TX geixt? Neuer Name?

Der Coninx-Clan liebt Umbenennungen. War’s nun eine zu viel? Sozusagen ein neues Triple X?

Journalistische Kompetenz ist das eine. Dafür sollte ja angeblich Tamedia zuständig sein. Nun ist alles, was mit der Herstellung und Verpackung und Bauchnabel-Darbietung zu tun hat, in ein separates Profitcenter gestopft worden, das heisst Tamedia. Hiess auch schon mal kurz und knackig T, wobei das T auch für alles stand.

War auch mal so eine Idee. Links Kopie, rechts Original.

Aber, man geht ja mit der Zeit, also man rennt ihr hinterher, und seitdem es Internet und digital gibt, ist der Buchstabe x sehr beliebt für Firmennamen. Damit will man so einen Geruch nach Techno, vorne dabei, Matrix, Internet, Blabla verströmen.

Also montierte man nach Tamedia und T das Schildchen schon wieder vom Glaspalast an der Werdstrasse und schraubte stolz ein TX dran.

Name wechsle dich, Drehtüre bleibe doch.

Seit Dezember 2019 heisst der grösste Medienkonzern der Schweiz TX Group. Das war vielleicht die längste Zeit so.

Juristisch nicht ganz sattelfest, das Medienhaus

Denn bei Tamedia, Pardon, T, Äxgüsi, TX, also im Hause Supino-Coninx, sind nicht nur die Journalisten nicht über jeden Zweifel erhaben, was ihre Kompetenz betrifft. Wir erinnern nur an Claudia Blumer.

Auch juristisch könnte das Haus vielleicht eine Auffrischung vertragen. Denn mit dem Namen TX gibt es ein kleines Problem. Der wurde am 18. Dezember 2019 zur Registrierung beim Handelsregisteramt eingereicht. Nur: nicht vom Coninx-Clan. Denn zwischen der Ankündigung der neuerlichen Umbenennung und dem Antrag auf Eintrag ins Handelsregister seitens Coninxclan verging mehr als ein Monat.

Ätsch, sagte da ein Rapperswiler Anwalt, ich bin schneller. Weil beide Anträge in die Weihnachtszeit fielen und zeitlich sehr eng beieinander lagen, passierte nun ein bürokratischer Lapsus. Beide wurden genehmigt. So berichtet der SoBli nicht ohne Häme, dass am 23. Dezember im «Schweizerischen Handelsblatt» die TX Group aus Rapperswil publiziert wurde, und am 27. die TX Group aus Zürich.

Das darf aber eigentlich nicht sein, und es gilt das einfache Prinzip: der Schnellere ist der Geschwindere. Zuerst angemeldet, zuerst eingetragen, normalerweise keine Diskussion: dem gehört’s.

Sagen auch einschlägig bewanderte Markenrechtler. TX, also die Zürcher TX, sagt hingegen, in dieser Angelegenheit habe «das Eidgenössische Handelsregisteramt zu unseren Gunsten entschieden». Damit bezieht sich Big T (sagen wir nun der Einfachheit halber) auf den Fakt, dass die Doppeleintragung existiert. Aber eben irrtümlich.

Auch Tamedia hat etwas mit dem Schlamassel zu tun

Die Story wird noch lustiger. Es kommt auch noch ein gewisser Serge Aerne ins Spiel. Unternehmer und Gründer einer Pensionskasse. Der SoBli fasst zusammen: «Anfang November 2019 publizierte die «Sonntagszeitung» einen Artikel, in dem Aerne vorgeworfen wurde, der Pensionskasse mit fragwürdigen Immobiliengeschäften geschadet zu haben. Aerne reichte darauf Klage gegen das Medienhaus ein. Die Sache ist bis heute nicht abgeschlossen.»

Das Sahnehäubchen: Nicht mehr der Rapperswiler Anwalt, sondern Aerne ist nun der Besitzer der drei Tage älteren TX Group. Und der sagt eiskalt, dass es ihm nicht um Geld gehe, sondern dass er einfach möchte, dass die Zürcher TX Group ihren Namen ändere. Deshalb liegt der Fall nun vor dem Bundesverwaltungsgericht.

