Zürcher Filz ein dickes Fell; sowohl Mauch wie auch Fehr lassen alle Vorwürfe an sich abtropfen, nehmen keine Stellung oder sagen intern, dass sie sich weiterhin «wohl» mit diesem Wahlprozedere fühlen.

Ein Mitglied des dreiköpfigen Wahlgremiums ist geschäftlich mit dem Kandidaten verhandelt, der am Schluss gewählt wird. Niemand sah einen Anlass, dass der Geschäftspartner hätte in Ausstand treten müssen, obwohl das nicht nur alle Reglemente, sondern auch der simple Anstand zwingend erforderten.

Und dann wird zugesosst, die Erde festgeklopft, interne Kritik abgebügelt. Bis es offenbar einem Involvierten gereicht hat und der Tobler genügend Informationen zusteckt, damit der die lusche Wahl an die Öffentlichkeit zerren kann.

Nun bleibt die Frage, ob der Tagi noch mächtig genug ist, Reaktionen zu erzwingen. Die Rechtsprofessorin fordert eine Neuausschreibung der Stelle, da der «Entscheid der Findungskomssion nicht gültig zustande gekommen» sei. Das ist starker Tobak. Vor allem, weil zwei Mitglieder der Exekutive involviert sind, die so etwas eigentlich nicht dulden dürften.

Aber die Wahl wiederholen, das würde etwas bedeuten, was ein Politiker höchstens unter Androhung von Folter zugibt: dass er einen gravierenden Fehler gemacht hat.

ZACKBUM wettet darauf, dass auch diese Mauschelei einfach ausgesessen wird. Allerhöchstens wird es hohle Bekundungen geben, dass man zukünftig «noch genauer und sorgfältiger» vorgehen werde. Aber Rücksturz in die Vergangenheit, den gewählten Geschäftsführer feuern, neue, korrekte Wahl? Aber doch nicht in Zürich, dieser kleinen Filzrepublik ohne Bananen.

1 Antwort
  1. Robert Holzer
    Robert Holzer sagte:

    TA, der staatstragende Kamerad auf den sich linke Politikerinnen verlassen können. Der Artikel in Bärtschis Anzeiger ist sehr zurückhaltend formuliert.

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