Wie tief hinunter geht’s?

Ein neues Gefäss. Gegen den Missbrauch der deutschen Sprache. Jeglicher Art.

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Nein, es ist nicht nur Feministen vorbehalten, der deutschen Sprache Gewalt anzutun. Das kann auch das Organ mit den grösseren Buchstaben und dem Regenrohr im Logo.

Rettet des Genitivs!

Es müssen auch nicht immer Sprachverbrechen sein. Was ist plötzlich in die letzte Sonntagszeitung mit Anspruch gefahren, die NZZaS?

Plötzlich überlebensgrosse Porträtfotos statt Buchstaben?

Hier hätten wir nun einen Beitrag zum Thema «Sprachbilder sind Glücksache»:

«Maurers Freiheits­trychler-Stunt ist nichts als die hässliche Fratze einer radikalisierten Rechten, die sich rund um den Globus beobachten lässt.»

Richtig, das kann nur von der schreibenden Schmachtlocke aus der geschützten Werkstatt «Republik» sein. Oder um es in seinem Stil zu formulieren: Binswangers Sprachbilder-Stunt ist nichts als die hässliche Paraphrasierung einer redundanten Haartolle, die sich rund ums Rothaus beobachten lässt.

Mit ganz feiner Klinge will Mischa Aebi arbeiten. Er ist einer der Bundeshausredaktoren, die am Donnerstagabend Besseres zu tun hatten, als eine Demonstration von ein paar Tausend Menschen zu beobachten. Was? Pediküre, Fondueplausch, neue Netflix-Serie, schwer zu sagen. Auf jeden Fall muss Aebi auch noch etwas zur Enthüllung der «Weltwoche» über fragwürdiges Gebaren des SP-Bundesrats Alain Berset beitragen.

Nein, keine Eigenrecherche, das macht die NZZaS. Die «SonntagsZeitung» wäffelt. Jeder nach seinen Kernkompetenzen.

Aebi schleicht sich zuerst hinterlistig an und lobt, dass die Fragen der WeWo «legitim» und sogar «verdienstvoll» seien. Liesse er das so stehen, könnte er aber in der Helfti nicht mehr in Ruhe sein Feierabendbier kippen, wenn er mal in Zürich ist.

Daher geht’s weiter: «Aber Mörgeli überschreitet auch eine rote Linie, denn im Bericht werden angebliche Sexpraktiken des Bundesrates ausgebreitet. Der Autor versucht zwar, das öffentliche Interesse an den intimen Details zu rechtfertigen. Doch es sind fadenscheinige Argumente, die nichts mit dem Fall zu tun haben. Vielmehr ging es der «Weltwoche» darum, einen an den Haaren herbeigezogenen Grund zu finden, um den Voyeurismus ihrer Leser zu bedienen.»

An den Schamhaaren herbeigezogen? Welche, sabber, «Sexualpraktiken», lechz, des Bundesrats wurden denn vor den voyeuristischen Lesern ausgebreitet? Absonderliche Stellungen, gar Lack und Leder, Abnormes? Gemach, Mörgeli führte lediglich aus, dass der Bundesrat angeblich ungeschützten Geschlechtsverkehr bevorzuge. Daher habe ihn seine Geliebte auch mit einem behaupteten Schwangerschaftsabbruch erpressen wollen und können.

 

Macht irgendwie Sinn, nur nicht für Aebi, der die Bettdecke schön unaufgedeckt lassen will.

Wir wollen uns aus diesem Jammertal der Sprachmisshandlungen aber nicht ohne eine gute Nachricht verabschieden:

«Das hier ist meine letzte Kolumne. Meine letzte Kolumne für ein paar Monate. Und dennoch weiss ich nicht, was ich in dieser «Bitzeli Abschied»-Kolumne schreiben soll. Weil noch alles gar nicht ist.»

Tschäksches? Wenn nicht: so ist halt eine Kolumne von Alexandra Fitz im «Blick». Die hiess zwar «Fix zur Gesellschaft», machte aber die Leserschaft fix und fertig. Aber eben, nicht zu früh freuen, denn nach Dürrenmatt ist etwas nur zu Ende, wenn es die schlimmstmögliche Wendung genommen hat. Was hier bedeutet: Fitz als ihre eigene Wiedergängerin. Aber wenn wir die Pandemie überleben, wird uns auch das nicht umbringen.

 

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