300’000

Immerhin ein Lichtblick in dunklen Zeiten.

Alice Schwarzer hat zusammen mit anderen Intellektuellen einen offenen Brief an den deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz initiiert. Darin wird der gebeten, mit seiner bedächtigen und ruhigen Politik bezüglich der Ukraine fortzufahren. Er wird in seinem Ansinnen unterstützt, dass er es als seine wichtigste Aufgabe ansieht, alles dafür zu tun, um einen Dritten (und wohl letzten) Weltkrieg zu verhindern.

Dieser Brief wurde kräftig angefeindet – und auch von ZACKBUM unterzeichnet.

Rund einen Monat später haben fast 300’000 Deutsche das Schreiben unterzeichnet. Eine Zustimmung, wie sie nur selten einem solchen Appell widerfuhr. Anlass für Schwarzer, eine erste Zwischenbilanz zu ziehen.

Sowohl ihre besonnene Art wie auch die kühle Stringenz der Ausführungen liefern etwas Gegengift im völlig vergifteten Diskurs über den Ukrainekrieg. Aber herausragend ist nicht ein Satz von ihr, sondern ein Zitat.

«Es wäre furchtbar, wenn Putin diesen Krieg gewinnt. Noch furchtbarer wäre nur, wenn Putin den Krieg verliert.»

Welcher Putinversteher, welches Weichei, welcher Anhänger des Appeasement, welcher Feind des heroischen Kampfes der Ukraine hat denn das gesagt? Kein Geringerer als – Jens Stoltenberg. Seines Zeichens Generalsekretär der NATO.

Dort gibt es offenbar tatsächlich Menschen, die ihren Kopf nicht als Helmständer, sondern zum Denken benutzen.

15 KOMMENTARE
  1. Ludwig Detusch
    Ludwig Detusch says:

    Sollen sich Freunde von Selenski oder Putin halt bei den jeweiligen Streitkräften als Freiwillige an die Front melden und dort nicht nur mit dem grossen Maul zum erwünschten Kriegsausgang beitragen. Dieses Stellvertretergegifte von Memmen hier in der Kommentarspalte ist ja unerträglich.

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  2. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Welcher Lichtblick? Alice Schwarzer und die 300‘000 haben bis heute nicht deklariert was sie unter „besonnen“ empfehlen. Kapitulation der Ukraine, dann die baltischen Staaten, alles was Putin will? Der Aufruf ist typisch deutsche Schnäppchenjägerei, wir lassen es uns gutgehen, auch auf Kosten anderer!

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    • Leni
      Leni says:

      „Wir hoffen darum, dass Sie sich auf Ihre ursprüngliche Position besinnen und nicht, weder direkt noch indirekt, weitere schwere Waffen an die Ukraine liefern. Wir bitten Sie im Gegenteil dringlich, alles dazu beizutragen, dass es so schnell wie möglich zu einem Waffenstillstand kommen kann; zu einem Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können.“

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      • Victor Brunner
        Victor Brunner says:

        Für einen Kompromiss braucht es mindestens zwei. Einige haben versucht mit dem Mann zu verhandeln, nichts geht, ausser man akzeptiert Putins Maximalforderungen, ein no-go!

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        • Sam Thaier
          Sam Thaier says:

          So ist es. Kommt noch dazu, dass Kriegsherr Putin ständig neue Argumente finden muss, um seine «special operations» zu rechtfertigen.

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        • Leni
          Leni says:

          Niemand sagt oder schreibt, dass dies einfach zu lösen ist. Aber welche Alternative haben wir denn? Es ist ein Dilemma, in dem wir uns befinden. Man kann und darf nicht auf Putins Forderungen eingehen, man kann und darf aber die Lage auch nicht zu einem Dritten Weltkrieg eskalieren lassen, in dem wir dann alle sterben würden. Was also bleibt? Wenn man zwischen zwei Übeln wählen muss, tendiere ich zu dem geringeren.
          Es ist übrigens die gleiche Frage in Hinblick darauf, was schlimmer ist? Unter Putins Herrschaft leben müssen oder tot sein?
          Tatsächlich wäre mir auch lieber, man müsste gar nicht erst über diese Fragen nachdenken, aber nun ist es so, den Kampf gegen die Wirklichkeit können wir nicht gewinnen. Aber einfache Lösungen ohne Opfer auf der einen oder anderen Seite gibt es hier nicht.

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    • Beth Sager
      Beth Sager says:

      Alice Schwarzer sollte sich viel mehr für die afghanischen Frauen einsetzen, die (erneut) vom gesellschaftlichen und beruflichen Leben entfernt wurden.

