Angstbeisser Hansi Voigt

Der Minnesänger einer Milliardärin teilt nach einem Erweckungserlebnis wie ein wiedergeborener Feminist aus.

Es gibt in der Kynologie den Typus des Angstbeissers. Eine Situation wird als bedrohlich empfunden – knurr, schnapp. Kann man abtrainieren.

Hansi Voigt ist allerdings in einem Alter, in dem Erziehungsmassnahmen kaum mehr Sinn machen. Auch für Selbsterkenntnis ist’s zu spät. Er sieht sich als grosse Internet-Leuchte und erwähnt immer stolz seine Karriere bei «20 Minuten» und «watson». Weniger gerne fügt er hinzu, dass er beim ersten Organ einen Machtkampf verlor, beim zweiten Multimillionen verröstete und bei beiden gehen musste.

Fehlbesetzung Hansi Voigt.

Zurzeit geht er diesem Geschäft mit dem Elendsorgan «bajour» nach. Interessiert keinen, bietet nichts, behauptet, rund 3000 zahlende Unterstützer zu haben. Überlebt nur, weil eine spendable Pharma-Erbin Million um Million verlocht. Bald sind die ersten 3 Kisten verröstet, ohne dass «bajour» auf einen grünen Zweig gekommen wäre. Logisch: dann sind die nächsten 3 Millionen fällig.

Das hindert Heuchler Voigt aber nicht daran, gegen rechtsnationale Milliardäre zu wettern, die sich Zeitungen halten könnten. Gemeint ist Christoph Blocher, und dann ist’s pfui. Wenn es eine Oeri tut oder ein Brüderpaar bei der «Republik», dann ist’s was anderes, Gutes.

Parlamentarier und Stimmbürger, die das Referendum gegen das Medienpaket unterstützen, beschimpft er schon mal als «Freunde des Faschismus». Als das Gegenwind gab, ruderte er, typisch Angstbeisser, schnell zurück. «bajour», er selbst würden von diesem Medienpaket gewaltig profitieren, dem Steuerzahler sei Dank. Jedoch: wer Voigt auf seiner Seite hat, braucht für Spott nicht extra zu sorgen.

Den Höhepunkt seiner Rechenkünste erreicht Voigt im Dienste von Jolanda Spiess-Hegglin. Die fordert bekanntlich vom Ringier-Verlag Gewinnherausgabe. Wieviel? Voigt, der Gutachter, kam mal schnell auf eine Million Umsatz, also Gewinn (ist für das Finanzgenie das Gleiche), den Ringier mit seiner Berichterstattung kassiert hätte. Eiern als Rechenmethode: mal sind es 350’000 Franken Umsatz/Gewinn für 5 Artikel, mal 100’000 bis 200’000, je nach Tagesform von Voigt. Oder je nachdem, ob ihn Patrizia Laeri oder ein Redaktor von «10 vor 10» fragt.

Wenn Geldverdienen im Internet so einfach wäre, bräuchte es die Mediensubventionen gar nicht, und Voigt hätte vielleicht keine Spur der Zerstörung hinterlassen. Aber rechnen gehört nicht zu seinen Kernkompetenzen. Auf Anfragen antwortet er nicht, da verstummt der Angstbeisser.

Zu gerne hätten wir von ihm gewusst: «Sie kommen im Dienste von JSH auf einen Umsatz (oder Gewinn, das setzen Sie in der Dokumentation auf SRF gleich, ist auf Band) von einer Million Franken, bei den ersten eingeklagten Artikeln auf 350’000 Franken. Seriöse Internet-Koryphäen kommen auf höchstens 5000 Franken. Wie erklären Sie diesen Unterschied?»

Aber eben, die Freunde der Meinungsvielfalt und des demokratischen Diskurses fühlen sich nur in ihrer Gesinnungsblase wohl, wo jeder Zustimmung zum anderen blubbert und alle gemeinsam gegen den Rest der bösen Welt sind. Da das unter Luftabschluss stattfindet, entsteht ein übelriechender Fäulnisprozess.