 

Vielleicht sollte Vin Diesel eingreifen?

Das nach Meinung diverser Anwälte eigentlich nur ein Urteil fällen kann. Was dann bedeuten würde, dass an der Werdstrasse schon wieder ein neues Türschild fällig wird. Wir haben auch gleich einen Vorschlag: XXX. Oder Triple X. Steht für vieles und für nichts. Allerdings: auch diese beiden Bezeichnungen sind schon eingetragene Marken. In Glarus gibt es zum Beispiel eine GmbH, die eine Bar unter dem Namen XXX betreibt.

Die doppelte TX Group im Handelsregister.

Kostenloser Tipp für die Big T-Juristen, damit die nicht das nächste Mal reinfallen. Triple X ist auch schon weg. Aber hallo, X wäre noch frei. Blöd nur: das kann man nicht als Marke registrieren lassen. Ist halt nur ein Buchstabe.

Letzter Versuch: Ich könnte zum Beispiel CHplus anbieten. Hört sich gut an, ist eine im HR eingetragene GmbH, gehört mir – und könnte unter Umständen, wenn der Preis stimmt, käuflich erworben werden. Ist doch sicherer als die nächste Klatsche einfangen, liebe TX-Gruppenmitglieder. Also die in Zürich meine ich.

3 KOMMENTARE
  1. Victor Brunner
    Victor Brunner says:

    Bitte nicht Triple X, unter diesem Namen verdient ein Freund mit guter, professioneller Arbeit sein Geld. Warum für TX Group nicht «surprise bag XXL», sagt nicht viel aus, setzt aber auch weniges voraus. Also kein Hinweis zu Medien und Journalismus, da kann munter drauflos geschrieben, unterdrückt und zurecht gebastelt werden. Eine wohltuende Erleichterung für die Leute von der Werdstrasse und Subwerdsträsslern aus der ganzen Schweiz!

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    • Rolf Karrer
      Rolf Karrer says:

      Warum nicht «Coninx Supino Enterprise» nennen? Der sperrige Name Holtzbrinck macht dies mit links.

      Erstaunlich übrigens, wie breit dieser Deutsche Verlag aufgestellt ist; inklusive einem Bereich namens «Holtzbrinck Ventures». Es zeigt sich auch, dass eine Börsenquotierung analog TX Group nicht nur des Guten ist bei einem Familienunternehmen.

      Das private Familienunternehmen Holtzbrinck Publishing in Stuttgart mit seinen Produkten «ZEIT» (50% Besitz), S. Fischer Verlag, Rowohlt Verlag, Macmillan Publishers und den zahlreichen Beteiligungen in den USA, scheint mir nicht so giergetrieben zu sein. Eine interessantes Verlagshaus, wo bestimmt auch Teile der Unternehmung querfinanziert werden. Ein Familienunternehmen darf dies, Herr Supino.

      https://www.presseplus.de/blog/die-verlagsgruppe-georg-von-holtzbrinck/

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      • Sam Thaier
        Sam Thaier says:

        Das legendäre Kulturmagazin «Du» ist ein solches Beispiel. Bestimmt hat es nicht rentiert bei der Tamedia, obwohl es dem Verlag viel Goodwill gebracht hätte. Es wurde im Jahre 2004 dem Niggli Verlag in Sulgen verkauft. Einige Jahre später wurde es offenbar dem Verleger Oliver Prange verkauft/verschenkt.

        Keine Ahnung, ob diese Zeitschrift heute noch existiert unter der Bezeichnung «Du Kulturmedien AG, Hottingerstrasse 10, CH-8032 Zürich»? Ein Portal existiert, jedoch aus dem Jahre 2017.

        Schauen wir uns nochmals die wunderbaren Titel vom Kulturmagazin «Du» an, welches 1941 vom legendären Vordenker und Kunstfreund Arnold Kübler gegründet wurde.

        https://blog.nationalmuseum.ch/2017/03/du-ein-magazin-fuer-die-ewigkeit/

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