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    • René Küng
      René Küng says:

      Machen wir doch immer Herr Brunner, es uns gut gehen lassen, überlegen Sie sich selber wie weit Sie.
      Der Brunner geht zum Kriege… und was dann Herr Brunner? Wenn Sie noch lange Waffen liefern könnten, wie viel ukrainische Männer (neben den Söldnern) gibt’s denn noch, die die Nazi-Bande und ihre artverwandten Unterstützer verfeuern wollen.
      Selbst wenn’s die sich erträumen sollten, dass auch alle Russen dann in den Himmel fahren – was für eine Strategie & Denke haben Sie Herr Brunner?

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      • René Küng
        René Küng says:

        Sie, auf Kosten anderer – damit’s richtig übrig kommt.
        Und wenn’s gar nicht nur um ihr Schnitzel,
        sondern um ihre Nachtruhe ginge, damit die dort den Feind vor dem Durchmarsch bis an ihre Bettkante hindern.

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        • Gili
          Gili says:

          Wieso antwortet ein Küng dem Küng? Ich empfehle den Küng‘s den Artikel von Tatiana Stanovaya im „Der Spiegel“ von heute zur Lektüre.
          PS: gilt auch für Herr Zeyer.

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      • Victor Brunner
        Victor Brunner says:

        Lieber Küng, Alice wartet auf ihre Unterschrift, auch Putin freut sich über die naiven Westler die unterzeichnen!

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        • Gerold Ott
          Gerold Ott says:

          Habe den Kommentar von Herrn Küng nun dreimal gelesen – und verstehe nichts.

          Herr René Küng schreibt wohl bloss für sich selber – tagebuchmässig…..

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    • Dave V.
      Dave V. says:

      Ach Herr Brunner sie glauben auch an das Märchen vom putinschen Imperium. Niemals wird er die baltischen Staaten oder irgend ein anderes EU-Land angreifen. Wie auch? Wenn er schon kaum mit der Ukraine fertig wird. Putin selbst hat an seiner Pressekonferenz 2021 gesagt, dass sich RUS nie mit der NATO anlegen kann. Und recht hat er! Oder glaubt wirklich ernsthaft jemand auf diesem Planeten das die USA zu schwach und hilflos wären? Allein das Militärbudget der USA ist mehr als 10x grösser als das von RUS (UK, D, F, IT, ESP, TUR noch nicht einmal miteingerechnet)! Bisschen kühlen Kopf bewahren, Logik walten lassen und nachdenken wären also angebracht, statt sich den letzten Weltkrieg herbeizuwünschen. Da spielt’s dann auch keine Rolle mehr dass der Westen diesen 3. Weltkrieg tatsälich gewinnen würde und es Freiheit und Demokratie für alle auf dem Kontinent gegeben hätte.
      Wie auch immer. Das putinsche Ziel ist nicht die Errichtung eines neuen Imperiums. Seine Ziele sind seit Beginn des Kriegs bekannt. Selbst Selenzki hat anfangs durchblicken lassen, dass er sich eine neutrale Ukraine vorstellen könnte (also selbst Selenzki kennt die Ziele Putin’s). Aber mit den exorbitanten Waffenlieferungen hat sich eine mögliche Neutralität bei Selenzki für den Moment erledigt.
      Abgesehen vom Sonderfall Krim (Schwarzmeerflottenstützpunkt) hätte Putin leicht Georgien, Südossetien, Abchasien und auch letztens Kasachstan ohne weiteres einnehmen und annektieren können. Vorher würde er sicher auch seinen «Kollegen» aus Weissrussland (oder Belarus wie es heute wieder heisst) überfallen und einnehmen. Das wären alles Ziele die selbst für eine RUS Armee verhältnismässig «einfach» wären und im Westen kaum Aufsehen erregt hätten. Oder hätte jemand um Lukaschenko getrauert? Im Westen hätten das viele wohl als Befreiung gesehen. Jedenfalls gäbe es für die Errichtung eines Imperiums etliche Zwischenziele die einfacher als die UKR wären, weniger Emotional für uns heuchlerischen Westler und sicher 100’000x einfacher als sich mit der NATO anzulegen.
      Ich kenne niemanden der diesen Krieg auch nur ansatzweise gutheisst. Aber gerade deshalb wäre es wichtig intelligente Politiker und Diplomaten am Ruder zu haben. Leider sehe ich fast nur Kriegstreiber und NATO-Versteher, respektive «verschlimmbesserer» am Werk. Friede sollte für uns immer oberste Priorität haben.

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      • Victor Brunner
        Victor Brunner says:

        Fakt ist einfach: PUTIN ist in der Ukraine einmarschiert, hat den Krieg angezettelt. Macron, Scholz und andere haben das Gespräch mit Putin gesucht um Lösungen zu finden. Putin hat mit Maximalforderungen reagiert, sogar mit Atomwaffeneinsatz gedroht. ER hat am TV vom neuen sowjetischen Imperium gesprochen.
        Dave V., jeder hat das Recht Realitäten auszublenden, aber irgendwann wird das negieren derer nur noch grottenpeinlich!

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