Der furchtbare Hubert Wetzel

Die reine Geldverschwendung aus München mit Sitz in Washington. Leider auch für Tamedia.

Dafür bezahlt der Abonnent einer Tageszeitung aus dem Hause Tamedia sicher gerne. Deshalb ist auch der neuste Kommentar von Wetzel hinter der Bezahlschranke. Eigentlich sollte er auf die Isolationsstation, denn er könnte die Hirntätigkeit von harmlosen Lesern schädigen.

Wetzel sitzt seit 2016 als Korrespondent der «Süddeutschen Zeitung» – und damit auch für Tamedia – in Washington. Kapiert hat er in all den Jahren nicht sehr viel von seiner Umgebung. Denn er neigt dazu, mit typisch deutscher Oberlehrermanier den Amis zu erklären, wie Demokratie funktioniert. Dabei hat er das Glück, dass sie ihn wohl gar nicht zu Kenntnis nehmen, denn nachdem die Amis vor nicht allzu langer Zeit gegen erbitterte Gegenwehr den Deutschen die Demokratie aufzwingen mussten …

Das hindert ihn aber nicht an solchen Sätzen: Trump habe versucht,

«durch Tricks im Amt zu bleiben, die vielleicht legal waren, aber auf keinen Fall legitim».

Mitte November 2020 war Wetzel noch viel pessimistischer gestimmt:

«So sterben Demokratien»,

raunte er unheilschwanger.

Denn: Trump habe «offensichtlich» keine Ahnung, wie Wahlen in den USA funktionieren. Aber weil er «(zumindest rechtlich) volljährig» sei, ein Brüller, könne er bedauerlicherweise vor Gericht ziehen.

Nach der Verurteilung des Polizisten, der Floyd zu Tode brachte.

Furchtbar, alles ist furchtbar für Wetzel

Gut, wollen wir, angesichts des schnellebigen Journalismus von heute, den Mantel des Schweigens über solche Peinlichkeiten legen und sie als verjährt erklären? Damit wären wir bei Wetzels aktuellem Kommentar angelangt: «Die furchtbare Realität. Ein Jahr nach dem Tod von George Floyd streiten die USA weiter über Rassismus.»

Auch hier könnte man eigentlich nach dem ersten Satz aufhören: «Jeder Amerikaner wusste auch vor dem 25. Mai 2020 schon, dass Schwarze überproportional oft Opfer von Polizeigewalt werden.» Aber der Fall des George Floyd – ein «rassistischer Mord, bei dem der Mörder sich offensichtlich sehr sicher fühlte, weil er eine Uniform trug», habe ein «reckoning» ausgelöst, eine «Abrechnung».

Die Bedeutung, die Hautfarbe in den USA weiterhin habe, sei einerseits Ausdruck des aktiven Kampfes gegen Diskriminierung. Aber «es zementiert den Status der Schwarzen als ewige Minderheit.»

Nun, das ist alles so furchtbar falsch; wo muss man anfangen? Nein, nicht jeder Amerikaner wusste oder weiss, dass Schwarze «überproportional oft Opfer von Polizeigewalt werden». Viele US-Bürger, darunter auch Schwarze, sehen aber einen Zusammenhang zwischen überproportional hoher Kriminalität und entsprechend häufigen Kontakten mit der Polizei.

Was den brutalen Polizisten nicht im geringsten entlastet, aber auch in Betracht gezogen werden muss; die Autopsie des Schwarzen ergab unter anderem:

«Eine Fentanylvergiftung und der kürzliche Methamphetaminkonsum haben möglicherweise die Wahrscheinlichkeit des Todes erhöht. Andere signifikante Zustände waren arteriosklerotische Herzerkrankungen und hypertensive Herzerkrankungen, einschliesslich eines vergrößerten Herzens, einer zu 90% blockierten Arterie und zwei zu 75% verengten Arterien.» (Quelle: engl. Wikipedia)

Abgesehen davon wurde der weisse Polizist, der zweifellos den Tod des Schwarzen verursacht hatte, wegen «second degreee murder» verurteilt. Das ist Mord zweiten Grades, ein in den USA verwendeter Terminus, der bei uns am ehesten Totschlag gleicht. Nicht Mord. Also war es auch kein rassistischer Mord und der Polizist ist kein Mörder nach unseren Begriffen. Aber wieso soll das ein US-Korrespondent verstehen. Oder wenn, dann lässt er sich von solchen Differenzierungen doch nicht seinen Kommentar kaputtmachen.

