Der Rest ist Schweigen

Medienecho null. Keine Überraschung, eine Bankrotterklärung.

ZACKBUM hat zum zweiten Mal einen Journalisten des Jahres gewählt. Sozusagen der alternative Nobelpreis, nachdem die offizielle Preisverleihung schon seit zwei Jahren der beliebigen Lächerlichkeit anheim gefallen ist. Oder will wirklich jemand Simone Meier als Kulturjournalistin des Jahres bezeichnen? Oder die anonymen Heckenschützen von «Megafon» als Chefredaktion des Jahres? Welcher Kapuzenmann wird da wohl den Preis entgegennehmen? Wird die sogenannte Karikatur, bei der eine Tamedia-Journalistin enthauptet wurde, lobend erwähnt?

Letztes Jahr verliehen wir Roger Schawinski den Titel für sein Lebenswerk. Das war mehr als überfällig, da er der wohl bedeutendste Journalist der Schweiz ist. Mit 76 immer noch going strong und für knackige Interviews zuständig. Aber niemals mit einem solchen Preis bedacht.

Dieses Jahr hat der afghanische Journalist Ismael Shahamat, der seit drei Jahren in der Schweiz lebt und um Anerkennung als politischer Flüchtling kämpft, die Auszeichnung ohne Zweifel verdient.

Um ein Vielfaches mehr als all die Gesinnungslumpen in ihrer luftdicht abgeschlossenen Wohlfühlblase, die mit geliehenem Leiden oder der Betrachtung des eigenen Bauchnabels unangenehm auffallen.

Das ist wohl offenkundig und unbestreitbar. ZACKBUM hat – wider besseres Wissen – aus der Preisverleihung eine Pressemitteilung gemacht und sie an alle Organe der sogenannten Qualitätsmedien verteilt.

Resonanz, Reaktion, Erwägung: null. Darauf kann man nur mit homerischem Gelächter reagieren.

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