IQ-Test für Medienschaffende!

Endlich mal eine durchschlagende Idee im Kampf gegen die Verelendung.

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In einem ansonsten mässigen Interview der NZZaS mit dem alten Hollywood-Haudegen Paul Schrader («Taxi Driver») und dem deutschen Schauspieler und Jungregisseur Daniel Brühl schnöden beide über egozentrische und nervige Schauspieler mit Allüren.

Plötzlich hat Schrader einen Geistesblitz:

«Warum müssen Schauspieler eigentlich keine IQ-Tests machen?»

Nervös wiegelt die NZZaS ab: «Das vertiefen wir lieber nicht.» Ganz falsch, das muss unbedingt vertieft werden. Nicht unbedingt bei Schauspielern, denn deren mangelhafter IQ wird immerhin noch vom Drehbuchschreiber, vom Regisseur und vom Direktor gebändigt, kontrolliert, so der Zuschauer vor Schmerz und Schaden bewahrt.

Wir fordern: IQ-Tests für Journalisten

Aber wie sieht das beim Journalisten aus? Wenn der Seiten über den Begriff «Schamlippen» füllen will, wenn die Journalistin bekannt gibt, dass sie beim Säugen ihrer Zwillinge in wenigen Monaten 100 Liter Milch produziert habe?

Wenn der Medienschaffende den Bundesrat, den US-Präsidenten, den russischen Präsidenten oder wen auch immer zusammenstaucht, kritisiert? Wenn er am Laufmeter Forderungen aufstellt («es wäre fahrlässig, wenn nicht sofort»), auch vor Schmähungen nicht zurückschreckt (die Bundesräte sind «völlig übergeschnappt»), harmlose Demonstranten unter Totalitarismus-Verdacht und in eine Reihe mit Hitler und Stalin stellt?

Diese Reihe könnte seitenlang fortgesetzt werden. Wenn zudem die Medienschaffenden und ihre Besitzer, Pardon, Brötchengeber, wider Vernunft und Verstand Sparmassnahmen, Entlassungen, Schrumpfungen, inhaltlichen Kahlschlag, die Übernahme von Agentur- und Fremdmeldungen unablässig als qualitative Verbesserung, Konzentration auf das Wesentliche, Erfüllung des Leistungsauftrags als Vierte Gewalt schönschwatzen?

Wenn sich Schreibfehler, Anschlussfehler, ganze Orgien der Sprachvergewaltigung mit Sternchen, Doppelpunkten, Binnen-I und anderem Unsinn häufen? Wenn als grossartige Eigenleistung copy/paste oder das Ausschlachten von gestohlenen Geschäftsunterlagen verkauft wird?

Wenn also nach Kräften die Intelligenz der schrumpfenden Leserschar beleidigt wird, wenn es zwar zunehmend eine Gesinnungskontrolle gibt (Trump pfui, Maurer pfui, Berset wunderbar, impfen Bürgerpflicht, Kritik an staatlichen Massnahmen fahrlässig und unverantwortlich), sollte es nicht wenigstens auch eine Minimalanforderung an den IQ der Schreibkräfte geben?

Test und Erklärungen wären freiwillig

Freiwillig, natürlich. Beispielsweise «watson» könnte sich zur IQ-freien Zone erklären, damit wüsste der Konsument, woran er ist. Die «Republik» auf der anderen Seite könnte sich den Warnhinweis leisten, dass ihre Mitarbeiter über einen dermassen hohen IQ verfügen, dass sie weder geradeaus schreiben noch vor weniger als 20’000 Anschlägen abbremsen können.

Tamedia würde den Warnhinweis veröffentlichen, dass ausser Nabelschau, Kommentar und erfundenem Leiden der IQ von der SDA und der «Süddeutschen Zeitung» ausgeliehen wird. «Blick» würde sich einen eigenen IQ-Massstab zulegen. Die Einheit wäre «ein Cavelty». Der misst die kürzeste Distanz zwischen einem Artikel und einem Fettnapf. Tropfen von den Lesern die Fettperlen in Massen ab, handelt es sich um 100 Cavelty. Verspüren nur einzelne Leser da und dort ein Tröpfchen, misst man 1 Cavelty.

Diese Einheit ist nicht zu verwechseln mit dem Dorer. 1 Dorer misst das Ausmass an Beliebigkeit. 100 Dorer erfüllt normalerweise nur ein Leitartikel aus der Feder des Oberchefredaktors.

Denn, Hand aufs Herz,

es ist natürlich sowohl bei Schauspielern wie bei Journalisten gar nicht so einfach, den IQ zu messen.

