Das grosse Schweigen

Es wird einsam um Jolanda Spiess-Hegglin. Man verharrt in feigem Schweigen.

Kein Hass- oder Hetzkommentar von der Kämpferin gegen Hass und Hetze im Internet. Nun ja, fast: Es seien harte Tage. «Nicht, weil die alten, widerlichen Typen an ihren Bürotischen sich nahezu einen runterholen, weil sie sehen, dass ich gewisse Sachen nicht bewältigen kann. Sie grölen. Sie lechzen. Weil wir – ich – den ganzen Sommer und Herbst dermassen am Anschlag war.»

Ihr freiwilliger Beitrag für ZACKBUM

Einen runterholen? Wäre eigentlich ein Fall für Netz Pig Cock. Aber es ist kein Anlass für Scherze: «Ich bin so müde», gesteht Spiess-Hegglin. Und stellt unbewiesene Behauptungen auf: «Das Umfeld von Glarner wusste schon vor 2 Wochen, dass uns das EBG die Unterstützungsgelder streicht. Ich hingegen musste mich innerhalb von 24 Stunden organisieren und in Stellung bringen.»

Das linke Gleichstellungsbüro im Department von SP-Bundesrat Alain Berset informierte SVP-Glarner vorab? Echt jetzt?

Aber noch bedrückender ist: Die Medienmitteilung auf Facebook bekam 2 Kommentare und wurde 4 mal geteilt. Dieser Stossseufzer erhielt 34 Kommentare (nicht sichtbar) und 192 Likes.

Hansi Voigt, der sonst keine Gelegenheit auslässt, einer guten Sache mit schlechten Sprüchen zu schaden – verstummt. Ein schlapper Retweet eines anderen, der die kurze Stellungnahme von Spiess-Hegglin tweetet. Dabei ist Voigt im Beirat von #netzcourage, da könnte man etwas Solidarität erwarten. «Das Lamm», Daniel Ryser, alle grossen Worthelden, ohne Worte.

Warum schweigen fast alle, so viele?

«Bajour»? Lieber «6 Optionen, wo du am Sonntag in Basel brunchen kannst» vom 27. Oktober (immerhin 2021) zuoberst auf der Webseite. «Republik»? Sprachlos. All die Twitter-Kings, die Fans, die sofort zuschnappen, wenn ihr Idol «fass» sagte? Ein müder Versuch, «#wirsindnetzcourage» trenden zu lassen, was Spiess-Hegglin gleich munter mit «Neiiiin! Nicht auch noch Platz 1» anfeuert.

Besonders betrüblich ist auch das verkniffene Schweigen von Hardcore-Unterstützern. Der seinem Namen alle Schande machende Verein «Fairmedia» hatte eine eigene Fanpage für Spiess-Hegglin aufgeschaltet, wo man unter «Team Jolanda» Geld abdrücken kann. Der Geschäftsführer und ehemalige «TagesWoche»-Bruchpilot Jeremias Schulthess geruht erst gar nicht, auf die höfliche Presseanfrage zu reagieren, wie sich der Verein denn zu diesem Entscheid des Bundeamts positioniere.

Gleich reagiert auch die Interimspräsidentin des Vereins Netzcourage, obwohl Liliane Ritzi doch als Auskunftsperson für weitere Fragen auf der Medienmitteilung angegeben ist. Von ihr wollte ZACKBUM unter anderem wissen, wohin denn Geschäftsbericht, Kommunikationskonzept und Code of Conduct verschwunden sind, die bis vor Kurzem noch auf der Webseite standen. Damals spreizte man sich, wie transparent man doch sei. Und heute?

Eine fehlende Reaktion ist besonders widerwärtig

Am widerwärtigsten ist aber die Reaktion von ganz anderer Seite, Beziehungsweise das dröhnende Schweigen der erregten 78 Tamedia-Frauen. Man erinnert sich? Deren Protestschreiben über unerträgliche Zustände auf den Redaktionen von Tamedia wurde via Spiess-Hegglin in die Medien eingespeist und sorgte dann für grosses Hallo. Ob das allen Unterzeichnern passte oder nicht: diese Publizität hatten sie ihr zu verdanken.

