Peinlich!

Eine Seite eins zum Aufbewahren.

Sollte es den «Blick» noch ein paar Jahre geben und sollte irgend wann auch in ferner Zukunft die Frage aufkommen, was wohl der peinlichste Moment in der Geschichte des Boulevardblatts war, dann hätte man bislang vielleicht die Entschuldigung an den Schweizer Ex-Botschafter Borer erwähnt.

Aber inzwischen kann man nur stumm auf dieses Titelblatt verweisen. Denn da fehlen einem wirklich die Worte. Fremdschämen wäre ein Euphemismus, in ein nasses Handtuch beissen eine Wohltat dagegen.

Welche Gedanken- und Sprachverluderung bei diesem Blatt herrscht, beweist alleine schon das erste Wort: «Statement». Statement? Gäbe es das auch auf Deutsch? So für den «Blick»-Leser? Wollen wir wissen, wie viele Teilnehmer an einer Strassenumfrage spontan und richtig sagen könnten, was «Statement» bedeutet? Wollen wir optimistisch weniger als die Hälfte schätzen? Wieso beginnt dann der «Blick» die Stellungnahme des Oberchefredaktors und Busfahrers Christian Dorer mit einem Fremdwort?

Aber die Schlagzeile ist ja nicht nur peinlich über jedes Mass. Sie ist auch von einer dermassen abgründigen Dummheit, leugnet das offenkundige und erwiesene Gegenteil, dass selbst der Begriff Leserverarschung zu mild wäre.

Fake News wäre geradezu ein Weichspüler dafür.

Leider sind alle angemessenen Bezeichnungen dermassen eklatant strafbewehrt, dass ZACKBUM hier schliessen muss.

4 KOMMENTARE
  1. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr says:

    Der Michael Ringier ist eine coole Socke, dass er seine Trabanten so mit dem Blick hantieren lässt. Oder er hat in seinem Alter einfach andere Interessen. Wenn einer seinen Koch mit in die Ferien nimmt…na ja. Blick? Ja, hatten wir mal. Da könnte sich der elf Jahre ältere Klaus mit seinem WEF ein Beispiel daran nehmen, statt an einer Welt herum zu schrauben die er nicht mehr erleben wird.

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  2. René Küng
    René Küng says:

    OK,
    es wäre definitiv an der Zeit, NOTWENDIG, über die verbliebenen Ausnahmen in den ‹Führungsstrukturen› zu schreiben, berichten.
    Als seelischer Ausgleich,
    damit wir uns mental nicht selber in den Abgrund denken.

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  3. René Küng
    René Küng says:

    Dummheit?
    Erst die nächsten Wahlen, der Alltag, wird beweisen ob es nicht einfach bewährte DREISTIGKEIT ist.
    Vielleicht (wahrscheinlich) sogar purer Zynismus der Ringiers & andern Clans, die ganz gezielt angepasste Hörigkeit, perfektionierte Unterwerfung und schamlose Dummheit oben in die Redaktionen hin schieben.
    So wie in allen system-relevanten Führungsstrukturen.

    Aber DANKE Herr Zeyer – sie schreiben’s wenigsten noch bis an die strafbewährten Grenzen hin.
    Wie lange noch?

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  4. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Mir tun die wenigen Ringier-Journis leid, welche sich tatsächlich als Journalisten bezeichnen dürfen. Solche gibt es nämlich auch. Die nicht mit lächerlichen Schlagwörtern wie „Resilienz“ die offensichtlich fehlende Intelligenz kaschieren müssen. Wenn Marc Walder ein richtiger Mann wäre, so würde er sofort zurücktreten. Gilt ebenso für Alain Berset seinen Busenfreund. Doch fehlt beiden krankhaft eitlen „Persönlichkeiten“ dazu das charakterliche Format.

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