Böse Zungen mögen nun schnöden, dass das daran läge, dass er nur in Spurenelementen vorhanden sei. Das stimmt natürlich nicht, denn immerhin sind Redaktoren in der Lage, selbständig den Weg zu ihrer Verrichtungsbox zu finden und dort möglichst kostengünstig einen Output zu produzieren, der leider tatsächlich nur noch sehr wenig mit Journalismus zu tun hat.

Steckt im Wort Redaktor als Kern Tor?

Deshalb heisst er übrigens auch Redaktor und nicht Redakteur. Nein, nicht weil darin das Wort «Tor» steckt. Also schon auch, aber das würde hier zu weit führen. Ein Redaktor ist nämlich eine Person, die einen Text bearbeitet hat, dabei oft auch namentlich nicht in Erscheinung tritt. Darin steckt also immerhin mehr als ein Körnchen Wahrheit.

Zugegeben, damit haben wir uns intelligent vor der Frage gedrückt, wie man den IQ eines durchschnittlichen Redaktors (natürlich auch einer Redaktorin, auch einer Redaktor:in, Redaktor*In* und allen Genderformen, divers und trans inkludiert) messen könnte.

Ein Ansatz: Wer beispielsweise solche Sprachvergewaltigungsformen verwendet, ist unterdurchschnittlich ausgestattet und hat schon mal einen IQ von unter 100. Setzen wir ihn, in leichteren Fällen, bei 90 an. Das Schreiben von Kommentaren, Abqualifizierungen, das Aufstellen von Forderungen, das besserwisserische Kritisieren, das Befürworten der Steuermilliarde für notleidende Medienclans, das Verächtlichmachen eines Andersdenkenden, das alles gibt jeweils weitere 10 Punkte Abzug. Damit wären wir schon bei schmalen 30 IQ-Punkten angelangt.

Normalverteilung, Standardabweichung, Skalierung, Perzentile, was misst ein IQ-Test eigentlich wie, ist er unabhängig von Herkunft, Hautfarbe, Sozialisation, Umfeld, Lebenszusammenhang aussagekräftig? Sagen wir so:

Schwachsinn, als man solche nicht-korrekten Begriffe noch verwenden durfte, begann ab IQ unter 70.

So gesehen ist es leider so, dass kaum ein Journalist diese Hürde überspringt. Deshalb ist es vielleicht doch besser, die Forderung von Schrader auf Schauspieler zu beschränken. Und das Thema nicht weiter zu vertiefen.

PS: Das korrekte Schreiben von Namen zählt nicht als IQ-Test!

6 KOMMENTARE
  1. HanspeterR
    HanspeterR says:

    Meine Frau von oben herab (nein, nicht so, sie ist zwei Stöcke weiter oben :-)): «Und, was lachst Du?»
    Zum Glück gibt es Zackbum. Danke!

    Antworten
  2. Beat Reichen
    Beat Reichen says:

    Einen IQ-Test für Journalisten ist müssig. Es genügt täglich den Mist zu lesen, der in den Verrichtungsboxen ausgeschieden wird.
    Man muss es von der gesellschaftspolitischen Seite sehen: Kein Mensch würde diese Leute einstellen, womit wir sie über die Arbeitslosenversicherung tragen müssten. So gesehen sind die Zeitungen zum Sozialprojekt geworden. Arbeiten in der geschützten Werkstatt, finanziert von linken Lifestyle Sozialisten.

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  3. Simon Ronner
    Simon Ronner says:

    Interessante Idee. Wobei – liegt es tatsächlich am IQ? Die aufgeführten Beispiele zeigen doch, dass es sich um Benimm- und Verhaltensauffälligkeiten (um das Wort Charakterschwächen zu vermeiden) handelt. Mit einer verbesserten Aus- und Weiterbildung liesse sich ein unterdurchschnittlicher IQ steigern. An «Trump pfui, Maurer pfui, Berset wunderbar, impfen Bürgerpflicht, Kritik an staatlichen Massnahmen fahrlässig und unverantwortlich» indessen würde dies rein gar nichts ändern.

    Wie Figura zeigt, sind auch Pressekodexes, Pflichtdeklarationen, Ethikchartas völlig für die Füchse.

    Der Fisch stinkt eben wie immer vom Kopf her. Zuerst gehört also der Saustall auf der mittleren und oberen Führungsebene ausgemistet. Danach muss dort die Peitsche zur Hand genommen werden.

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  4. Rolf Karrer
    Rolf Karrer says:

    «PS: Das korrekte Schreiben von Namen zählt nicht als IQ-Test!»

    Sie dürfen nicht einfach so die Spielregeln ändern, Arthur Zeyer……..

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