Nun ist Spiess-Hegglin selbst etwas in einem dummen Rank. Wann, wenn nicht jetzt solidarisch sein? Wo ist denn Salome Müller, Aleksandra Hiltmann, wo sind alle anderen, wenn man sie mal bräuchte? Wenn es etwas Rückgrat bräuchte? Da bislang keine der 78 Journalistinnen geruhte, auf mehrfache höfliche Anfragen von ZACKBUM zu reagieren, haben wir diesmal darauf verzichtet.

Da tun alle so, als wäre Spiess-Hegglin schon waidwund, auf der Verliererstrasse. Da folgt man doch lieber dem Beispiel der beiden Nationalrätinnen Funiciello (SP) und Gysin (Grüne): nichts wie weg. Abtauchen, Schnauze halten. Abwarten, woher der Wind weht, wie sich die Sache entwickeln wird. Und erst dann wieder aus den Löchern kriechen, wenn man weiss, wo der Sieger steht.

Was soll man, was darf man zu den charakterlichen Befindlichkeiten all dieser Menschen sagen? Leider nichts, was nicht juristische Verwicklungen nach sich ziehen würde.

 

 

 

 

4 KOMMENTARE
  1. Valentin Vieli
    Valentin Vieli says:

    Ganz interessant und aufschlussreich ist die Verfügung des Gleichstellungsbüros an den Verein NetzCourage. Da steht soviel drin……da habe ich keine weiteren Fragen mehr! Gehe davon aus, dass Zackbum diese 10 Seiten auch gelesen hat.

    Antworten
  2. Jürg Streuli
    Jürg Streuli says:

    Jolanda Spiess-Hegglin und ich sind uns fünfmal begegnet. Vor einigen Jahren hatte ich Jolanda in Printmedien, Radio und TV gegen die sehr primitiven meist anonymen Angriffe gegen ihre Person und Familie unterstützt. Bei jedem Termin traf ich auf eine herzliche aufgestellte Frau, welche unkompliziert den direkten Draht zu den Menschen findet. Auch gewinnt Jolanda die Leute mit viel Charisma und Charme. Sie spricht eher leise und fast scheu im angenehmen Zugerdialekt. Gleichzeitig ist Jolanda eine gewiefte Schnelldenkerin, welche auch Fehler zugeben kann. Kein Wunder vermag Jolanda viele Leute in persönlichen Begegnungen für sich zu gewinnen. Dabei half bisher auch ihre attraktive Erscheinung. AUCH DIES IST JOLANDA.

    Antworten
    • Roland Schygulla
      Roland Schygulla says:

      Die Frau hat zwei Gesichter. Und ich glaube – und fürchte – dass sie ihr wahres auf Social Media zeigt. Ihre offenbar einnehmende Art weiss sie geschickt zu nutzen bei persönlichen Begegnungen, und Sie, lieber Herr Streuli, haben sich davon auch um den Finger wickeln lassen. Hat sie Sie nicht wiederholt «der geläuterte Jürg» oder ähnlich genannt? Haben Sie denn nicht bemerkt, was da jeweils für Hohn, Spott und ein von niederen Instinkten getriebenes Überlegenheitsgefühl dahinter steckten? Und warum denken Sie, schreibt beispielsweise der Chmedia-Hollenstein immer so brav und treu nach Spiess› Mund? Und sie nutzt auch die Einfalt und die Naivität derjenigen Menschen, die sie um sich schart, weil die halt eben empfänglich für diesen vermeintlichen und falschen Liebreiz sind. Ich bin auch sicher, sie hätte so machen Gerichtsprozess nicht gewonnen, wenn sie sich in natura genauso unsäglich geben würde, wie sie es online tut. Dass Jolanda Spiess-Hegglin eine berechnende, opportunistische und in Innersten grundbösartige Frau ist, lässt sich an vielen Punkten eindrücklich ablesen, wenn man ihr Gebahren mit etwas Aufmerksamkeit verfolgt. Und ich habe so den Eindruck, durch diese Rückschläge bekommt sie nun allmählich, was sie verdient. Das äussere ich ohne vernichtende Schadenfreude. Im Grunde können einem Menschen leid tun, die mit solchen Charakterzügen gestraft sind.

      Antworten
  3. Adrian Venetz
    Adrian Venetz says:

    Vielleicht kann sie noch auf das Karma hoffen? Zurücklehnen und warten, bis böse Menschen erschossen werden, hat ja schon einmal funktioniert.

    Antworten

Schreiben Sie einen Kommentar

Möchten Sie an der Debatte teilnehmen?
Ihre Meinung interessiert. Beachten Sie die Kleiderordnung dabei.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.