Professorale Unabhängigkeit?

Manuel Puppis will die Lücke ausfüllen, die Kurt Imhof hinterlassen hat.

Der streitbare Imhof wurde nicht ganz falsch als Kreuzung zwischen «Blick» und «WoZ» beschrieben. Mit dem «Jahrbuch zur Qualität der Medien» hatte er sich einen Resonanzkörper geschaffen, ergänzt durch knackige und zitierbare Sprüche war er ein grossartiger Selbstvermarkter.

Auch ZACKBUM verwendet gerne seinen Ausdruck «Verrichtungsboxen» für die Höllenarbeit in den Newsrooms.

Aber Imhof ist tot; inzwischen versucht Puppis, Professor für Medien und Kommunikation der Uni Freiburg, seine Nachfolge anzutreten. Way to go, kann man nur sagen. Am TV macht Puppis keine sonderlich gute Figur, und von professoraler Objektivität kann auch keine Rede sein.

Für das Bakom lieferte er einen «Ländervergleich Onlineförderung» mit überraschend staatstragenden Resultaten. Zudem ist er Präsident und Geschäftsführer des Vereins «Media Forti». Der setzt sich «klar» für das Medienpaket ein und wirbt für ein Ja am 13. Februar.

Natürlich darf Staatsbürger Puppis seine Ansichten haben. Ob das der Glaubwürdigkeit seiner wissenschaftlichen Tätigkeit zuträglich ist, wäre aber die Frage. Ausserdem gehört zu den Initianten des Vereins ein gewisser Hansi Voigt. Womit ja alles gesagt wäre.

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