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Finanzen.ch

«Zeit» über Bitcoin: «Tage sind gezählt»

18. Januar 2021/0 Kommentare/in Allgemein/von redaktion@zackbum.ch

Redaktor jubelt «Hurra» bei Börsentaucher.

Der Kurs von Bitcoin ist in den letzten fünf Jahren um über 8000 Prozent gestiegen. Auch das Corona-Jahr überstand die Kryptowährung unbeschadet: ein Plus von knapp 300 Prozent. Der Verfasser dieses Artikels hat nie in Bitcoin investiert, er ist dafür zu dämlich.

Mark Schieritz ist wirtschaftspolitischer Korrespondent der «Zeit». In der aktuellen Ausgabe (3/21) schreibt er über Bitcoin. Man darf davon ausgehen, dass Schieritz sein Altersguthaben wohl nicht in Bitcoin gewechselt hat. Denn er schreibt: «Ihre Tage sind gezählt.» Warum das so ist, wird in seinem Artikel nicht ganz klar. Er hält die digitale Währung insgesamt für eine «gewaltige weltweite Umweltschweinerei». Grund ist die energieintensive Schürfung.

Schieritz erwähnt eine Studie in einer «Nature»-Ausgabe von 2018. Schätzungen zufolge werden für die Gewinnung knapp 70 Megatonnen CO2 freigesetzt. «Das entspricht in etwa der Menge, die ganz Norwegen in einem Jahr in die Atmosphäre abgibt.» Das stimmt nicht einmal in etwa. Norwegen setzt 52,4 Megatonnen CO2 ab, Tendenz sinkend.

Schieritz und die «Zeit» halten ihre Leser auch sonst für ziemlich dumm. Der Autor wendet sich direkt an die Leserschaft, die in Bitcoin investiert hat. Die könnten auf seine laue Bitcoin-Schimpfe entgegenhalten, dass die Energiekosten für den Betrieb von Zentralbanken und Finanzaufsichtsbehörden ja auch ungefähr 70 Megatonnen CO2 betragen. Das stimmt nur dann, wenn man die Energie für die Föhnfrisur von EZB-Chefin Christine Lagarde einberechnet.

Schieritz:«Am Ende ist die Kryptowährung vor allem das: ein Spielzeug für Digi-Nerds und Finanzapokalyptiker.» Und am anderen Ende ist die «Zeit» vor allem ein Wochenmagazin, das den grössten Finanzskandalen der letzten Jahren nur schnappatmig nachrannte: Wirecard, oder Diesel-Skandal – die Primeurs lieferten der «Spiegel» und die «Süddeutsche». Die «Zeit» war zuständig für die Nachlese.

Immerhin, Schieritz hatte dieser Tage viel zu lachen: «Anfang dieser Woche ging es mit dem Kurs deutlich nach unten. Hurra!»

Schlagworte: Bitcoin, Mark Schieritz, Schadenfreude, Zeit
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