Wumms: Stäuble, Amstutz

Der Leser hat das Wort. Aber nicht jedes.

Das nennt man Leser-Blattbindung. «Redaktionskonferenz mit der Chefredaktion», kündigte der Tagi etwas vollmundig an.

Das nennt man auch Aufklärung, denn vielen Lesern dürfte es zuvor gar nicht bewusst gewesen sein, dass es neben einem Oberchefredaktor auch noch gleich zwei Co-Chefredaktoren gibt. Was die tun? Gute Frage, sie sind wohl für die «Qualitätskontrolle» zuständig, bzw. für deren Versagen.

Aber gut, Tamedia hat sich einen neuen Slogan gegeben, «Finden wirs raus». Was? Ach, irgendwas. Falls uns nix einfällt, «unsere Botschaft an Sie lautet: Wir sind offen für Ihre Hinweise, Ihre Anliegen und Ihre Kritik.»

Schein und Sein. Diese Offenheit hatte dann allerdings ihre engen Grenzen. So wurde ZACKBUM zugetragen, dass es durchaus kritische Hinweise und Fragen gab. Zum Beispiel, was denn nun mit dem Protestbrief der 78 erregten Tamedia-Frauen geschehen sei, ob die Vorwürfe abgeklärt wurden, und wenn ja, mit welchen Konsequenzen. Die Frage erschien nicht in dieser ach so offenen Konferenz.

Genauso ging es auch der Frage, was denn an den Vorwürfen der «Republik» dran sei, die den Rausschmiss eines Redaktors damit in Verbindung brachte, dass der bei Big Boss Pietro Supino höchstselbst in Ungnade gefallen sei und sich auch sein Vorgesetzter Stäuble wortreich für eine Recherche habe entschuldigen müssen.

Sind sicherlich keine angenehmeren Fragen, aber die Vorwürfe stehen ja öffentlich im Raum, und der Leser und Teilnehmer an der Konferenz wollte das verständlicherweise wissen.

Antwort von Radio Eriwan, Pardon, der Chefredaktion: Im Prinzip nein. Das finden wir jetzt nicht raus. Schnauze. Nächste Frage …

1 reply
  1. Andi Volkart
    Andi Volkart says:

    So einen Artikel wünscht man sich: Man erfährt durch viele Andeutungen und Nicht-Antworten aus den grossen Redaktionen wieder einiges, was so alles schief läuft.
    Mich erinnert diese Tagi-Redaktionskonferenz an das deutsche Fernsehen, wobei die «Konferenz» eher eine Art PR- und Einlullungsgeschichte ist: Man will den verärgerten Lesern eine Plattform bieten, ihnen Wind aus den Segeln nehmen und dann zum Tagesgeschäft übergehen.
    Vielleicht hat es auch damit zu tun, dass man die hohen Gehälter und das Geldverbrennen irgendwie weiter begründen kann. Beim Bürgerservice der ARD war es zumindest so.

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