Hilfe, mein Papagei onaniert

Niveau: liefergelegt. Denkapparat: ausgeschaltet. Banalyse statt Analyse.

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«Mörderischer Diktator. Kriegsverbrecher. Wahnsinniger. Potentat. Diktator. Cäsaren-Wahn. Kreml-Herrscher. Machthaber. Kriegsverbrecher. Wahnwelt. Kriegshetzer. Amok. Irrer. Verrückter. Verbrecher. Stalin. Alleinherrscher. Vor Machthunger irr. Super-Macho. Rasend vor Wut.»

Blütenlese eines Tages.

Der US-Politologe Francis Fukuyama hat ein Thesenpapier mit 12 Punkten zum Überfall auf die Ukraine veröffentlicht. Er behauptet eine Niederlage der russischen Truppen und den Machtverlust für Putin sowie die Wiedergeburt der Freiheit.

Deshalb werden diese Thesen weitherum positiv gewürdigt. Dazu muss man wissen, dass sich Fukuyama 1992 unsterblich lächerlich machte, als der das «Ende der Geschichte» verkündete. Damit meinte er, dass nach dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers und der Auflösung der UdSSR nun ein nicht mehr weiterzuentwickelnder weltweiter Zustand einer liberalen kapitalistischen Gesellschaftsordnung ausgebrochen sei.

Die Sammlung der abwertenden Qualifikationen eines Tages und der begeisterte Zuspruch zu den Thesen eines krachenden Versagers widerspiegeln aufs schechteste den Zustand der modernen Massenmedien.

Wenn wir noch ergänzen, dass die Westentaschenphilosophin Barbara Bleisch im Hause Tamedia über Banalitäten dilettieren darf, die sie unter den umwerfend originellen Titel stellt «Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Krieg», dann wird es schwer vorstellbar, wie das publizistische Niveau weiter gesenkt werden könnte.

Aber: Es wird möglich sein. Garantiert.

6 KOMMENTARE
  1. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr says:

    Es geht noch weiter: «So gehen Sie gesund mit Kriegsbildern um». Gesundheit ist das höchste Gut. Und: «Russen töten 50 schlafende Soldaten in Mykolajiw». Hätten die vorher geweckt werden müssen?

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  2. Niklaus Fehr
    Niklaus Fehr says:

    Wenn ich Schlagzeilen lese wie: «Wegen Ukraine-Krieg – Erste Schweizer verschieben schon ihre Sommerferien». Oder: «Traum von Herden-Immunität durch Massenansteckung ist geplatzt». Dann zweifle ich nicht mehr am Journalismus sondern bin schon daran verzweifelt. Wie sagte doch Charlie Brown: «Eines Tages werden wir alle sterben, Snoopy»! «Stimmt, aber an allen anderen Tagen nicht».

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  3. Renfer Hans A.
    Renfer Hans A. says:

    Lieber Herr Zeyer
    Ich habe es Ihnen schon mal am Telefon gesagt: warum nerven Sie sich eigentlich jeden Tag über die Journis. Es ist nun mal wie es ist. Leben Sie doch nach dem Motto: Carpe dies!
    Liebe Grüsse
    Hans A. Renfer

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    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Es geht nicht um nerven sondern hinzuschauen was die sogenannte 4. Gewalt teilweise für einen Unsinn verbreitet. Die gleiche Gewalt die sich den Liegestuhl von den SteuerzahlerInnen finanzieren lassen wollte!

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    • Hannes Hofstetter
      Hannes Hofstetter says:

      @ Hans A. Renfer: Wieso nerven Sie sich eigentlich jeden Tag darüber, dass Herr Zeyer sich über die Journis nervt? Es ist nun mal, wie es ist. Leben Sie doch nach dem Motto «Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht selber in die Grube fallen».

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