Lügen-Kosmos

Es ist offenbar alles noch viel schlimmer. Wer übernimmt Verantwortung?

Wie meist, wenn ein Potjemkinsches Gebäude zusammenkracht, kommt in der Ruinenlandschaft Hässliches zum Vorschein. So wie hinter der glitzernden Fassade des «Kosmos», wo sich Schickeria, reiche Erben und viele Dummschwätzer darin sonnten, hier ganz furchtbar alternativ eine Insel der guten Kultur, des Engagements für Unterdrückte und Beleidigte zu bewirtschaften, und überhaupt einen Beitrag zur Verbesserung der Welt zu leisten.

Allerdings spielte weniger eine Rolle, dass Gutsein auch kostet. Die Miete, der Unterhalt, die Events, eine Payroll, auf der sich bis zu 120 Mitarbeiter tummelten, was soll’s, irgend einer wird schon zahlen. Wir leben lieber unsere Flips aus, sagten sich die verantwortungslosen Verantwortlichen.

Matthias Ackeret von persoenlich.com steuert die Anekdote bei, dass er dort Veranstaltungen durchführte. Mit einer Ausnahme. Im Rahmen von «Zürich liest» wollte Ackeret über das Buch «Das Blocher-Prinzip» mit dem Namensgeber ein Gespräch führen. Feste Vereinbarung, gedruckte Plakate. Bis dann plötzlich Samir fand, «aus ideologischen Gründen» gehe das nicht.

Ort der Begegnung, Austausch, Inklusion, keine Ausgrenzung, selten demaskierte sich solches Gedöns klarer als hier.

Letztlich geht es auch den Linken, und vor allem denen, ums Geld. Denn wer räumt nun das Schlamassel auf, gibt es Haftbarkeiten? Wie «Inside Paradeplatz» berichtet, ist durch den Konkurs ein Gesamtschaden von rund 20 Millionen Franken entstanden. Da erhebt sich natürlich die Frage, ob jemand wenigstens für offene Handwerkerrechnungen oder das Schicksal der 71 Angestellten gerade steht.

Dass von der SBB 8 Millionen, von der ZKB 1,5 Millionen, ein noch offener Covid-Kredit von 1,5 Millionen und rund 8 Millionen von Aktionären durchs Kamin rauschen, ist das so? Muss da (Staatsknete!) der Steuerzahler die Rechnung zum Teil übernehmen?

Die wirtschaftlich nicht ganz unbeleckte Monica Glisenti, die vorletzte VR-Präsidentin, unter deren Herrschaft das «Kosmos» offenbar ungebremst in den Abgrund rauschte, versucht sich bereits in Schadensbegrenzung:

«Wenn nun Roberto Feusi und Valentin Diem (die letzten VR-Mitglieder, die die Bücher deponierten, Red.) beklagen, sie seien nicht ausreichend informiert gewesen, liegt es vermutlich eher daran, dass sie sich nicht informiert haben.»

Allerdings behauptet das auch François Chappuis: «Die fünf Frauen im alten VR stellten immer alles glänzend dar, doch der gezeichnete Zustand entsprach überhaupt nicht den Tatsachen.»

Hier wird die Story nun schräg, anrüchig und unappetitlich. Denn der Psychotherapeut Chappuis hatte still und leise die Aktienmehrheit am Kosmos übernommen und den neuen VR installiert, der dann Kassensturz machte und sofort Konkurs anmeldete.

Wer hatte verkauft? Laut IP in erster Linie Steff Fischer, Vorzeigelinker, Immobilienmillionär und Geburtshelfer des «Kosmos», aber auch Komiker Patrick Frey, sowie Ruedi Gerber, Sohn von Roche-Gerber und typischer Erblinker. Offenbar schwant hier einigen, dass es Zeit sei, das sinkende Schiff zu verlassen.

Auch der letzte VR Robert Feusi beschwert sich: «Uns wurde nie reiner Wein eingeschenkt, erst die externe Analyse brachte das gigantische Loch zum Vorschein. Die Zeche zahlen nun 71 Angestellte und viele Gewerbler.»

Vorher zugedecktes gigantisches Loch, fliehende und verkaufende Renommier-Linke, alles sei offen und transparent gewesen, sagt die vormalige VR-Präsidentin, einem blauäugigen Investor werden Schrottaktien angedreht, was stimmt nun? Vielleicht sollte man hier darauf hinweisen, dass Konkursverschleppung ein Straftatbestand ist …

Gleichzeitig beginnt bereits das grosse Zusossen, Rundquatschen, Nebelpetardenwerfen. Exemplarisch der Reserve-Co-Chefredaktor des Tagi. «Zu wenig Geld», konstatiert Mario Stäuble, «der Spirit des Anfangs» sei dann mal verpufft, und natürlich, «hinzu kam dann die Pandemie». Als sei «Kosmos» nicht dagegen versichert gewesen. Und «zu wenig Geld»? Im Gegenteil, zu viel Geld wurde ausgegeben. Aber eben nicht das eigene, sondern es wurde gebettelt und gemurkst, deswegen sitzen alleine die SBB auf 8 Millionen unbezahlter Miete.