10 KOMMENTARE
  1. Beth Sager
    Beth Sager says:

    Hansi Voigt überschätzt sich immer wieder grandios. Spucken ja immer wieder grosse Töne bei „Bajour“, obwohl dieses unausgereifte Sceneportal auf ständigem Bittgang ist. Nennen jetzt gar ihr Portal hochtrabend „Civic Journa­lism“. Sie definieren sich als „Journalismus unter direk­tem Einbezug des Publikums“. Anfragen der Öffentlichkeit werden entgegen diesen Gepflogenheiten kaum je beantwortet.

    Was „civic journalism“ wirklich beinhaltet, kann Hansi V. hier lesen:

    https://en.m.wikipedia.org/wiki/Civic_journalism

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  2. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Hansi Voigt ist der Liebling von sich passend im Zeitgeist feministisch und links inszenierenden Frauen. Das dürfte ihm so manche Annehmlichkeiten einbringen. Damit dies auch so bleibt, hat Voigt gewisse Erwartungen dieser Damen zu erfüllen. So ruft er auf der FB-Website von Jolanda Spiess-Hegglin wie ein Einpeitscher die fanatisierte Community immer wieder dazu auf, die Chefin aus Zug Oberwil benötige gerade JETZT wieder die volle Unterstützung. Darauf heult es wie bestellt durch die Kommentare zum Beispiel wie schrecklich tief braun die Weltwoche doch sei und das Michèle Binswanger ihr angekündigtes Buch keinesfalls publizieren dürfe. Ein widerliches und leicht zu durchschauendes Spiel, an welchem sich aus feiger Anonymität von Fake-Namen auch so mancher linke Parlamentarier beteiligen dürfte.

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    • Victor Brunner
      Victor Brunner says:

      Passt doch zu HV, weibelt für «Medienförderung», fordert aber Verbot oder Zensur für das Buch von Binswanger! Beispiel wie verlogen Leute sein können die an die Honigtöpfe der SteuerzahlerInnen wollen

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      • Eveline Maier
        Eveline Maier says:

        Die scheue Milliardärin hat damals der TagesWoche auch den Stecker gezogen. Frau Beatrice Oeri handelt immer, wenn ihre Gutmütigkeit missbraucht wird. „Civic journalism“ muss eben nicht bloss gepredigt , sondern auch täglich gelebt werden.

        Hansi Voigt weiss, dass ohne staatliche Honigtöpfe und ohne Milliardärin sein ganzes Kartenhaus zusammenfällt.

        Unglaublich, wieviele Jobs der Deutsche „Unternehmer“ (Wikipedia-Eintrag) angefangen und wieder beenden musste. Passt auch gut, dass sich dieser Hansi Voigt vor vier Jahren gar als SRF-Direktor bewarb. In seiner damaligen Kolumne in der «Wochenzeitung» nutzte er als Bewerbungsschreiben für den Posten. So schrieb er in seiner grenzenlosen Überzeugung: «Wenn ich die laufende Mediengesetzgebung richtig verstehe, können wir uns ja online bald richtig austoben.“

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    • Shorty
      Shorty says:

      Gab es da nicht einmal diverse mediale Berichte über Jürg Streuli? Anfangs 2018 hat er doch mit JSH bei der Staatsanwaltschaft See/Oberland in Uster nach einer Anzeige wegen Beschimpfung «eine gütliche Einigung gefunden – nicht ganz günstig: 800 Franken spendete ich an ihren Verein. Und als Gentleman habe ich noch 50 Franken dazugegeben. Die hat Jolanda in eine Mitgliedschaft von Netz Courage umgewandelt».

      Hat sich seine Meinung jetzt um 180 Grad gedreht? Oder hat Streuli ernsthaft gemerkt, dass er doch auf dem falschen Dampfer sitzt? So ganz glauben kann ich das noch nicht, auch wenn Spiess ihn kürzlich auf Twitter als «alten Tattergreis» bezeichnete, der ihr wöchentlich Geschenke zukommen lasse. In vino veritas?

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