Frau Berger mag nicht mehr lachen

Sensibilisieren statt scherzen.

Von Adrian Venetz

«Ich werde auf Brüste und Füdli reduziert», klagt die alternde Ex-Miss-Schweiz Stephanie Berger. Ein «Objekt der Begierde» sei sie. Der «Blick» nimmt das Gejammer dankbar auf und macht eine nette Boulevard-Story draus. Berichtet darüber, dass Stephanie Berger immer wieder Opfer von Sexismus wird und sich «plumpe Sprüche» anhören muss. Nun will Frau Berger das tun, was in solch finsteren Zeiten immer hilft: Sie will «sensibilisieren». Bevor Frau Berger auf den Sensibilisierungspfad mit Hashtags gelangte, war sie ja extrem erfolgreich als Komikerin unterwegs.

Oder wehrt sie sich gegen ihre eigenen Sprüche?

Ein wahres Juwel der gehobenen Unterhaltung geschliffen hat sie etwa bei jenem Auftritt vor schenkelklopfendem Publikum, als sie minutenlang über ihre Brüste und ihr Füdli referierte und über ihren G-Punkt. Sie erzählte von ihrem Besuch bei einem Arzt, wo am Empfang eine «Botox-Tussi mit aufgespritzten Lippen» sass, eine «Gummi-Puppe». Frau Berger erzählte, wie ihre Libido Purzelbäume schlug, als der Arzt mit wehendem Kittel hereinkam. Stets im Mittelpunkt: ihre Brüste und ihr Füdli.

Mehr Coaches, mehr Sensibilisierung

Aber dafür im «Blick» …

Heute macht Frau Berger keine Comedy mehr. Heute sensibilisiert sie. Und sie arbeitet als Coach. Bekanntermassen herrscht in der Schweizer Coach-Szene kein riesiger Fachkräftemangel. Aber auf einen Coach mehr oder weniger kommt’s auch nicht mehr drauf an. Nehmen wir uns doch kurz Zeit für eine Schweigeminute und leiden mit Frau Berger. Hoffen wir, dass nie wieder jemand auf die Idee kommt, an Frau Bergers Brüste zu denken. Hoffen wir, dass die Ärmste nie wieder Opfer wird von plumpen Sprüchen.

Lasset uns sensibilisieren!

4 KOMMENTARE
  1. Tim Meier
    Tim Meier says:

    Von der Miss über Comedian zum «Coach». Da gäbe es noch ähnliche Traum-Berufe wie «Personal Trainer» und «Influencer». Englische Berufszeichnungen tönen immer wichtig wie z.B. der «Facility Manager». So, genug gelästert.

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  2. Didier Venzago
    Didier Venzago says:

    Eigentlich noch clever. Frau Berger hat gemerkt dass sie mit solchen Blabla-Sprüchen auf der weiblichen Woke-Redaktion des Blick ein dankbares Publikum findet.

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