Eine wichtige Frage muss hier beantwortet werden: wer übernimmt Verantwortung für dieses Desaster? Freiwillig oder gezwungenermassen?

Und: kümmert sich jemand um die offenen Handwerkerrechnungen und das Schicksal der Angestellten? Oder zeigen diese Linke mal wieder, dass wohlfeile Sprüche ihre Sache sind, die Konsequenzen des eigenen Versagens zu tragen, hingegen weniger?

Wird es eine Kollekte geben, wird Solidarität gelebt, werden Verwaltungsräte endlich einmal haftbar gemacht? Spannende Fragen.

So nebenbei: ob es den alten und dem frischgebackenen VR der «Republik» noch ganz wohl in der Haut ist? Denn auch hier könnten sich interessante Verantwortlichkeit- und Haftungsfragen stellen. Man denke an den ständigen Warnhinweis der Revisionsstelle über die Gefährdung der Weiterexistenz der «Republik». Die Lektüre würde sich vor allem für Roger de Weck lohnen  …

7 KOMMENTARE
  1. Eveline Maier
    Eveline Maier says:

    Das intolerante Sprachrohr Samir hat alles verbockt. Seine Groupies haben es immer noch nicht gemerkt.

    Der neue Bundesrat Albert Rösti lobte soeben unsere direkte Demokratie. In dieser lebe man in «gegenseitiger Rücksichtnahme der Vielfalt».

    Samir endlich erwachsen werden in der Schweiz. Motto: Weniger Bagdad, mehr Schweizer Gelassenheit!

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  2. Mathias Wyss
    Mathias Wyss says:

    Versicherungsgesellschaften bieten eine Organhaftpflichtversicherung für GL- und VR-Mitglieder an. Gerade im Fall Kosmos wäre dies keine schlechte Idee gewesen.

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  3. Ben Roos
    Ben Roos says:

    „Erblinke“ haben ein immens grosses Bedürfnis auf Anerkennung. Können nie genug Streicheleinheiten bekommen und merken nie, dass sie ausgenommen werden.

    Fürsorge, falsch verstanden.

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Die Erblinken hatten immer sehr viel Sendungsbewusstsein.

      Beispielsweise auch die Annemarie Schwarzenbach aus reichstem Zürcher Haus, die sich als junge Frau quasi alle Frivolitäten leisten konnte. Fuhr gar im Jahre 1939 mit ihrem Ford Deluxe nach Afghanistan. Ihr Vater war damals einer der grössten Seidenfabrikanten weltweit in Thalwil.

      Auch die Gemahlin von Samir, Stina Werenfels, kommt aus sehr reichem Basler Haus. Über diese Familie Werenfels weiss man leider wenig. Viele Angaben und Spurensuche im Netz wurden offenbar bewusst gelöscht. Bei Stina Werenfels als Filmemacherin sind die Angaben beschränkt. Dieser Zirkel kontrolliert eben ihre Vergangenheit mit Akribie…….

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  4. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Die betrogenen Handwerker und Angestellten sind sehr zu bedauern. Diese arbeitenden Leute, die mit beiden Füssen im Leben stehen und mit schöngeistigen Phrasen nichts am Hut haben, tragen jetzt die brutalen Folgen der linken Scharlatanerie. Dass mit der Republik gerade auch ein zweites linkes Projekt am Schleudern ist, beinhaltet einen hohen Unterhaltungswert. Doch Mitleid mit den rot-grünen Journis will sich keines einstellen. Man fragt sich unwillkürlich, was dem rot-grün regierten Zürich noch alles bevorsteht. Das kaputte Berlin lässt grüssen.

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  5. Mario Sacco
    Mario Sacco says:

    Das Wort „Inklusion“ eine infame Worthülse. Die linke Stadt Zürich tanzt wohl seinen letzten Tanz.

    Traue dem durchtriebenen Sprachrohr Samir zu, dass er alle sein im „Kosmos“ investiertes Geld, rechtzeitig gerettet hat. Grosse Klappe, Ignoranz, Sendungsbewusstsein, jedoch ohne jegliches Verantwortungsgefühl.

    Haftungsfragen bei der „Republik“: Roger de Weck hat bestimmt vorsorglich seine Immobilien an seine Angehörigen überschrieben.

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