Ins Hirn geniesst?

Stell dir vor, es ist Krieg und Tamedia schaut hin.

Entzugserscheinungen können grausam sein. Das weiss nicht nur jeder aufgehörte Raucher. Die Medien quälen sich bereits mit Corona-Entzug. Was tun, wenn dieses Thema wirklich wegfallen sollte?

Da muss natürlich Ersatz her. Irgend eine Krise, das ist immer gut. Krise? Quatsch, Krieg ist viel besser. In Afrika gibt es jede Menge Kriege, aber meiner Treu, das interessiert doch keinen, wenn sich dort Schwarze gegenseitig abmurksen. Und von «black live matter» hat man auch nix mehr gehört.

Vom «Blick» sogleich dankbar aufgenommen, hatte Tamedia einen Gedankenblitz. Natürlich, und erst noch naheliegend:

«In der Ukraine droht Krieg: Informierte Kreise in der Bundesverwaltung sehen die grösste Gefahr eines russischen Einmarsches für die Zeit um den 15. Februar.»

Wunderbarer Einstieg. Hätte er gelautet: Beni Gafner brauchte unbedingt einen neuen Artikel, um sein Plansoll zu erfüllen, das wäre entschieden schlaffer gewesen.

Aber «informierte Kreise», gleich ein fixes Datum, das haut rein. Natürlich folgt der Abbinder, dass auch eine Deeskalation dank Diplomatie möglich sei. So für den Fall, dass dummerweise am 15. doch kein Krieg ausbricht.

Was macht man nun angesichts dieser Kriegsgefahr? Si vis pacem para bellum. Okay, das ist Latein, kehren wir aufs Niveau Tamedia zurück: «Was droht bei einem Krieg in der Schweiz knapp zu werden?»

Da kann der «Blick» konkret werden:

Dafür erinnert Tamedia gleich an den guten, alten Notvorrat:

 

Also liebe Journis, man muss auch mal lernen, zu leiden ohne zu klagen. ZACKBUM ist ganz bei euch, wir fühlen den Schmerz. Thema weg, Loch, Depression, Alkoholismus. Arbeitslosigkeit. Worüber nur schreiben?

Dabei gibt es doch – in der Not – so viele andere Themen, als gleich einen Krieg herbeizuschreiben. Der eigene Bauchnabel, das konsequente Gendern, Ausgrenzung, Diskriminierung und immer noch Passanten tief verletzende Mohrenköpfe an Gebäuden. Und was ist eigentlich mit der Untersuchung des Protests von 78 erregten Tagi-Frauen passiert? Gibt’s da so nach fast einem Jahr mal Ergebnisse?

Apropos Ergebnisse, schreibt doch über Erlebnisse. Der schönste Absturz in der Kneipe. Wie es war, als ich nach Hause kam und meine Frau mit einem anderen im Bett ertappte. Mein letzter Velounfall. Wie mir im Restaurant eine angebrannte Pizza serviert wurde.

DAS wären News, die die Welt braucht.

 

1 reply
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Warum in die Ukraine schauen? In der Schweiz wird bereits gekämpft. Dank dem aufmerksamen Gregor Poletti, Inland-Redaktor und nationaler Kriegsberichterstatter beim TA, seit über 30 Jahren im Journalismus tätig wissen wir das seit einiger Zeit am Urnersee gekämpft wird:

    https://www.tagesanzeiger.ch/kampfzone-urnersee-628308533091

    Mittlerweile sind die Kampfhandlungen vorerst eingestellt. Der Okkupant Investor Samih Sawiris, hat sich zurückgezogen, Teile der Bevölkerung können vorerst wieder ruhig schlafen, ihre Häuser mussten sie zu keiner zeit verlassen.

    Wenn die Story wenig hergibt dann machen wie der BLICK, mindestens der Titel muss fetzen und aus einem täglichen Vorgang wird ein Kampf. Für Sawiris der auf die Bevölkerung hört beleidigend, aber das merkt der alternde Journalist und die «Qualitätskontrolle» beim TA nicht!

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