Echt sparen ohne Quietschen
Lieber Pietro Supino: so klappt das mit der nächsten Sonderdividende.
ZACKBUM hat extra für Sie das Impressum des «Tages-Anzeiger» auf Sparmöglichkeiten durchforstet. Wir sind fündig geworden. Da Sie ein Zahlenmensch sind, haben wir jeweils ein Preisschild drangehängt.
Bei den (zahlreichen) Häuptlingen mit grossem Federschmuck gehen wir von jährlichen Unkosten von 250’000 Franken im Schnitt aus (Lohnkosten, Spesen, Büro, Kleiderzulage, Besuch von Kollegen in aller Welt). Leitende Indianer schlagen mit 200’000 zu Buche. Der durchschnittliche Indianer wiederum (eine Mischung aus billigen Kindersoldaten und teuren Altlasten) mit 120’000 Franken im Jahr.
Es ist erstaunlich, wie viel hier gespart werden kann, ohne dass das dem Leser speziell auffiele. Im Gegenteil, häufig führte das sogar dazu, dass er sich wohler fühlt. Weniger bevormundet, weniger aufdringlich mit guten Ratschlägen belästigt, weniger mit Woke-Themen gequält, die ihn nicht interessieren.
Aber ans Werk:
Zuoberst thront im Impressum der Verleger Pietro Supino. Der ist natürlich unantastbar und unkaputtbar. Könnte aber in seinem VR und auf Ebene Geschäftsleitung kräftig aufräumen (Stichwort Pascale Bruderer, Ursula Nötzli), aber das wäre ein anderes Thema und schon bearbeitet.
Zuerst zum Kopf des Tagi-Fischs. Die Chefredaktion besteht aus vier Personen. Gendergerecht zwei Alpha-Weiblein und zwei Beta-Männlein. Mindestens drei können weg. Raphaela Birrer (verärgert dann nicht mehr mindestens die Hälfte der Leser mit ihren Brachialkommentaren), Adrian Zurbriggen (merkt kein Mensch), Kerstin Hasse (allgemeines Aufatmen). Matthias Chapman kann als Grüssaugust bleiben. Und schon wären 750’000 Franken eingespart.
Ausserdem könnte das Schreibverbot gegen René Zeyer eingespart werden.
Das «Ressort Zürich» leistet sich doch tatsächlich noch einen «Chefredaktor» und eine Stellvertreterin. Kann weg. Wozu gibt es das «Lokal-Ressort», das nochmal von der stellvertretenden «Chefredaktorin» Angela Barandun geleitet wird. Reicht doch. Schon wieder 400’000 gespart, insgesamt die erste Million überschritten.
Chefredaktion «Sonntagszeitung», also Arthur Rutishauser. Kann bleiben, der leistet schliesslich was. Aber der «Chefredaktor «Das Magazin»» Bruno Ziauddin? Qualifikation: nachgerutscht, als Finn Canonica und Anuschka Roshani gefeuert wurden. Sonstige Qualifikation: nicht erkennbar. 200’000 klingeln im Kesseli.
Dann die Abteilung «Redaktionelle Steuerung». 11 leitende Indianer. Wozu braucht es so viele, wenn die doch jeden Blödsinn ins Blatt lassen, wie Beiträge des Glotzologen Beat Metzler oder des Grossinquisitors Andreas Tobler? Da reichen doch locker drei gefiederte Indianer. Zwei wechseln sich ab, der dritte ist in den Ferien. Minus acht, minus 1,6 Millionen. Da lacht der Coninxclan vor Vergnügen.
Dann gibt es noch so viele «der muss doch irgendwohin befördert werden»-Mitarbeiter. Zum Beispiel Mario Stäuble, der leitet das «Schweiz»-Ressort, weil man ihn nicht wie seine Co-Chefredaktorin ganz abservieren wollte. Ohne dessen Leitung flutscht das auch. Minus 200’000.
Gewaltiges Sparpotenzial gibt es beim «Ausland». Christof Münger, ohne dessen Kommentare ginge es der Welt und dem Tagileser viel besser. Und wieso braucht es noch vier weitere Nasen, um Texte der «Süddeutschen Zeitung» ins Blatt zu heben? Dafür reichen 150 Stellenprozente. Einsparung: eine runde halbe Million.