Furchtbar falscher Schlusssatz von Wetzel

Ein «reckoning», also ein «über die Bücher gehen», wie man das wohl übersetzen könnte, fand auch nicht gross statt. Sondern der übliche Austausch von Meinungen und Beschimpfungen. Und völlig absurd ist dann der Schlusssatz. Dieser Totschlag soll den Status der Schwarzen zementieren? Als «ewige Minderheit»? Ja wünscht Wetzel, dass Schwarze zur Mehrheit werden in den USA? Und wenn sie das würden, was wäre dann weniger zementiert?

Das ist wohl einfach ein Satz, der etwas Schlimmes behaupten soll, sich dabei aber im völligen Unsinn verliert. Da alles richtet Wetzel auf 1800 Anschlägen hin und an. Man stelle sich vor, was man alles richtigstellen müsste, wenn der Mann mal richtig in die Tasten greift.

Er versteht die USA nicht wirklich, ihr Rechtssystem noch weniger, ist zu keiner vertieften Analyse der Rassenproblematik in der Lage, beschimpft einen Polizisten als rassistischen Mörder, der das nicht ist, und faselt von einer «furchtbaren Realität». Auch da unterliegt Wetzel einem Grundlagenirrtum: nicht die Realität ist furchtbar, seine Beschreibung ist’s.

Wäre das eine Leserzuschrift, wohlan, im Rahmen der Meinungsfreiheit könnte man die bringen. Aber dafür noch Geld verlangen – und dem Verfasser noch Geld dafür zahlen? Das ist dann schon ein starkes Stück für ein bedenklich schwaches Stück.

5 Kommentare
  1. Tim Meier
    Tim Meier sagte:

    Die SZ geht bekanntlich als Alpenprawda durch, somit wird dort nichts als die Wahrheit publiziert.
    Nach 5 Jahren USA sollte man die Sprache eigentliche verstehen und Mord & Totschlag unterscheiden können. Nun, Mord passt halt besser ins Framing «strukturelle Polizeigewalt gegen Schwarze». Ansonsten hat er vergessen zu erwähnen, dass der Floyd auch noch an Covid erkrankt war. Was dann, gemäss hiesiger Zählweise, Tod durch Covid bedeuten würde. Aber man will nicht zu pingelig sein und Leute wie Wetzel weiterhin einen Kleinkriminellen huldigen lassen, der u.a. einer Schwangeren die Karre auf den Bauch hielt, und drohte, das Baby wegzuschiessen.

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    • Beth Sager
      Beth Sager sagte:

      Der verklärte Blick gegenüber George Floyd war mir immer ein Rätsel. Es scheint, dass er nun zur Ikone eines Ernesto „Che“ Guevara im 21. Jahrhundert aufgebaut werden soll. Widerlich, einem Kleinkriminellen diese Ehre zu erweisen.

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    • Peter Balmer
      Peter Balmer sagte:

      Bei George Floyd wurde bei seiner Autopsy eine Körpergrösse von 193 cm gemessen. Sein Gewicht war 101 kg. Der schmächtige ex Minneapolis cop Derek Chauvin hat eine Grösse von 175 cm und sein Gewicht soll bloss etwa 63 kg betragen.

      Fand es rätselhaft, dass dieses wichtige Faktum am Prozess nicht thematisiert wurde. Chauvin hatte damals schlichtwegs Angst von diesem Giganten – und falsch reagiert.

      Floyd war kein Engel, und dazu noch medikamentenabhängig.

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