Tamedia, die deutsche Klatschkugel

Luke Mockridge? Vorwürfe, «Spiegel» und hä?

Das grosse Schweizer Qualitätsmedium Tamedia mit Kopfblättern aller Orten füllt den knappen Platz mit relevanten Storys. Aus der ganzen Welt, die kommen dann fast immer von den Korrespondenten der «Süddeutschen Zeitung».

Hier darf auch gerne der Münchner Ex-Bürgermeister Ude über seinen Hang zu Katzen schreiben. Oder das Schicksal einer deutschen Witwe wird einfühlsam, aber etwas holperig dem Leser serviert. Der sich enerviert fragt, wieso er dafür eigentlich einen Haufen Geld ausgeben soll.

Oder wieso er nicht gleich die SZ abonniert, dann hat er wenigstens das Original.

Als neuen Glanzpunkt in der Serie Leserverhöhnung berichtet Laura Hertreiter (genau, von der SZ) über ein Urteil des Landgerichts Hamburg. Das untersagt dem Hamburger Nachrichtenmagazin «Der Spiegel», mit dem die SZ in tiefer Hassliebe verbunden ist, weiter einen Artikel über den deutschen Comedian Luke Mockridge im Netz zu lassen.

Dem war vorgeworfen worden, seine  damalige Freundin Ines Anioli vergewaltigt zu haben, eine deutsche Rundfunkjournalistin und Komikerin. Über diese sehr innerdeutsche Geschichte machte der «Spiegel» eine Geschichte, und damit fiel das Nachrichtenmagazin vor Gericht in Ungnade.

Und das bringt Tamedia auf 8800 A seinen Schweizer Lesern näher. Also genauer gesagt: diesen copy/paste-Artikel mutet der Konzern seinen Lesern zu. Das ist sicherlich ein weiteres Beispiel für das hohe Qualitätsniveau, die starke Eigenleistung, den gnadenlosen Nutzwert und die einfühlsame Berücksichtigung der Interessen seiner Leserschaft.

Dermassen geballte journalistische Kompetenz und Leistungsfähigkeit muss unbedingt mit einer Steuermilliarde unterstützt werden. Man stelle sich nur vor, dass sonst solche Artikel die Schweizer Leserschaft nicht mehr erfreuen könnten.

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