Dann die Wirtschaft. Peter Burkhardt steht zwar noch im Impressum, ist aber geixt. Dann gibt es eher peinliche Figuren wie Isabel («ich mache die Ente») Strassheim. Von den insgesamt 14 Redaktoren könnte ohne Qualitätsverlust die Hälfte weggespart werden. Schon wieder über eine Million gespart.
Das «Recherchedesk». Ein Fass ohne Boden. Wenn es mal keine gestohlenen Geschäftsunterlagen auszuschlachten gilt (die dann zu Papiers und Leaks und am Schluss unweigerlich zu Flops werden), dann ist da nicht viel los. Neun Nasen plus ein Volontär Der ist billig, der kann bleiben. Klingeling, eine Million.
Bei Sport masst sich ZACKBUM kein Urteil an.
Das leblose «Leben». Zwei Leiter, zwei Autoren, zwei Undefinierte oben. Von den sechs können vier weg; Michèle Binswanger als Leistungsträgerin, plus noch einer, der ein wenig koordiniert und die Ferienpläen abstimmt. «Team Gesellschaft», «Team Kultur», «Team Service». 17 Kostenstellenbesetzer. Kultur kann ganz weg, von den übrigen können neben Sandro Benini vielleicht noch drei weitere bleiben. 800’000 beim Overhead, knapp 1,7 Millionen bei den Indianern eingespart.
«Wissen»? Mein Gott, Walter, die fünf Überlebenden, die nicht gegen seine edle Tat, sich zu opfern, protestierten? Können aus charakterlichen Gründen weg. 600’000 bleiben.
News/Online-Sitemanagement, plus «Daten & Interaktiv». 19 Mitarbeiter, drei Leiter oder Co-Leiter. Darunter die Coronakreische Marc Brupacher. Da können zwei Leiter und sicherlich 9 Mitarbeiter eingespart werden. Rund 1,3 Millionen nicht länger futsch.
«Bildredaktion». Wer solche Bilder wie beim Artikel über das Privatleben von Musk zulässt, hat seinen Beruf verfehlt. Ein Leiter, sechs Indianer reiten in den Sonnenuntergang. Eine knappe Million funkelt.
Fotografen? Ach, seien wir gnädig. Infografik und «neue digitale Inhalte»? Zwei Leiter, 12 Indianer. Sechs Indianer bräuchten nur einen Leiter. Schon wieder eine knappe Million.
Podcast? Völlig überflüssig, eine Teamleiterin und vier Podcaster werden in die Prärie geschickt. Immerhin 700’000 weniger.
Das Lokal-Ressort des Tagi beschäftigt für schlappe drei, vier Seiten 30 Leute. Darunter drei «Teamleiter», eine «Leiterin», eine Ressortleiterin und eine stv. Ressortleiterin. Eine kurze Leitung reichte doch auch; ob es jemand merken würde, wenn da nur noch 15 Indianer auf den Kriegspfad wären? Eben. Und 2 Millionen für Coninx.
Es gäbe noch die SonntagsZeitung, «Das Magazin», die «Editorial Services», Korrektorat, Layout, Produktion, Digital Product, Consumer Business und Technology. Mit ungeheuerlichem Sparpotenzial.
Aber machen wir hier Kassensturz. Moment, grosse Zahlen, lange Rechnung, wir sind hier schliesslich nicht bei der AHV:
Insgesamt 13,75 Millionen. Jedes Jahr!
Das sind 13’750’000. Ohne spürbare Qualitätseinbusse! Mit verbesserter Leser-Blattbindung. Die verbliebenen Mitarbeiter würden sich nicht mehr mit ihrem Bauchnabel beschäftigen, sondern müssten echt arbeiten.
Win-win-win, wie da der Manager sagt.
Knapp 14 Millionen. Da reicht schon mal für eine Yacht. Gut, Occasion, aber die von Oligarchen gibt’s zum Schnäppchenpreis.
ZACKBUM erwartet eine begeisterte Reaktion. Vielleicht nicht der Redaktion. Aber von Supino.










Und? Hat sich Herr Supino schon bei Ihnen bedankt? Das wäre an der Zeit.
Eine herrliche Aufzählung, vielen Dank. Vielleicht löst sich ja das Problem mit den überflüssigen Häuptlingen und Indianern aus wirtschaftlichen Gründen eines Tages ganz von allein. Auch die Superreichen verlieren nicht gerne andauernd Geld.